Glasfaserausbau - Warten auf den St. Nimmerleinstag - Privater Anbieter oder besser Telekom?

  • Ja, ist mir schon klar, dass der wesentliche Mechanismus nicht verstanden wird. Wird sich nicht ändern. Gebaut wird, was die Post für richtig hält und dann wird verwaltet und Michel hält die Planwirtschaft für Konkurrenz. Wir werden hier immer abhängig davon sein, dass uns jemand von außerhalb hilft. Wenn's gut läuft. Wenn's weniger gut läuft, wird Deutschland einfach abgehängt, und das ist noch nie gut ausgegangen.

  • Gestern noch gemeckert, heute hatte ich einen Zettel im Briefkasten, dass in den nächsten zwei Tagen in meiner Straße für Glasfaser gebaggert wird. Es handelt sich um eine kleine Nebenstraße, bei der die Breite nur für ein Auto ausreicht.


    Bin gespannt, werde mir erstmal einen anderen Parkplatz suchen müssen, da ich sonst nicht mehr auf mein Grundstück komme.

  • Kein Haus in Deutschland hat drei verschiedene Wasseranschlüsse oder drei verschiedene Stromanschlüsse, aber bei Glasfaser soll das normal sein?

    Normal wird es vermutlich nicht sein; die allermeisten Häuser werden maximal einen FTTH-Anschluss haben.

    Aber wenn jemand mehr als einen hat, warum nicht; wenn sich ein Investor dafür findet; gut für ihn.

    Es gibt ja auch Gemeinden mit mehr als einem Supermarkt, mehr als einer Tankstelle, mehr als einem Bankautomaten usw.

    Einmal editiert, zuletzt von geos ()

  • Es war ein Fehler, dass jeder Anbieter seine eigene Glasfaser verlegen darf. Besser ein Netz für ganz Deutschland und alle mieten sich dort ein. So wie jetzt, wird das Heilige Römische Reich Deutscher Nation im Glasfasernetz wiederbelebt - hunderte Klein- und Kleinstanbieter, die in ihrer Region natürlich das Monopol haben und die Preise so hoch setzen können wie sie wollen, weil es keine Konkurrenz gibt.

    Und wer soll dieses Netz bezahlen? Der Steuerzahler?


    Außerdem darf ich dran erinnern, dass das ab den 1980ern in Deutschland von der staatlichen Deutschen Bundespost ausgebaute Kabelnetz nie auch nur annähernd Flächendeckung erreicht hat. Auch da haben eben nur manche Haushalte/Gemeinden einen Kabelanschluss bekommen; andere durften weiter per Antenne (analog) max. drei Fernsehprogramme empfangen oder sich später selbst um eine Satellitenlösung bemühen.

    Auch der Aufbau des Stromnetzes hat in Deutschland Jahrzehnte gedauert, des Telefonnetzes übrigens auch.

  • Wer hat das Stromnetz bezahlt bzw. wem gehört es? Ich habe dort ganz unkompliziert die Möglichkeit, mir Strom von einem beliebigen Anbieter geben zu lassen. Der rechnet das mit dem Netzbetreiber ab. Nichts anderes soll es bei Glasfaser werden – jedenfalls keine Tarifmonopole.

    Software-Entwickler und Wanzenjäger – Samsung A40 – früher hier mal Seniorprofi gewesen

  • Nichts anderes soll es bei Glasfaser werden

    Das Stromnetz, dessen Kosten im kWh-Preis enthaltenen sind und zwar reguliert werden, aber in den letzten fünf Jahren um über 50% gestiegen sind (schonmal deine Stromrechnung genau gelesen?), möchtest du als gelungenes Vorbild darstellen?

  • Es gibt ja auch Gemeinden mit mehr als einem Supermarkt, mehr als einer Tankstelle, mehr als einem Bankautomaten usw.

    Dieser "Vergleich" hinkt natürlich gewaltig. Die Supermärkte, die Tankstellen und die Bankautomaten erreichen wir über die gemeinsam genutzten öffentlichen Wege und Straßen. Dort gehen wir hin, um etwas abzuholen. Deine Internet-Daten möchtest Du aber nicht an einem zentralen Ort "abholen", sondern Du möchtest, daß Dein Haus angeschlossen wird, damit die Daten direkt zu Hause ankommen. In Deinem Vergleich würde das bedeuten: Jede Bank müßte Wege und Straßen zwischen Deinem Wohnort und ihrem Bankautomaten bauen; analog für Supermärkte und Tankstellen.


    Das Stromnetz, dessen Kosten im kWh-Preis enthaltenen sind und zwar reguliert werden, aber in den letzten fünf Jahren um über 50% gestiegen sind (schonmal deine Stromrechnung genau gelesen?), möchtest du als gelungenes Vorbild darstellen?

    Unabhängig vom gewählten Modell muß der Kunde diese Kosten wohl tragen... Wer sollte es sonst bezahlen?

    Einmal editiert, zuletzt von uwest () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von uwest mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Es geht einerseits um Kosten und andererseits um Preise. Konkurrenz sorgt dafür, dass ein Anreiz besteht, kostengünstige Lösungen* zu finden, weil die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben vereinfacht gesagt der Gewinn ist. Konkurrenz sorgt auch dafür, dass Kostenvorteile an Kunden weitergegeben werden, weil das einen Wettbewerbsvorteil gibt. Dass man hier Grundlagen der Marktwirtschaft erklären muss, zeichnet ein wirklich düsteres Bild für dieses Land. Was ihr hier sagt ist in etwa "baut mal ein Glasfasernetz für alle, das müssen dann alle zahlen (wer sonst)". Und da kommt euch nicht der Gedanke, dass dieser Blankoscheck vielleicht eine blöde Idee ist?


    *) günstiges Preis-Leistungsverhältnis, nicht einfach billig

  • Dieser "Vergleich" hinkt natürlich gewaltig. Die Supermärkte, die Tankstellen und die Bankautomaten erreichen wir über die gemeinsam genutzten öffentlichen Wege und Straßen. Dort gehen wir hin, um etwas abzuholen.

    Man muss den Vergleich nicht allzu wörtlich nehmen. Es ging nur um den Aspekt, dass es viele Branchen gibt, in denen dem Konsumenten lokal mehrere Anbieter zur Verfügung stehen, weil mehrere Anbieter dort investiert haben, oder eben kein Anbieter, weil kein Anbieter die Investition für aussichtsreich hält.

  • Man muss den Vergleich nicht allzu wörtlich nehmen. Es ging nur um den Aspekt, dass es viele Branchen gibt, in denen dem Konsumenten lokal mehrere Anbieter zur Verfügung stehen, weil mehrere Anbieter dort investiert haben, oder eben kein Anbieter, weil kein Anbieter die Investition für aussichtsreich hält.

    Trotzdem: Die Anzahl der verschiedenen Supermärkte, Geldautomaten und Tankstellen ist für den Konsumenten nicht von Belang, da sie sich irgendwo im Ort und um den Ort verteilen. Aber möchte man von x Anbietern Stromleitungen, Wasserleitungen, Gasleitungen und Datenleitungen unterschiedlichster Art im Haus haben? Man müßte dann ja auch bei jedem Anbieterwechsel auf den richtigen Anschluß umschalten. Das geht einfacher...


    Was ihr hier sagt ist in etwa "baut mal ein Glasfasernetz für alle, das müssen dann alle zahlen (wer sonst)". Und da kommt euch nicht der Gedanke, dass dieser Blankoscheck vielleicht eine blöde Idee ist?

    Das hat schon in vielen Bereichen gut funktioniert. Und die vorhandenen Netze werden auch nicht von "allen" bezahlt, sondern von denjenigen, die die Netze nutzen.

    Einmal editiert, zuletzt von uwest () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von uwest mit diesem Beitrag zusammengefügt.

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