Österreich: Acht Milliarden Minuten mobil telefoniert

  • Der österreichische Mobilfunkmarkt ist nach starken Steigerungsraten in
    den vergangenen Jahren noch immer im Wachsen.


    Die Umsätze sind im Jahr 2001 im Vergleich zum Jahr 2000 von 1,8
    Milliarden Euro auf 2,19 Milliarden Euro gewachsen. Die Zahl der via
    Handy abgewickelten Verkehrsminuten stieg von 5,9 Milliarden auf 8,0
    Milliarden, geht aus dem aktuellen Kommunikationsbericht der Rundfunk-
    und Telekomregulierungs GmbH [RTR] für das Jahr 2001 hervor.


    Telefonieren via Handy ist 2001 erneut billiger geworden: Der Preis pro
    Minute sank im Schnitt von 0,31 Euro auf 0,27 Euro.


    Österreich Nummer zwei hinter Luxemburg
    Nach Einschätzung von Siemens Österreich werden 2002 in Österreich etwa
    2,5 Mio. Handys verkauft. Die Penetration auf dem Handymarkt steigt
    damit auf 87 Prozent. Österreich liegt damit im EU-Vergleich nur noch
    hinter Luxemburg.


    Festnetz mit fallenden Umsätzen
    Im Festnetzmarkt sind die Umsätze 2001 hingegen geschrumpft - von 1,90
    Milliarden auf 1,85 Milliarden Euro.
    Die Zahl der Verkehrsminuten stieg jedoch - auf Grund der verstärkten
    Internet-Nutzung - von 17,59 Milliarden auf 23,1 Milliarden, während
    der Preis pro Minute von 0,11 Euro auf 0,08 Euro sank.


    Seit Beginn der Liberalisierung 1998 hat die Anzahl der Verkehrsminuten
    bei leicht sinkenden Umsätzen um 130 Prozent zugenommen, die Preise pro
    Minute sind in diesem Zeitraum um 60 Prozent gesunken.


    Festnetz für Internet-Nutzung
    Obwohl 52 Prozent der Österreicher glauben, dass das Mobiltelefon schon
    bald wichtiger sein wird als das Festnetz, überlegen nur sieben
    Prozent, sich von ihrem Festnetzanschluss abzumelden. Entscheidend
    dafür ist der Internet-Zugang. 65 Prozent der Handybesitzer haben
    Zugriff aufs Internet. Über die Hälfte [51 Prozent] nutzt es über das
    Festnetz zu Hause.


    2001 war Beschwerde-Rekordjahr
    Einen neuen Rekordwert hat 2001 die Zahl der Beschwerden wegen erhöhter
    Telefonrechnungen erreicht.


    Während die Schlichtungsstelle der RTR im Jahr 1998 noch 412
    Beschwerden und 2000 insgesamt 894 Beschwerden bearbeitete, wurden 2001
    genau 1.418 Beschwerden eingebracht.


    In den meisten Fällen richteten sich die Beschwerden gegen einzelne
    Telefonrechnungen, die nach der Inanspruchnahme von kostenintensiven
    Mehrwertdiensten besonders hoch waren.


    Bei mehr als 40 Prozent der Beschwerdefälle konnte 2001 eine Einigung
    zwischen den Parteien hergestellt werden, in knapp 17 Prozent lag eine
    Beschwerde zu Unrecht vor. 51 Prozent der Beschwerden betrafen die
    Telekom Austria, danach folgten mit acht Prozent die Mobilkom Austria,
    mit sieben Prozent One und mit sechs Prozent Telekabel.


    Dialer-Unwesen
    Internet-Dialer, über die der Kunde unbemerkt über Mehrwert-Nummern
    [Vorwahl 09xx] mit dem Internet verbunden wird, haben 2001 bei einigen
    Kunden zu Monatsrechnungen von bis zu 8.000 Euro und bei der RTR zu
    zahlreichen Beschwerden geführt.


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