Der Corona-Thread (Einkauf heute bei Aldi)

  • Genau das ist doch das Problem.

    Wenn man sich die Situation anschaut, kann ich persönlich jemanden aus Mecklenburg-Vorpommern oder aus Sachsen-Anhalt genauso verstehen, wie jemanden, der in einer vergleichbaren bevölkerungsarmen geografischen Struktur lebt. Dort ist die Situation (noch) kaum sichtbar. Ich denke, dass sich die Umfragen noch verändern werden, wenn plötzlich vielen aktuellen Kritikern schlagartig bewusst wird, dass die Versorgungslage bei den Hausärzten und Krankenhäusern in Wohnnähe schlechter geworden ist oder die Auslastungszahlen steigen, wenn Zahlen weiter so dynamisch anziehen. Oder wenn Corona im Verwandten- und Bekanntenkreis sehr nahe kommt. Und dazu gesellt sich eine gewisse Politikverdrossenheit im Sinne von 'die da oben'. Ich kann mir vorstellen, dass gerade diese Personengruppe auch die erste sein wird, die dann die Politiker dafür kritisieren, wie schlecht das Krisenmanagement doch organisiert ist oder mit Blick auf die kommende Zeit organisiert werden wird. Ohne sich dessen bewusst zu sein, dass es seit Jahrzehnten keine vergleichbare Lage gab. Da lacht man schnell über die anfänglichen Probleme der Söder-Teststationen (die es anderswo allerdings zu der Zeit nicht gab; da kann man auch locker aus der Hüfte schön blöd daherreden). Man kann das auch nicht mit der spanischen Grippe vergleichen, da die Zeiten damals ganze andere waren. Für die Politiker ist die aktuelle Situation auch komplett neu.


    Im März/April haben sich Leute teilweise nach Deutschland ausfliegen lassen. Im Sommer fuhren die Leute teilweise bewusst wieder in den Urlaub ('Ägypten oder Mallorca lasse ich mir durch Corona nicht nehmen, ich habe doch 500 EUR dafür ausgegeben.'), als gäbe es Corona gar nicht. 'Hier können Sie noch hinfahren', titelte eine große Boulevardzeitung wie zuletzt vor ein paar Tagen übrigens ähnlich: KEIN RISIKOGEBIET MEHR! - Welche Kanareninsel ist die richtige für mich? Da braucht man sich nicht wundern.


    Eigenverantwortung ist aus der Mode gekommen. Liberalismus wird heute nicht mehr als Chance zur Selbstverwirklichung betrachtet, sondern als Gefahr missverstanden. Weil die Leute zwar gerne alle Freiheiten von der Politik zugebilligt haben wollen (es dekadent als selbstverständlich betrachten), aber eine Eigenverantwortung scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Sobald es brennt, schreit man dann (doch wieder) nach dem Staat (den man vorher stark kritisiert hat) oder zeigt auf die Bessergestellten (die dann doch gerne den Geldbeutel für die eigene Risikoabmilderung aufmachen sollen). Dass diese Gruppe in der Regel für ihr höheres Einkommen hart gearbeitet und auf vieles während des Aufbaus verzichtet hat, wird schnell mal getilgt. Und dann kann man auch problemlos nach Ägypten fliegen. Sollen sich mal die anderen kümmern, wenn es schief läuft. Und das ist die gesellschaftliche Problem-Komponente, die im Moment auch wieder schonungslos aufgedeckt wird.

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  • Und dazu gesellt sich eine gewisse Politikverdrossenheit im Sinne von 'die da oben'.

    Den ersten Lockdown sollte es ursprünglich genau so wenig geben wie eine Maskenpflicht, und wurde dann doch hopplahopp eingeführt, was die Leute vor große Probleme stellte. Dann diese unsäglichen Auftritte von Merkel während des ersten Lockdowns, in dem sie im besten Stil einer Diktatorin postulierte, sie wolle über Lockerungen noch nicht mal reden. Als sich die Diskussionen darüber nicht mehr einfangen ließen bezeichnete sie das als "Lockerungsdiskussionsorgien". Das Demokratieverständnis das den Gebrauch eines solchen Wortes offenbart kann man nur erahnen. Dass sie als Kanzlerin in Gesundheitsfragen an und für sich gar nichts zu melden hat, wurde damals genau so unter den Tisch gekehrt wie heute. Auch ein zweiter Lockdown war angeblich nie geplant. Jetzt kommt als als "Lockdown Light" durch die Hintertüre. Und du wunderst dich über Politikverdrossenheit? Nicht wirklich, oder?

  • Und du wunderst dich über Politikverdrossenheit? Nicht wirklich, oder?

    Woraus leitest Du ab, dass ich mich über eine Politikverdrossenheit wundern würde?

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  • 1.)Dann diese unsäglichen Auftritte von Merkel während des ersten Lockdowns, in dem sie im besten Stil einer Diktatorin postulierte, sie wolle über Lockerungen noch nicht mal reden.


    2.)Als sich die Diskussionen darüber nicht mehr einfangen ließen bezeichnete sie das als "Lockerungsdiskussionsorgien". Das Demokratieverständnis das den Gebrauch eines solchen Wortes offenbart kann man nur erahnen.


    3.)Dass sie als Kanzlerin in Gesundheitsfragen an und für sich gar nichts zu melden hat, wurde damals genau so unter den Tisch gekehrt wie heute.

    1. Diktatorin in einem Satz und in Bezug auf A.M. finde ich schon sehr befremdlich.


    2. Weil die Maßnahmen erfolgreich waren und deren Erfolg nicht aufs Spiel gesetzt werden sollten. Man kann, wenn man möchte und es will natürlich etwas böses in das

    Wort hinein interpretieren,


    3. Die Richtlinien der Politik bestimmt die Kanzlerin


    Mir geht Corona auch auf den Geist. Der Lockdown hat auch genervt. Ich denke aber, das unsere Regierung insgesamt im Vergleich zu anderen Regierungen

    einen guten Job gemacht hat. Ich habe mich zu keiner Zeit in meinen Grundrechten verletzt gesehen, oder meiner Grundrechte beraubt gefühlt. Hier geht

    es nicht darum, die Menschen in diesem Land einzusperren und zu gängeln. Haben wir mal eine vergleichbare Situation in Deutschland gehabt ? Klar, einiges

    hätte man anders regeln oder lösen können. Hinterher ist man immer schlauer.

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    Wer hat das denn gewählt? Selbst schuld. Das kommt davon, wenn man den Protestwähler markiert und der großen Koalition den größtmöglichsten Raum gewährt. Da habe ich kein Mitleid. Die parlamentarische Kontrolle hat letztlich der Wähler abgeschafft – erst durch die verklärte Romantik, in der Mitte keine Mittelmäßigkeit erkennen zu wollen und dann, durch Protestwahlen paradoxerweise die Mitte nachhaltig zu stabilisieren bzw. zu stärken, weil die Wahrscheinlichkeiten von Koalitionen mit Ränder-Beteiligung nur von marginaler Natur sind. Und das übrigens auch tendenziell auf Landesregierungsebene.


    Aber lassen wir das mit der Politik. Da kommt nichts bei rum.

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  • 1. Diktatorin in einem Satz und in Bezug auf A.M. finde ich schon sehr befremdlich.

    Ich habe an keine Stelle behauptet dass sie eine ist, sondern nur dass mich ihr damaliges auftreten daran erinnert hat.

    2. Weil die Maßnahmen erfolgreich waren und diese nicht aufs Spiel gesetzt werden sollten. Man kann, wenn man möchte und es will natürlich etwas böses in das Wort hinein interpretieren,

    Entscheidungen der Regierung zu diskutieren und in Frage zu stellen ist essentiell für eine Demokratie. Wie man das positiv interpretieren will, dass jemand dies als "Orgie" disqualifiziert, dazu fehlt mir offen gesagt die Fantasie.

    3. Die Richtlinien der Politik bestimmt die Kanzlerin

    Sie bestimmt die Richtlinien der Bundespolitik. Die Corona-Maßnahmen sind aber Ländersache.


    https://www.n-tv.de/politik/Co…ache-article21804778.html

  • Frank73


    1. liest sich so nicht raus


    2. ich bleibe bei meiner Antwort


    3.Da habe ich Deine Antwort wohl missverstanden, glaube ich. Trotzdem..........

    Es ist nicht das Problem eines Bundeslandes sondern ein Problem das ganz Deutschland betrifft. Wir sind eine föderale Republik. Bund und Länder. Wir benötigen da eine Marschrichtung.Die entsprechenden Gesetze und Verordnungen wurden doch auch von den Ländern erlassen. Das haben A.M. und die jeweiligen Ministerpräsidentenso abgesprochen

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  • Leider zur Zeit ohne Parlamentarische überprüfung.

    Das/Die Parlament(e) haben doch einige Gesetzes/Verordnungsänderungen und (Nachtrags)Haushalte durchgewunken. Und niemand hält die Abgeordneten auf weiter Kontrollfunktionen oder Regelungskompetenzen auszuüben.

    Die Oppositionsfraktionen wie auch die Regierungsfraktionen haben ja jeweils ihre Möglichkeiten...

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