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Test: International 5200

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    Motorola International 5200

    Natürlich ist diese tragbare Telefonzelle nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Aber da ich den Riesenmotorroller relativ günstig ersteigern konnte, will ich ihm mal ein Review widmen .

    Wohl allen sind die in den USA als MicroTACs bekannten Motorolas bekannt, sieht man sie doch in nahezu jedem in den USA produzierten Film von den späten Achtzigern bis von vor wenigen Jahren. Als „International“-Serie kamen die beliebten Mobiltelefone dann nach Europa. Neben den StarTACs waren die MicroTACs die beliebtesten Mobiles im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, der Erfolg in Übersee war gar nicht zu vergleichen mit dem hierzulande.

    Entsprechend der damaligen Zeit sind natürlich die Maße (knapp 3faches Volumen meines Timeport P7389, aber kaum höher), bei einem Gewicht von 290 Gramm. Aber selbst verglichen mit heutigen Telefonzellen bot das International einen unglaublichen Tragekomfort (gell, dg2mst ;-) ).

    Als ich den „Brocken“ das erste Mal in der Hand hielt, funktionierte er erst gar nicht, mit einem neuen Akku für wenige Euro ging’s dann aber richtig los. Mehr oder weniger, irgendwie kam ich nicht drauf, wo die SIM-Karte rein muss. Nachdem mir wieder einfiel, dass ich eine große bräuchte, fiel mir auch der breite Einschub unter der Tastatur auf. Mini-SIM in alte große SIM geklebt, schon gings. Einschalten dann im Gegensatz zu aktuellen Motis nur mit kurzem Druck auf Ein-/Aus-Taste (und das bekannte „bööööp“ kam auch), PIN eingeben und wesentlich schneller als zB bei meinem S35 steht „D2 PRIVAT“ im Display.

    Nächster Schritt: Menü erforschen...hmmm...naja...*Such* - erfolglos. Dank Saletti kam ich dann aber in den Besitz einer englischen Betriebsanleitung. Aha! Man muss, um ins Menü zu kommen, 2 Tasten drücken!
    Aber vorher erkläre ich vielleicht noch schnell die Tastatur (habe leider keine DigiCam und nur einen miesen Scanner, daher leider keine eigenen Bilder).

    Oberste Reihe: [Ein-/Aus-Taste] [a/c] [durchgestrichener Lautsprecher/Moti-Pfeil] [grüne Hörertaste]
    2. Reihe von oben: [MR] [M+] [Menü mit Briefchen-Symbol darunter] [Rote Hörertaste]

    sowie das Zahlenfeld, wobei * und # zum scrollen dienen.
    Rechts an der Seite gibt’s noch Zwei Tasten zur Lautstärkeregulierung der Hörerlautstärke und links an der Seite einen Schalter zum release der SIM.

    Nun zurück zum Menü: Nach Druck auf die Pfeil- und die Menütaste wird „Menü“ angezeigt, mit * und # kann man dann durchscrollen.

    Hier das Menü:

    1_allg. Funkt.
    11 Statusabfrage
    12 Automatische Rufannahme an/aus
    13 Funknetz auswählen
    14 Diensteanbieterliste ändern

    2_ spez. Funkt.
    21 Rufton ein/aus
    22 Tastaturtöne ein/aus
    23 MFV/DTMF-Töne ein/aus
    24 Dauerton MFV/DTMF ein/aus
    25 PIN-Code ein/aus
    26 Sprache auswählen
    27 Abschalt-Timer
    3_Gesprächssteuerung
    31 Gesprächsdauer-Erinnerung ein/aus
    32 einstellbare `` ein/aus
    33 eimalige `` ein/aus
    34 auto. Anzeige Gebühr/Zeit ein/aus
    35 Anzeige Gesprächszeitzähler
    36 Anzeige Gesprächsgebührzähler
    37 Gebühr/Einh. Pro Minute
    38 Zeit/Gebühr-Zähler zurücksetzen
    4_ Sperrfunkt.
    41 Tastaturwahlsperre ein/aus
    42 Speicherzugriff-Sperre ein/aus
    43 ankommende Rufe Sperre ein/aus
    44 Ferngespräch-Sperre Rufnr.-Länge ein/aus
    45 keine Sperren ein/aus
    5_Rücksetzen
    51 Sicherungscode ändern
    52 Global zurücksetzen
    53 Rücksetzen und löschen
    54 Speicherzugriffscode ändern
    55 Automatische Verriegelung ein/aus#
    6_sonst. Funkt.
    61 Energiesparmodus (DTX) ein/aus
    7_SMS
    71 Nachrichten-Automatik ein/aus
    72 Nachrichten akustische Anzeige ein/aus

    Ins SMS-Lesen Menü kommt man durch langen (sehr langen!) Druck auf die Menü-Briefchen-Taste. Einzeilig scrollen dann die SMS automatisch durchs Display.
    Wichtig ist es, hier anzumerken, dass mit dem 5200 keine SMS geschrieben und versendet werden könne, es ist also nur der Empfang der Kurzmitteilungen möglich!
    Im Menü kann man Untermenüpunkte durch betätigen der M+Taste auswählen, bzw. (de-)aktivieren.

    Viel lustiger ist es, aufs Telfonbuch zuzugreifen, hier müssen nämlich gleich 3 Tasten gedrückt werden! Erst die MR-Taste, dann die Pfeil-Taste und schließlich die a/c-Taste. Ärgerlich ist hier, dass keine Umlaute und Sonderzeichen dargestellt werden können.

    Wer sich also jemals über die haarige Bedienung eines Timeports o.ä. aufgeregt hat, sollte es mal mit diesem „Handy“ (wirklich „handy“ ist es ja nicht) probieren .

    Aber es gibt auch Vorzüge: Neben der schon erwähnten Tatsache, dass das Netz in der Regel recht schnell gefunden wird, finde ich auch die Klappe unheimlich praktisch. Nicht nur als Tastaturschutz, vor allem zum Beenden von Gesprächen. Auch die ausziehbare Antenne gewährleistet einen guten Empfang. Glücklicherweise ist die Antenne sehr biegsam, sonst wäre meine schon längst abgebrochen .
    Allgemein gibt’s auch an der Sprachqualität nichts zu bemängeln, Motorola eben .

    Das Display tut der Bedienung leider weiteren Abbruch, zwei nicht-grafische Zeilen in Schwarz auf Grün sind heutzutage für High-Res-Farbdisplay-Genießer natürlich ein Witz, durch scrollen wird das Ganze allerdings noch relativ gut gelöst. Über und unter den beiden Zeilen findet sich jeweils eine Symbolzeile. In der oberen gibt’s:
    Die Akkuanzeige (sieht aus wie eine Autobatterie). Leider ohne Balken, d.h. wird der Akku langsam leer, beginnt die Anzeige zu blinken, ist der Akkuso gut wie leer, blinkt sie noch schneller.
    Eine fünfstufige Empfangsanzeige (ist bei mir wirklich immer voll, bei Gesprächsaufbau sinkt die Anzeige jedoch auf eine Balken )

    In der unteren Zeile finden sich:
    Ein generell angezeigtes Symbol, das aussieht, wie der Ein-/Ausknopf
    Ein abgehobener Hörer
    Das Roaming-Dreieck
    Ein Durchschnitts-Zeichen, das aufleuchtet, wenn man keine Empfang hat
    Ein Briefsymbol für angekommene SMS
    Sowie ein Punkt...wofür?

    Damit dürfte ich nun alles wichtige angehakt haben.
    Nun noch mein „Feldtest:

    Gestern abend bin ich mit ein paar Kumpels ins Kino gegangen, hier die gezeigten Reaktionen:
    Kumpel Nr. 1 (hat kein Handy): „Oah, cool, voll kultig, so was hatte mein Vadder auch mal!“
    Kumpel Nr2. (M35-Besitzer): „Was’n des? Hammerhart...“
    Kumpel Nr.3 (C45-Besitzer): „Also dein anderes Motorola (P7389) versteh ich ja noch...aber, na ja, lass mich mal gucken...(vergleicht Größe/Gewicht mit C45) na ja, bist halt ein Nostalgiker, ne?“
    Also im Grunde positive Reaktionen der männlichen Kameradschaft. Die beiden weiblichen Bekanntschaften (MT50 und 3310) brachen in Gelächter aus, als ich mein 5200 zuckte. Naja, Frauen verstehen davon halt nix ;-)
    In der Fußgängerzone bin ich offenbar, als ich telefonierend herumlief, gar nicht aufgefallen, keine verwunderten Blicke trafen mich.
    Ach ja, zum Schluss noch etwas zum Akku: Zwar weiss ich dank der ungeschickten Anzeige nicht, ob der Akku voll war (nehme es aber doch an, hat lange genug geladen) hielt der Akku fast zwei Tage, mit ca. 15 Minuten telefonieren und „rumspielen“.

    So das war’s. Ich hoffe, das Lesen hat den Nostalgikern unter euch Spaß gemacht, für Fragen (falls ich etwas vergessen haben sollte) stehe ich gerne zur Verfügung .

    Euer perfect-motorola-dark, der jetzt erst mal sein Siemens S35 sucht, und sich wundern wird, welche Fortschritte in den letzten Jahren im Mobilfunk gemacht wurden.

  • #2
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