'Lockdown diaries' - Wie habt Ihr die Zeit erlebt und was bewahrt Ihr Euch für die Zeit danach?

  • 18.03.2020 Fernsehansprache der Bundeskanzlerin Angela Merkel



    „Es ist ernst, nehmen sie es auch ernst“



    22.03.2020 Bund und Länder einigen sich auf strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen



    20.04.2020 Deutschland erwacht wieder langsam zum Leben. Einschränkungen werden gelockert




    Prolog:



    2020 wird sicherlich ein Jahr sein, das weder wir noch unsere Kinder jemals vergessen werden. Die Welt in Angst. Die Tage vor dem Lockdown, begleitet von den Bildern aus Krankenhäusern in Frankreich, Spanien und vor allem in Italien zeigten auf, dass der Mensch nicht der unumstrittene „Herrscher“ der Erde ist. Ein kleines Virus zwingt eine gesamten Planeten in die Knie und zwingt den Menschen sein Leben neu zu organisieren, persönlich und digital.



    Die Zeit des Lockdowns und auch die danach geht mit Herausforderungen einher.



    derAL hat in seinem Thread 'The new normal' unter Covid-19 eine Präsentation verlinkt, die sich mit den Gewohnheiten der Menschen vor und während der Corona-Krise befasst.



    Homeoffice, Homeschooling und Kinderbetreuung bestimmten den Alltag von Vielen.



    Dieser Thread soll als euer persönliches Tagebuch dienen für die Zeit während des Lockdowns und danach. Die nachfolgenden Fragen sollen euch als Anregung dienen. Sie sind selbstverständlich nicht abschließend und können nach eigenem Ermessen erweitert werden.



    - Habt Ihr während des Lockdowns öfter auf Streamingdienste zurückgegriffen?


    - Habt Ihr erstmalig einen Streamingdienst gebucht, oder um einen Anderen erweitert ?


    - Habt Ihr Euch in Foren neu angemeldet oder bei bestehenden Mitgliedschaften vermehrt engagiert ?


    - Habt Ihr anstatt zu telefonieren häufiger über einen Videochat kommuniziert ?


    - Habt Ihr den Eindruck gehabt technisch gut ausgestattet gewesen zu sein ?


    - Habt Ihr euer digitales Leben ausgebaut ?


    - Habt Ihr als „Bargeldliebhaber“ öfter oder ausschließlich digital gezahlt?


    - Habt Ihr vermehrt im Internet bestellt?


    - Habt Ihr aufgrund eurer Erfahrungen in dieser Zeit eine neue „digitale“ Einstellung ?



    und



    - Was von all Euren digitalen Veränderung ist heute noch da, oder aufgrund der eingetretenen „Normalisierung“ verschwunden ?


    - Wie waren Eure Erfahrungen mit dem Lockdown?


    - Was habt Ihr anders gemacht, welche positiven und welche negativen Erfahrungen habt Ihr durchlebt?


    - Was werdet Ihr ändern bzw. optimieren?




    Einmal editiert, zuletzt von miherbie ()

  • Homeoffice, Homeschooling und Kinderbetreuung bestimmten den Alltag von Vielen.

    Zuhause arbeiten ist als Arbeiter in der Metallbranche nicht möglich. Kinder habe ich keine.

    - Habt Ihr während des Lockdowns öfter auf Streamingdienste zurückgegriffen?

    Genau so oft wie vorher, also gar nicht.

    - Habt Ihr anstatt zu telefonieren häufiger über einen Videochat kommuniziert ?

    Nein. Ich liege bei Telefonaten die über die Bestellung beim Pizzaservice hinaus gehen gerne auf dem Sofa oder im Bett mit dem Bloutoth-Lautsprecher neben mir. Dabei die ganze Zeit ein Smartphone vor mich zu halten und in eine Kamera zu schauen ist mir zu stressig.

    - Habt Ihr den Eindruck gehabt technisch gut ausgestattet gewesen zu sein ?

    Nicht sonderlich gut, aber für meinen Bedarf ausreichend.

    - Habt Ihr als „Bargeldliebhaber“ öfter oder ausschließlich digital gezahlt?

    Definitiv öfters. Ausschließlich geht nicht da viele kleine Geschäfte meines Vertrauens keine Kartenzahlung akzeptieren.

    - Wie waren Eure Erfahrungen mit dem Lockdown?


    Ein Jahr vor dem Lockdown ist meine letzte Familienangehörige verstorben. Der Kontakt mit Leuten außerhalb der (nicht mehr existenten) Familie wurde durch den Lockdown auch unterbrochen, und durch die Kurzarbeit selbst der zu den Arbeitskollegen. Damit war ich faktisch sozial isoliert. Von den Einkommesverlusten durch die inzwischen monatelange Kurzarbeit und meinem Alkoholkonsum fange ich besser erst gar nicht an. Und was heißt hier überhaupt, wie "waren" eure Erfahrungen mit dem Lockdown? Wir haben immer noch einen Lockdown-Light, denn alles was in der Freizeit Spaß machte (Clubs, Konzerte, Partys, Schwimmbäder, Saunen) ist immer noch verboten oder nur sehr eingeschränkt möglich. Dann dieser permanente Daten-Streeptease der allen Ortens von einem verlangt wird, und als ob das nicht alles schon schlimm genug wäre meinte Drosten erst heute, die Pendemie ginge jetzt erst richtig los. Mit Verlaub, es nervt einfach nur noch.

    Einmal editiert, zuletzt von Frank73 ()

  • Als ob es das Virus interessiert ob man genervt ist - man sollte einfach keine Leute zu tausenden in Fußballstadien, ect. Setzen. Mir geht das HomeOffice auch auf den Zeiger, aber bis ein Impfstoff da ist muss man da halt durch.


    Schwimmbäder waren aber besser als die Jahre davor, nur konnte man es ich nicht leisten jeden Tag zu gehen - aber die besuche selbst klasse.

  • Frank73


    Danke für deine offenen Worte


    Jetzt ich


    Ich musste von meinem Arbeitgeber aus ab dem 18.03 bis Ende Mai ins Home Office


    Habt Ihr während des Lockdowns öfter auf Streamingdienste zurückgegriffen?

    Ja, definitiv. Irgendwie musste ich mir die Zeit vertreiben. Ich habe allerdings erst gegen Abend angefangen und mir meine Filme und Serien aufgeteilt, damit nicht zu schnell fertig werde.


    Habt Ihr erstmalig einen Streamingdienst gebucht, oder um einen Anderen erweitert ?

    Disney+ ist ja an den Start gegangen. Meine Kinder wollten es unbedingt haben. Deshalb habe ich jetzt neben Amazon Prime, Netflix, Sky (nur noch bis 10/20) auch Disney+ im Angebot. Ganz selbstlos war die Buchung des Abos allerdings nicht. Ich bin großer Star Wars Fan und habe mir The Mandalorian angeschaut😬


    Habt Ihr anstatt zu telefonieren häufiger über einen Videochat kommuniziert ?

    Auch dies kann ich mit Ja beantworten. Ich und meine Familie haben uns strikt an die anfänglichen Kontaktbeschränkungen gehalten. Meine Eltern gehören aufgrund ihres Alters zu einer Risikogruppe. Meine Kinder und ich haben öfter über Facetime mit meinen Eltern gesprochen. Ab und an habe ich auch mit Freunden per Video gesprochen. Ich finde es ganz praktisch.


    Habt Ihr den Eindruck gehabt technisch gut ausgestattet gewesen zu sein ?

    Absolut ausreichend


    Habt Ihr euer digitales Leben ausgebaut ?

    Das digitale Leben von meinen Kids musste aufgrund des Homes Schoolings ausgebaut werden. Sie haben zwar Handys und Konsolen, aber die sind dafür nicht geeignet. Also mussten wir sie digital ein bißchen aufpimpen.

    Habt Ihr als „Bargeldliebhaber“ öfter oder ausschließlich digital gezahlt?

    Ich habe schon vor Corona sehr häufig mit Apple Pay gezahlt.


    Habt Ihr vermehrt im Internet bestellt?

    Nein, gar nicht


    Wie waren Eure Erfahrungen mit dem Lockdown?

    Die ersten Tage des Lockdowns habe ich als sehr spooky erlebt. Fehlt nur noch eine Zombieapokalypse!. Wie ich oben schon erwähnte war ich ab dem 18.03 im Home Office. Das kann man mal für 1-2 Wochen machen, aber auf Dauer ist das absolut rein gar nicht mein Ding. Ich habe keine richtiges Arbeitszimmer, also habe ich im Wohnzimmer gearbeitet. Laptop, Monitor und meine Arbeit auf dem Tisch. Irgendwann war es nur noch lästig. Abends vorm Schlafen gehen war meine Arbeit das letzte was ich gesehen habe. Morgens das Erste🤢.


    Ich bin auch nur zum einkaufen raus, oder um meine Kids zu besuchen (bin geschieden). Das über mehrere Wochen ist mir tierisch auf den Sa.. gegangen. Meine Eltern konnte ich nicht besuchen und meine Freunde auch nicht ( die waren auch sehr konsequent)


    Erschreckend habe ich das Verhalten und den Umgang der Menschen in den Supermärkten erlebt. Ich bin oft kopfschüttelnd aus dem Supermarkt raus und dachte mir, das nicht nur die Infektionen exponentiell steigen sondern auch die Anzahl der Arschlöcher die unterwegs sind. Ich denke jeder hat da so seine Erfahrungen gemacht.


    Insgesamt denke ich, das Deutschland einiges richtig gemacht hat.


    Ich hoffe, dass das Thema Corona uns nicht wirklich über Jahre begleitet und es irgendwann ein Ende hat

  • miherbie, ich danke Dir für dieses interessante Thema.


    Anbei meine Lockdown Erfahrungen.

    Ich stufte frühzeitig die Wahrscheinlichkeit einer Lage-Verschlechterung hoch, auch weil ich diverse Tickermeldungen und Nachrichten verfolgte. Berufsbedingt habe ich mich mit der Risikoanalyse der Bundesregierung, 'Pandemie durch Virus Modi-SARS' (Drucksache 17/12051 aus 01/2013) auseinandergesetzt. Dort werden neben der Beschreibung des Szenarios auch Auswirkungen auf verschiedene Sektoren skizziert (z. B. Transport, Versorgungssysteme usw.). Und die Beschreibung war sehr nahe an der sich entwickelnden Situation dran.


    Um den Rosenmontag (24.02.) haben wir uns auf eine sich verändernde Situation eingestellt. Wir haben Lebensmittel-Vorräte und die des täglichen Bedarfs deutlich erhöht und Medikamente für einen längeren Bedarfszeitraum angepasst.


    Im Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis haben wir Empfehlungen ausgesprochen, ähnliche Überlegungen anzustrengen. Die Reaktionen waren gemischt. Die einen machten es uns gleich, die anderen belächelten eher den Sachverhalt.


    Auch standen wir zwischen dem 04.03. und dem 06.03. mit einer Kreuzfahrtgesellschaft wegen der Umbuchung einer Reise auf Kulanz in Kontakt, die am 09.03. mit einer Zwischenübernachtung in Norditalien und am 10.03. in Genua mit der Ausschiffung starten sollte. Am Freitag, unserem letzten Arbeitstag, konnten wir -nach einigem Hin und Her- am späten Nachmittag eine 'vergleichbare' Reise Dezember 2020 umbuchen, die dann am Montag bestätigt wurde.


    Unsere ersten Urlaubstage ab dem 03.03. verbrachten wir somit zu Hause. Wir erlebten dann die Einmündung in den Lockdown über die jeweiligen Live-Pressekonferenzen. Mit meinen Kollegen stimmte ich mich eng ab und bot an, bei Bedarf jederzeit vor Ort oder vom Home Office aus unterstützen zu können.


    Anfänglich war dort ein Schichtbetrieb mit abwechselnden Home Office und Präsenzzeiten geplant. Sehr schnell waren aber alle, die Home Office fähig waren, dauerhaft im Home Office. Auch wenn die Kollegen regelmäßig sagten, dass ich meinen Urlaub ruhig fortsetzen könne, habe ich für mich entschieden, meinen Urlaub abzubrechen und sie zu unterstützen. Den man spürt, wenn Kollegen einen brauchen, es sich aber irgendwie nicht zu sagen trauen.


    Das Haus habe ich aber dennoch nicht verlassen und ich arbeitete dann bis Anfang Juni nonstop zu Hause im Home Office. Ich habe ein vollausgestattetes Arbeitszimmer, so dass das für mich kein Problem war.


    Während dieser Zeit -wir waren ja schon gut bevorratet- haben wir nur zwei Mal vor Ort Lebensmittel nachgekauft. Zwei Großeinkäufe im Bioladen zu Zeiten, wo dort fast gar nichts los ist. Auch haben wir uns über mehrere Online Lebensmittel-Lieferservices regelmäßig nachbeliefern lassen. Und bestimmte Dinge über den Onlinehandel abgedeckt. Pakete für den Versand haben wir zum Beispiel abholen lassen.


    Seit Juni arbeite ich nun drei Tage (Mo-Mi) zu Hause und zwei Tage (Do-Fr) im Büro; wir stimmen uns flexibel im Team ab.


    Häufiger Videochat?

    Anfänglich ja, aber irgendwann sind wir wieder auf gewöhnliche Telefonate zurückgegangen.


    Mehr Streamingdienste?

    Ich greife grundsätzlich auf Streamingdienste zurück. Während des Lockdowns haben wir die Anzahl der Anbieter temporär ausgebaut oder spezielle 'Corona'-Angebote genutzt. Mehr genutzt haben wir sie nicht, aber die Auswahlmöglichkeiten dadurch erhöht.


    Waren wir technisch gut ausgestattet?

    Von der technischen Ausstattung betrachtet ja; wir waren jedoch nicht darauf vorbereitet, dass wir plötzlich zwei Arbeitszimmer gleichzeitig benötigten (auch aufgrund der Vertraulichkeitsstufen unserer Tätigkeiten). Wir haben es so gelöst, dass wir in deutlich voneinander abgetrennten und geschlossenen Räumen arbeiteten, so dass wir die Anforderungen zum Umgang mit vertraulichen Informationen gewährleisten konnten. Und man traf sich -wie im Büro auch- dann und wann mal an der Kaffeemaschine, pausierte und kochte zusammen oder abwechselnd.


    Das digitale Leben ausgebaut?

    Nein, wir lebten bereits vor Corona sehr digital. Unseren Internetbandbreite haben wir vor ein paar Tagen deutlich ausgebaut. Das hatte mit Corona nur insoweit zu tun, als dass der ursprüngliche Umsetzungstermin vom Anbieter corona-bedingt verschoben wurde.


    Bargeld?

    Ich zahlte schon immer häufig mit Karten und seit Einführung mit Apple Pay. Es war aber das erste Mal, dass zwischen den Bargeldabhebungen eine große zeitliche Spanne entstand (bei mir waren das zuletzt am 28.02.2020 290 EUR und dann erst wieder am 22.06.2020 380 EUR). Seit Februar 2020 hob ich bis heute nur fünf (!) Mal Bargeld ab.


    Viel im Internet bestellt?

    Wie oben erwähnt haben wir sehr viele Lebensmittel, Waren und Dienstleistungen online organisiert.


    Wie waren meine Erfahrungen?

    Die ersten zwei Wochen dachte ich viel nach. Wie wir die Lage beurteilt haben, was dann geschehen ist und so weiter. Und natürlich bewertet man die Situation als Mitglied der Risikogruppe etwas anders.


    Man kann die Dinge aber auch ein Stück weit positiv bewerten.


    Wenn man nach 18 Jahren Beziehung wochenlang nonstop zusammen gemeinsam in der Wohnung miteinander verbringen kann und dabei trotzdem kein Unmut aufkommt, dann ist das doch ein sehr schöne Erfahrung, oder? :)


    Die Situation führte auch zu einer gewissen Entschleunigung der gewohnten Taktraten und bot mehr Zeit und Muse für eine gewisse innere Einkehr. Natürlich haben wir noch viel viel mehr aus dem Home Office gearbeitet als für gewöhnlich im Office. Aber dennoch: Weniger Störungen, ein konzentrierteres Arbeiten teilweise (zu Beginn des Lockdowns) bis abends um 20 Uhr (mit Pausen), haben mich trotzdem weniger Stress empfinden lassen. Natürlich war während der ganzen Zeit ein sehr gutes Wetter; ich möchte nicht wissen, wie ich mich gefühlt hätte, wenn es nur Dauerregen gegeben hätte.


    Auch hat die Entfernung Nähe erzeugt. Die Krise hat mir gezeigt, in welchem großartigen Team ich doch arbeite und wie wir alle gemeinsam an einen Strang ziehen, unabhängig davon, ob wir vor Ort oder aus dem Home Office zusammenarbeiten. Keiner duckte sich weg oder stellte seinen Aufgaben in den Vordergrund. Wir hielten zusammen, halfen uns gegenseitig bei der Bewältigung der vielen auch zeitkritischen Aufgaben. Ich bin stolz auf unser Team und das ist ein großartiges Gefühl. Auch das wechselseitige Vertrauen zwischen den Mitarbeitern und den Führungskräften hat sich deutlich erhöht. Insgesamt war das vielleicht die beste Erfahrung, die man beruflich machen kann. Und wird insofern Auswirkungen haben, als dass die Zeit danach einen höheren Home Office Anteil zur Folge haben wird.


    Was mir missfällt ist -da bin ich bei miherbie-, wie die Menschen teilweise miteinander umgegangen sind und wie sie auch jetzt teilweise miteinander umgehen. Aus Erzählungen von Freunden, Bekannten und Kollegen, aus Berichterstattungen und aus eigenen Erlebnissen und Erfahrungen nach dem Lockdown bedauere ich es, wie rücksichtslos sich manche gegenüber Dritten verhalten.


    Und was unsere verschobene Reise im Dezember betrifft: Sie wurde diesmal von der Reisegesellschaft deutlich verändert bzw. wird wie umgebucht so nicht stattfinden. Seit März warten wir entweder auf die durch die Umbuchung entstandene Überzahlung bzw. durch unseren Rücktritt vor 1 1/2 Monaten auf die Rückerstattung des Reisepreises. Gott sei Dank haben wir auf eigene Initiative einen Teil des Reisepreises bereits selbst aktiv zurückholen können. Wir haben den noch abzuschließenden Fall (den Restbetrag von knapp 2,5 TEUR und ggf. weitere Ansprüche) nun einer versierten Rechtsanwältin für Reiserecht übertragen.


    Was bewahre ich mir bzw. wir uns?

    Die Entschleunigung, die Reflexion vieler Sichtweisen aber auch die vermehrte Reduktion auf das Wesentliche werden bei uns bestimmte Themen sicherlich nachhaltiger verschieben. Muss es unbedingt immer der große Reiseplan sein oder sind das mehrtägige Wandern in den Alpen, die kleine Wellnessauszeit im näheren Bereich oder die regionale Unternehmung nicht auch schön und erholsam? Muss es häufig ins Restaurant oder regelmäßig zum Fine Dining gehen oder werden wir zukünftig mehr selbst gemeinsam mit Freunden und mit guten Produkten kochen? Kaufen wir wieder Plastikbrot, weil es schnell gehen muss oder backen wir nicht häufiger in Ruhe selbst? Werden wir uns wieder in stressige berufliche Taktraten begeben oder werden wir es zukünftig anders handhaben? Diese Fragen sind da und sie werden nach einer gründlichen Bewertung für uns Konsequenzen haben. Aus dieser Perspektive betrachtet, kann etwas Ungutes auch sein Gutes mitbringen.

    11 Mal editiert, zuletzt von derAL ()

  • Entschleunigung, wirklich ich habe den Eindruck alle sagen sie hätten jetzt soviel Zeit und ich hatte mehr Stress als sonnst - welcher eh schon Zuviel war...

  • Von meiner Frau kenne ich die Homeofficeentschleunigung- seit März ist sie bis auf eine paar Tage nur noch im Homeoffice (und hat mein Arbeitszimmer übernommen ;)). Hat bis auf anfängliche IT Kapazitätsprobleme ihrer Firma beim Einbinden der vielen Homeofficearbeiter gut geklappt. Auch nach Corona würde sie gerne weiter 80% Homeoffice machen, den Arbeitsweg mit regelmäßigem Stau am Nachmittag vermisst sie nicht.

    Mir selbst sind etliche Aufträge abhanden gekommen und ich war dieses Jahr noch öfter unterwegs zum Arbeiten- ganz konträr zur Homeofficeerfahrung von vielen.

    Und beim Thema Homeoffice zieht sich nach meiner Erfahrung ein echter Riß durch das Land: Ein fast schon sarkastischer Running-Gag bei z.B. Handwerkern oder Logistikern (oben war ja schon das produzierende Gewerbe vertreten) ist, dass man auch im Homeoffice arbeiten möchte. Und es wird gelästert/gemotzt auf „die da oben“ -ob nun Politiker, Firmenchefs oder auch nur die eigenen Führungskräfte.

    Aber bei den Firmen habe ich den Eindruck, dass viel versucht wird die Arbeitsfähigkeit zu erhalten, z.B. feste Arbeitsgruppen, damit eine Infektion/Quarantäne nicht gleich den ganzen Betrieb lahm legt. Führungskräfte ins Homeoffice damit nicht die komplette Führung auf einmal ausfallen kann etc. Einen Handwerksbetrieb kenne ich wo ein leitender Ingenieur ausgefallen ist, da stockt seit Monaten die Auftragsbearbeitung und Arbeitssteuerung. Und im Logistikbereich ist die Arbeitsbelastung dieses Jahr gestiegen. Wenn da jetzt z.B. in Bayern/Sachsen auch vermehrt Mitarbeiter ausfallen, könnte es vor Weihnachten dort noch deutlich merkbar werden, dass nicht mehr alles im Bereich der (Privatkunden)Zustellung reibungslos funktioniert.

    Na, mal schauen was jetzt diesen Winter noch kommt...

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