Big Data - Chance oder Risiko? Oder beides?

  • Hallo zusammen,


    die Mengen an Daten wachsen exponentiell.


    'Exponentielles Wachstum' ist ein Begriff, der uns oft bei Digitalisierungsthemen begleitet. Was bedeutet es?


    Zum Verständnis ein YouTube Video zur Schachspiellegende, bei der das exponentielle Wachstum erstmals verdeutlicht wird.



    Zurück zu Big Data. Wenn wir über Massendaten sprechen, dann reden wir von Datenmengen, die so groß sind, dass sie mit bisher bewährten Methoden nicht mehr ausgewertet werden können.


    Wikipedia beschreibt folgende Dimensionen des Big in der Namensgebung von Big Data:

    • volume (Umfang, Datenvolumen)
    • velocity (Geschwindigkeit, mit der die Datenmengen generiert und transferiert werden)
    • variety (Bandbreite der Datentypen und -quellen)
    • veracity (Echtheit von Daten)
    • value (unternehmerischer Marktwert)
    • validity (Sicherstellung der Datenqualität)

    Das die Bearbeitung von großen Daten schnell an seine Grenzen kommen kann, konnte man bereits mit der Einführung von Excel 2007 spüren. Erstmals unterstützte Excel in seinen Tabellenblättern 1.048.576 Zeilen mit 16.384 Spalten. Wenn man dann eine Copy & Paste-Aktion zufällig auf das komplette Arbeitsblatt übertrug und den Warnhinweis ignorierte, dann war Excel eine lange Zeit nicht mehr ansprechbar. Führte man unabsichtlich solche Exceltransaktionen auf einem Server aus, wo mehrer Computer angeschlossen waren, hatten dann auch Kollegen keinen so wirklichen Spaß daran.


    Jeden Tag fallen in verschiedenen Bereichen etliche Daten an und teilweise haben wir über diese Daten auch schon in anderen TT-Threads gesprochen: Kundendaten zum Einkaufsverhalten, Daten zu Bank- und Kreditkartentransaktionen, Kommunikationsdaten, Bewegungsmuster und Aktivitäts- und Nutzungsdaten aus Smartphones und Smartwatches, Navigationsdaten, Daten aus der Home Automation usw..


    Diese Daten sind natürlich für die Industrie und die Dienstleistungsbranche hochinteressant. Mit ihnen lassen sich Prozessketten optimieren, das Supply-Chain-Management (für die Anglizismen-Kritiker: Lieferketten-Management, Wikipedia dazu: „innerbetrieblich und entlang der Lieferkette auch zwischenbetrieblich die auf das Gesamtsystem ausgerichtete strategische Koordinierung zwischen den traditionellen Geschäftsfunktionen und den taktischen Entscheidungen zwischen diesen Geschäftsfunktionen mit dem Ziel der Verbesserung der langfristigen Leistungsfähigkeit der einzelnen Unternehmen und der Lieferkette als Ganzes“.) perfektionieren, Bedürfnisstrukturen entwicklen, feinere Zielgruppen herausarbeiten, Marketingstrategien darauf ausrichten, Produkte und Dienstleistungen optimieren bzw. auf feinschichtiger klassifizierte Zielgruppen anpassen.


    Je nach dem, aus welcher Perspektive man Big Data sehen möchte, ist es entweder eine große Chance für Wirtschaft und Wohlstandsteilhabe oder eine große Gefahr für den Datenschutz. Wie so oft: Beide Aspekte haben ihre Daseinsberechtigung.

    Forbes bereits in 04/2013: What Analytics And Big Data Can Learn From Lego


    Schaut man nach China, wurde dort 2014 beschlossen, Big Data zur Einführung eines Sozialscoring-Systems (Wiki) zu nutzen:


    Dazu eine in YouTube eingestellte Dokumentation von zdf.info 'Das überwachte Volk - Chinas Sozial-Kredit-System DOKU/DOKUMENTATION deutsch/german 2019 HD'



    Heise online dazu in einem Essay aus 01/2019:
    Big Data macht's auch nicht schlimmer - Immer aufdringlichere Überwachungstechnik könnte in China paradoxerweise die bürgerlichen Freiheiten stärken.


    Unser Datenschutz ist sehr streng ausgelegt. Manchmal bremst er aber auch Entwicklungen aus. Das mag vielleicht auch ein Grund dafür sein, weshalb es in Europa kein Apple, kein Facebook, also keine nennenswerten Technologiekonzerne gibt, die es mit den Großen der Branchen aufnehmen können. Da fällt mir nur SAP ein, allerdings macht das Unternehmen keine Produkte für den Endkunden.


    Big Data sorgt für Kontroversen.


    Welche Chancen und Risiken sind damit verbunden?

    Welche Berufsbilder werden zu Big Data entstehen?

    Welche technischen Aspekte können und sollten genutzt werden?

    Oder ist Big Data ein Irrweg und Small Data dagegen der bessere Weg (Dialogue Review aus 01/2019: Small data is the key to Lego’s success)?

    Welche Rolle hat der Datenschutz und wie soll er sich entwickeln?

    Ist der Datenschutz ein Grund dafür, weshalb wir keinen Techgiganten mehr in Europa haben, weil er zum Beispiel die 'horizontale Vernetzung' flankiert?

    Was meint Ihr?

    5 Mal editiert, zuletzt von derAL ()

  • derAL

    Hat den Titel des Themas von „Big Data - Chance oder Risiko?“ zu „Big Data - Chance oder Risiko? Oder beides?“ geändert.

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