Ganz New Orleans wird komplett evakuiert...

  • Zitat

    Original geschrieben von raix
    Bei der Lage von New Orleans war die Situation doch nicht sooo unrealistisch.
    Imho hätten für diesen Fall Notfallpläne existieren müssen!


    Unrealistischer als ein großes Beben in Kalifornien, als ein Beben in Japan, als ein neuerlicher Terroranschlag? Glaubst du, es gibt Notfallpläne für Hamburg wenn das Atomkraftwerk Stade explodiert? Wenn ein Flugzeug auf FFM stürzt? Was ist heute schon noch unrealistisch?

  • Ich denke du musst die Sache doch etwas differenzierter betrachten.


    Der Hurrikan war lange vorher absehbar.
    Erdbeben lassen sich nicht vorhersagen.
    Terroranschläge ebenfalls nicht.
    Abstürze auch nicht.


    Und ich wette für das AKW existieren Notfallpläne :)

    Original geschrieben von bernbayer:
    "Eine Kampagne in ZUsammenhang mit Guttenberg kann man der Bild-Zeitung nicht vorwerfen."


  • Da magst du Recht haben, doch die Ausmaße konnte man nicht erahnen. Was wäre gewesen, wenn der Damm gehalten hätte? Wie gesagt, im nachinein ist es immer einfach zu sagen, was hätte getan werden müssen. Aber wir drehen uns im Kreis: Was hätte man denn noch tun sollen? Die Dämme innerhalb von 2 Tagen erhöhen?


    Wetten könnte ein Fehler sein, ich denke mal, du hoffst, dass es für die AKW einen Notfallplan gibt. ;)
    Ist nur die Frage, ob dieser Notfallplan auch die Evakuierung der Metropole Hamburg einschliesst - ach ja, die Regierung tut sich übrigens schon schwer damit, den unmittelbaren Anwohnern Jodtabletten zu verteilen. Ich bezweifel, dass innerhalb von 24h für die Einwohner Hamburgs 1,3Mio. Jodtabletten beschafft werden können....reine Hypothesen, ich weiss, aber wieder eine "was wäre wenn"-Frage.

  • Sicherlich drehen wir uns hier im Kreis.


    Wir sollten das an dieser Stelle einfach mal auf sich beruhen lassen, jeder hat da seine Meinung und gut.


    Die Jodtabletten sind sowieso so eine Sache, um die optimale Wirkung zu entfalten, sollten die 2H vor dem Supergau eingenommen werden :)



    Jetzt aber wieder BTT.

    Original geschrieben von bernbayer:
    "Eine Kampagne in ZUsammenhang mit Guttenberg kann man der Bild-Zeitung nicht vorwerfen."

  • autares


    Fehler, die in der Argumentation leider immer wieder gemacht werden:


    Du kannst nicht das Szenario von NO einfach 1:1 auf Deutschland übertragen und fragen wie man das hier geregelt hätte. Notfallplanungen müssen sich vernünftigerweise immer an den Dingen orientieren, die passieren könnten. Bei uns liegt keine Stadt unterhalb des Wasserspiegels, wir sind kein Erdbebengebiet - insofern müssen wir dafür auch keine speziellen Planungen haben. Für die Dinge, die hier passieren könnten gibt es Planungen (z. B. auch für Fälle radioaktiver Kontamination, man hat hier eben sehr wohl aus Tschernobyl gelernt) - im Gegensatz offenbar zu amerikanischen Städten. Das ist ein Unterschied.
    Ansonsten haben wird eine generell gute Struktur des Katastrophenschutzes, man würde also bei unvorbereiteten Situationen auf allgemeine Rettungsplanungen zurückgreifen können.


    In NO hat es 6-7 Tage gedauert bis eine großangelegte Rettung überhaupt anlief, geschweige denn die 2, 3 Tage Vorwarnzeit, die auch noch da waren.
    Ein großer Teil der Kritik geht ja nicht dahin daß das Ausmaß des Schadens logistisch nicht sofort im Griff war - das wäre überall so, keine Zivilschutzbehörde hat irgendwo eine Parallel-Stadt stehen, in die man alle Leute evakuieren kann. Aber wenn es 1 Woche dauert bis überhaupt irgendwas in Gang kommt und auch dabei noch die Frage ist inwiefern das überhaupt koordiniert ist - dann muß man schon fragen wie das sein kann.


    Man muß, auch das nochmal zur Richtigstellung, auch im Hinterkopf haben daß viele Bürger mit ihren Autos alleine aus NO geflüchtet sind. Man hatte also keineswegs mehr 500.000 Einwohner zu versorgen, sondern deutlich weniger.


    Ausländische Hilfe wurde sehr schnell angeboten, aber nicht angenommen - erst am Freitag hat man das OK zu Hilfslieferungen gegeben, da war die Katastrophe bereits fast 1 Woche alt.


    Chaos und logistische Überforderung sind vollkommen normal unter den gegebenen Umständen. Aber normal ist nicht wenn es an grundsätzlichen Plänen mangelt und man ganz unkoordiniert operative Hektik entfaltet, die aber nur punktuell greift anstatt als Gesamtkonzept aktiv wird.


    Dieses Problem, Raix hat es auch schon angeschnitten, wird auch bleiben: man hört davon daß NO allmählich wirklich evakuiert wurde - man hört aber nicht wohin die Leute gebracht wurden.
    Es würde mich nicht wundern wenn man das Chaos, in abgeschwächter Form, verlagert aber nicht möglichst aufgelöst hat. Wenn's blöd kommt hören wir in ein paar Tagen daß die chaotischen Zustände anderswo ebenfalls aufbrechen weil es nicht reicht Leute aus NO herauszuholen und anderswo zu "parken", die Menschen müssen möglichst schnell in organisierter Weise untergebracht werden.
    An entsprechende Notlager sollte man JETZT schon denken, nicht erst in ein paar Tagen oder Wochen, wenn das Problem sichtbar wird.


    Bzgl. der Erdbebengebiete: würde es dazu kommen und in LA ein ähnliches Chaos passieren müßte man ebenso kritisch fragen warum das passieren konnte. Die Erdbeben-Gefahr ist bekannt, es gibt Quoten, auf wieviele Tote wieviele Schwer- und Leichtverletzte sowie Unverletzte, die aber betreut werden müssen, zu erwarten sind.
    Sollte man anhand der Einwohnerzahlen nicht soviel Notfall-Logistik vorhalten daß man innerhalb eines akzeptablen Zeitfensters eine ausreichende Logistik anhand vorhandener Pläne und Vorbereitungen aufbauen kann müßte man dort genauso kritisch fragen warum es daran mangelt.


    Es müssen ja nicht alle Hilfsmittel "Gewehr bei Fuß" stehen, aber sie müssen innerhalb einer noch hinnehmbaren Frist dorthin geschafft werden können, so wie das THW, die Bundeswehr, Schnelleinsatzgruppen- und KatSchutz-Einheiten der Hilfsorganisationen, der Rettungszug der Bahn, Rettungshunde-Staffeln usw. auch innerhalb weniger Stunden einsatzbereit sind - teilweise weltweit - oder auch der Bundeswehr-MedEvac-Airbus nur wenige Stunden Umrüstzeit braucht.


    Den Amis fehlt's aber offenbar generell an Logistik und, noch schlimmer, einem grundsätzlichen Konzept.


    Zu Eschede: wer sagt Dir daß dort nichts geklappt hat? Es gab dort das anfänglich "normalübliche Chaos" einer unübersichtlichen Großschadenslage. Das ist unvermeidlich und normal. In dem Zuge wie Einsatzkräfte nachrückten wurde die Einsatzstelle aber strukturierter und "funktionierte" durchaus akzeptabel.
    Just in diesem Beispiel kann ich das nicht nur aus allgemeinem Gelabere heraus sagen, sondern weil ich Einblick in die Abläufe des Eschede-Unfalls hatte.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Bislang sind Opferzahlen ja nur sehr zurückhaltend bekannt gemacht worden, aber ich hab das Gefühl, dass durch die Folgen danach wie Wassermangel, Seuchen, Gewalt etc. mehr LÖeute sterben als durch den Hurricane oder die Fluten selbst


    Ich finde es sehr peinlich, wenn ein Mr Bush 5-6 Tage braucht um seinen Hintern in Bewegug zu setzen und dann vor Ort dann auch noch eine durchschaubare Show abzieht in Sachen Rettungsmassnahmen


    Ich könnte mir schon vorstellen, dass so mancher christlicher Fundi in den Südstaaten die Flut als Strafe Gottes für das Sündenbable sieht

  • Zitat

    Original geschrieben von Ayreon
    Ich könnte mir schon vorstellen, dass so mancher christlicher Fundi in den Südstaaten die Flut als Strafe Gottes für das Sündenbable sieht


    War mir beim ersten durchlesen nicht sicher, ob ich weinen oder lachen soll:
    http://www.n-tv.de/575583.html


    cheers,
    autares

  • Zitat

    Original geschrieben von autares
    War mir beim ersten durchlesen nicht sicher, ob ich weinen oder lachen soll:
    http://www.n-tv.de/575583.html


    cheers,
    autares


    definitv weinen.
    Hier mal die "Highlights"

    Zitat

    Steve Lefemine, ein politisch aktiver Abtreibungsgegner aus South Carolina, will in dem Radarbild, das ein Wettersatellit während des Hurrikans über New Orleans schoss, die Konturen eines wenige Wochen alten Fötus ausgemacht haben. Absicht des Sturms sei die Zerstörung der fünf Abtreibungskliniken in der Stadt gewesen


    Zitat

    Michael Marcavage ... sah in "Katrina" die Rache für ein geplantes Homosexuellen-Fest in New Orleans. "Wir glauben, dass Gott das Wetter kontrolliert", sagte er der "Washington Post ". "Am Tag, als Bourbon Street und das französische Viertel überflutet wurden, wollten 125.000 Homosexuelle durch die Straßen in New Orleans ziehen - wir sehen darin einen Akt Gottes.


    Zitat

    "Gott hat Amerika angegriffen und die Gebete der Unterdrückten erhört


    usw. :eek:

  • Hallo


    Ganz interessant:


    Interaktive Karte hilft Hurrikan-Opfern


    Programmierer aus New Orleans versuchen derzeit, mit einer einfachen Landkarte Informationen für die Flüchtlinge aus dem Süden der USA bereitzustellen. Inzwischen ist es eine der am meisten besuchten Hurrikan-Sites.


    Die Idee des 24-jährigen Jonathan Mendez war einfach: Auf einer editierbaren Google-Karte im Internet kann jeder, der Informationen über den Verbleib von Verwandten oder Zerstörungen hat, Marker setzen und beschriften.




    Tausende Marker in wenigen Stunden
    Mendez stellte die Landkarte zusammen mit seinem Bekannten Greg Stoll die Karte vergangenen Mittwoch unter "www.scipionus.com" ins Internet. Nachdem er die Adresse in einigen Foren postete, setzten Flüchtlinge innerhalb nur weniger Stunden tausende kleiner Marker auf die Karte, berichtet der Fachdienst "Wired".


    So heißt es etwa bei einem Pin: "Ecke der 1077sten und Brewster: Viele Bäume umgefallen, aber keine größeren Schäden. Kein Strom und kein Telefon im Moment", ein anderer Marker ist beschriftet mit "ich suche nach Heintz Districk, den Chef der St. Bernhard Feuerwache; wenn sie Informationen haben, rufen sie bitte 832-435-6843 an".


    Mendez sagte, inzwischen sei das Feedback überwältigend. Viele Menschen hätten wichtige Informationen über die Zerstörungen in ihrer Nachbarschaft gefunden. "In einem Forum schrieb jemand, er hoffe, die Regierung werde so etwas künftig auch anbieten", so der Programmierer.


    Wenige Stunden Programmierarbeit
    Stoll sagte, er habe die Seite innerhalb weniger Stunden programmiert. Das einzige Problem sei, dass niemand die Richtigkeit der Informationen überprüfen könne. Einige Marker habe man bereits entfernen müssen, weil offenbar jemand damit nur herumgespielt habe.


    Mendez selbst hat die interaktive Karte bereits geholfen. Er habe herausgefunden, dass seine Nachbarschaft nicht unter Wasser stehe. Ob sein Haus noch steht wisse er aber noch nicht, sagt er.


    (N24.de, Netzeitung)


    Hier der Link:


    scipionus



    CU Hul

    Alt ist man dann, wenn man an der Vergangenheit
    mehr Freude hat als an der Zukunft.
    (John Knittel)

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