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Testbericht 8850

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  • Testbericht 8850

    Da mir mein 8210 irgendwann zu langweilig geworden ist, habe ich es kurzerhand verkauft und mir im letzen Herbst ein 8850 zugelegt. Carsten hatte damals eine Sonderaktion, in der er das 8850 günstig angeboten hat - für den damaligen Preis im Nokia-Shop von 1349,- DM hätte ich es definitiv nicht genommen. Auch wenn das 8850 bei einigen als "Angeber-" oder gar "Zuhälter-Handy" verschrien ist, war ich schon immer ein Fan der dezenten und doch äußerst eleganten Optik dieses Geräts.
    Es wird ja bekannt sein, dass das 8850 und das 8210 bis auf das Gehäuse, die Beleuchtung und ein paar kleinere Software-Details nachezu identisch sind.
    Das 8210 ist mittlerweile so weit verbreitet, dass ich mich in dem Bericht des öfteren darauf beziehen werde. Ich denke, die allermeisten kennen die Ausstattung des 8210 ganz gut und die nahe Verwandschaft der beiden Geräte legt Vergleiche nahe.


    Lieferumfang:

    Standardmäßig wird das 8850 mit dem Li-Ionen-Akku BLB-2, Ladegerät, Bedienungsanleitung, Serviceunterlagen und einer Software-CD geliefert. Weiteres Zubehör, das man bei einem anfänglichen Preis von gepfefferten 1799,- eigentlich erwarten könnte, ist nicht dabei. Immerhin ist das Ladegerät nicht das ACP-7 (wie beim 8210), sondern das bessere Schnell-Ladegerät ACP-8, dass beispielsweise auch mit dem 6210 ausgeliefert wird.
    Die Verpackung ist durchaus hübsch gemacht: beim Öffnen des Deckels funkelt einem das 8850 hinter einem kleinen Fenster aus Klarsichtfolie entgegen, der Rest bleibt zunächst noch verborgen. Die Einsätze des Kartons bestehen nicht aus blauer Pappe wie beim 8210, sondern aus einem samtartig beschichten schwarzen Kunststoff - die Zubehörteile wie das Ladegerät und die Anleitung befinden sich (wie beim 8210) in einem separaten Einsatz und kommen erst zum Vorschein, wenn man den oberen Teil mit dem Handy abnimmt. natürlich kann die OVP der der Gold Edition (oder auch der normalen asiatischen Version) nicht ansatzweise das Wasser reichen, aber dennoch wirkt sie recht hochwertig.


    Gehäuse & Optik:

    Die Optik ist einfach nur genial und ich halte das 8850 immer noch für eins der schönsten Handys aller Zeiten. Es ist nicht nur einfach ein Handy, es ist schon fast ein Kunstwerk - die Form, das Design und die Kombination hochwertiger Materialien lassen in fast jedem Begeisterung aufkommen! In diesen kleinen Silberling verlieben sich selbst Menschen, für die ein Mobiltelefon sonst nur einen einen profanen Gebrauchsgegenstand darstellt.
    Das Gehäuse besteht aus Metall (eine Aluminium-Magnesium-Legierung) und sehr hochwertigem schwarzen Kunststoff, die Tasten sind aus verchromtem hartgummiähnlichem Kunststoff. Klappe und Oberteil sind aus Stabiliäts- und Gewichtsgründen unter der Metallschale aus Kunststoff, während der Akkudeckel aus einem geformten Blech ohne Kunststoffunterlage besteht. Das Gehäuse ist wunderschön und fühlt sich wegen des Metalls auch fantastisch kühl an - man sollte sein 8850 aber nicht fallen lassen, da sonst sehr leicht hässliche Beulen auftreten. Ebenso sollte man darauf achten, den Akkudeckel absolut gerade aufzuschieben, da er sonst ebenfalls verbeult.
    Die Chromapplikationen setzen sich übrigens bis ins Akkufach fort - auch hier glänzt und spiegelt alles, so dass man regelmäßig die Fingerabdrücke wegpolieren muss!
    Auch wenn das 8850 ein durchaus robustes Handy ist, sollte man es nicht zu rabiat behandeln - die Optik ist beim 8850 einfach die Haupsache und sollte nicht zu sehr leiden.


    Verarbeitung:

    Die Verarbeitung des 8850 ist mit der des 8210 nicht zu vergleichen, da es um einiges stabiler und hochwertiger wirkt! Währenend das 8210 an allen Ecken und Enden scheppert, klappert beim 8850 nur ganz leise die Lautstärketaste. Dies hätte man auch noch beseitigen könne, aber immerhin.


    Abmessungen und Gewicht:

    Das 8850 ist etwas dicker als das 8210 (was im unteren Teil durch die Klappe bedingt ist), dafür aber 1,5 mm kürzer. Durch das Metallgehäuse ist es 12 g schwerer.
    Hier die Absolutwerte:
    8850: 100 x 44 x 18mm , 91 g
    8210: 101,5 x 44,5 x 17,4 mm , 79 g

    Display:

    Das Display ist das altbekannte aus aus dem 8210 und von den Abmessungen und der Pixelzahl (84x48) ähnlich der 51er- und 61er-Serie. Es ist also nicht besonders groß und auch nicht allzu hochauflösend; zumindest für heutige Maßstäbe.
    Eine Besonderheit ist die Beleuchtung: sie wird zwar immer als "blau" beschrieben, ist aber in Wirklichkeit weiß. Die weißen LEDs geben dem Display-Hintergrund allerdings eine bläulich-graue Farbe. Nokia nennt den Farbton "Ozon" und hat ihn nun in ähnlicher Weise auch im neuen 9210 und 8310 verwendet. In verschiedenen Bauserien treten übrigens gewisse Variationen der Beleuchtungsfarbe auf: das Display meines 8850 wirkt wie gesagt bläulich-grau, bei einem zweiten, dass ich zwischenzeitlich hatte, tendierte die Farbe mehr in Richtung "Babyblau" - es gibt ebenfalls Modelle, deren Beleuchtung einen leichten Violett-Stich besitzt.
    Ein etwas unschöner Nebeneffekt ist die Tatsache, dass man durch diese Beleuchtung jeden Fingerabdruck auf der Scheibe sieht, so dass das Display immer "zugeschmuddelt" wirkt, sofern man nicht dauernd darüberwischt.
    Ein weiterer Unterschied zum 8210 ist die Anordnung der LEDs: das 8210 hat links und rechts je 3 LEDs, das 8850 zwei links, zwei rechts und zwei oben.
    Die Displayausfälle, eine Kinderkrankheit der 8000er, treten beim 8850 durch die größere Stabilität des Gehäuses normalerweise viel seltener auf als beim 8210 - ich hatte allerdings das Pech, dass mein neues 8850 von Anfang an diesbezügliche Probleme hatte, so dass ich das Display austauschen lassen musste. Inzwischen war es deswegen schon ein zweites Mal beim NSC.


    Ausstattung:

    Im Erscheinungsjahr '99 war die Ausstattung schwer zu übertreffen, heute ist sie nur noch Durchschnitt.
    250 Speicherplätze im Gerät, Texteingabehilfe T9, Bildmitteilungen, Kalender, Infrarotschnittstelle, integriertes Modem, 4 Spiele etc. - soviel bot damals kein anderes Handy, schon gar nicht auf so kleinen Raum. Der anspruchsvolle User von heute wird evtl. einen SMS-Speicher, WAP, schnelle Datendienste, TriBand etc. vermissen; zum Telefonieren und SMSen eignet sich das 8850 aber immer noch wunderbar.


    Standby- & Gesprächszeit:

    Diese beiden Werte sind bei der 8er-Reihe nicht so der Hammer: als maximale Standby-Zeit sind 150h, als maximale Talktime 3h20 angegeben.
    Da man ja aber in unseren Breiten meist eine Steckdose in der Nähe hat, ist dies nicht allzu tragisch - der LiIon-Akku kann ja auch immer geladen werden.


    Menüführung & Bedienung:

    Kennt man ein Nokia, kennt man alle: auch im 8850 findet sich die klassische Menüführung. Beim 8850 (und 8890) wurden übrigens erstmals die animierten Menü-Grafiken verwendet. Während das Menü bei den neuen Modellen inzwischen etwas überladen und unübersichtlich wirkt, so ist sie hier noch eine der besten, die man sich wünschen kann!

    Für diejenigen, die auch das 8210 nicht kennen (gibt's sowas? ), hier eine kurze Auflistung der Menüpunkte:

    1. Mitteilungen
    2. Anruflisten
    3. Profile
    4. Einstellungen
    5. Rufumleitungen
    6. Spiele (Pairs, Snake I, Logic, Rotation)
    7. Rechner
    8. Kalender
    9. Infrarot
    10. Dienste

    Verwendet man eine SIM-Karte mit Application Toolkit, tritt noch ein 11. Menüpunkt dafür hinzu.

    Die Bedienung ist eine etwas heikle Angelegenheit, da die Tasten wirklich winzig sind und man bei den Tasten der untersten Reihe zwangsläufig mit den Ecken der Klappe ins Gehege kommt. Ich habe für einen Mann eher kleine Hände und komme nach etwas Übung gut mit dem 8850 zurecht - größere Männerpranken werden aber definitiv Schwierigkeiten bekommen.


    Empfang, Sprachqualität:

    Der Empfang des 8850 ist nicht so schlecht wie sein Ruf - zumindest sind das meine Erfahrungen. Ich nutze das Telefon überwiegend mit E-Plus und halte mich meistens im gut versorgten Stadtbereich auf; ich kann mich nicht beklagen. Im D-Netz schwächelt es allerdings ab und zu ein wenig, auch wenn ich noch keine Gesprächsabbrüche hatte. Bei Ausflügen "in die Pampa" wäre das 8850 sowieso nicht das Gerät, das ich mitnehmen würde
    Die Gesprächsqualität ist gut, es gibt allerdings nicht wenige Handys die in dieser Hinsicht besser sind. Etwas schade finde ich, dass die Maximallautstärke des Hörers deutlich geringer ausfällt als die des Schwestermodells 8210.


    Fazit:

    Auf die Frage, ob ich das 8850 für empfehlenswert erachte, kann ich mit einem klaren "Jein" antworten! ;o)
    Es gibt heutzutage Mengen an billigeren und besser ausgestatteten Handys und die Business-Funktionen des 8850 sind nicht mehr ganz zeitgemäß. Das 8210 bietet die gleichen Funktionen, ist aber deutlich billiger, die Bedienung ist nur mit kleinen Händen gut zu bewerkstelligen.
    Die Vernunft rät also klar vom Kauf des 8850 ab.
    Andererseits ist das 8850 jetzt schon ein Klassiker und ein Gerät, dass gewiss nicht in jeder zweiten Tasche steckt. Designbegeisterte und Individualisten, die auf komplette Business-Funktionalität verzichten können, sollten sich das 8850 evtl. mal näher anschauen, zumal die Preise nun in erschwinglichere Dimensionen gefallen sind.
    Ich als Sammler und Freak werde mein 8850 jedenfalls nicht mehr hergeben, denn trotz einiger Nachteile ist es das schönste Zweit- und "Ausgeh-Handy", dass ich mir vorstellen kann.


    Liebe Grüße,

    Mooney

  • #2
    Link zum Original-Thread
    "Multiple exclamation marks, he went on, shaking his head, are a sure sign of a diseased mind."
    Terry Pratchett

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