Streiks - veraltetes Modell?

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    Original geschrieben von Ma-Dai
    Mir würde es ja schon reichen, wenn er wenigstens auf die Argumente eingehende Stammtischparolen ablassen würde...

    Naja, das zeigt immerhin, wie einfach es Gewerkschaften haben, solche Leute einzufangen und vor ihren Karren zu spannen. ;)

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    Original geschrieben von Gag Halfrunt Denn darum geht es hier ja: Dass Leuten wie Wesselsky für ihren perfiden Machtkampf die Leute da draußen einfach scheißegal sind.


    Der Wesselsky macht, kurzfristig betrachtet, seinen Job sehr gut, denn er holt das Maximum an Geld für seine Gewerkschaftsmitglieder raus. Er führt den Bahnkonzern am Nasenring durch die Manege. Dasselbe betrifft auch sinngemäß die Piloten, Fluglotsen etc.


    Langfristig gesehen hat die Bevölkerung hoffentlich irgendwann die Nase voll davon, dass eine kleine Gruppe kaum austauschbarer Spezialisten alles lahmlegt, so dass hoffentlich bald eine gesetzliche Regelung dagegen geschaffen wird.

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    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    Ich habe den Eindruck, dass es den Gewerkschaften vornehmlich um die Rechtfertigung ihrer selbst geht. Der ganze Zirkus wird meines Erachtens nur veranstaltet, um neue Mitglieder zu werben und bestehende zu befriedigen.


    Was sonst macht eine Gewerkschaft, als ihre eigene finanzielle Situation zu optimieren? Auch die Bonzen und Angestellten dort wollen maximal verdienen, wie jeder andere auch.

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    Original geschrieben von Goyale
    Der Wesselsky macht, kurzfristig betrachtet, seinen Job sehr gut, denn er holt das Maximum an Geld für seine Gewerkschaftsmitglieder raus. Er führt den Bahnkonzern am Nasenring durch die Manege. Dasselbe betrifft auch sinngemäß die Piloten, Fluglotsen etc.


    Langfristig gesehen hat die Bevölkerung hoffentlich irgendwann die Nase voll davon, dass eine kleine Gruppe kaum austauschbarer Spezialisten alles lahmlegt, so dass hoffentlich bald eine gesetzliche Regelung dagegen geschaffen wird.


    Im Endeffekt macht er damit aber genau das gleiche, wie ein "Bonze da oben", der ein Unternehmen für eine kurzfristige Rendite / Dividende gnadenlos auspresst, nur um es danach abzuwickeln...

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    Original geschrieben von Goyale
    Der Wesselsky macht, kurzfristig betrachtet, seinen Job sehr gut, denn er holt das Maximum an Geld für seine Gewerkschaftsmitglieder raus. Er führt den Bahnkonzern am Nasenring durch die Manege. Dasselbe betrifft auch sinngemäß die Piloten, Fluglotsen etc.

    Gib dem Menschen Macht, und er wird sie missbrauchen.


    Ich finde es ja bezeichnend, dass dieses Vorgehen ja sogar von seinem Vorgänger Schell scharf kritisiert wurde.

    Zitat

    Langfristig gesehen hat die Bevölkerung hoffentlich irgendwann die Nase voll davon, dass eine kleine Gruppe kaum austauschbarer Spezialisten alles lahmlegt, so dass hoffentlich bald eine gesetzliche Regelung dagegen geschaffen wird.

    Dank des Streikrechts geht es ja noch nicht einmal um die Frage, ob jemand "kaum austauschbar" ist, da er ja nicht ausgetauscht werden darf.


    Einen Lokführer kannst du leicht ersetzen. Das Sicherheitspersonal sogar noch schneller. Bei Piloten und Fluglotsen sieht das schon anders aus. Da sind allein schon die körperlichen Voraussetzungen so hoch, dass es nicht viele Menschen gibt, die das leisten können. Von der langwierigen und kostspieligen Ausbildung mal ganz zu schweigen.

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    Original geschrieben von Ma-Dai
    Im Endeffekt macht er damit aber genau das gleiche, wie ein "Bonze da oben", der ein Unternehmen für eine kurzfristige Rendite / Dividende gnadenlos auspresst, nur um es danach abzuwickeln...


    100% Zustimmung. Aber das ist Wesselsky sowas von scheissegal, weil er sein Geld dann reinhat. Ob in 10 Jahren die Bahn massiv Jobs abbauen muss, weil wegen der Streiks viele Kunden abgewandert sind, interessiert ihn nicht die Bohne.

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    Original geschrieben von Ma-Dai
    Im Endeffekt macht er damit aber genau das gleiche, wie ein "Bonze da oben", der ein Unternehmen für eine kurzfristige Rendite / Dividende gnadenlos auspresst, nur um es danach abzuwickeln...

    Ja, das ist die Ironie dabei. Und das "dumme Volk" merkt es nicht, weil er ja schließlich für die "gute Sache" kämpft.


    Das ist halt so wie wenn Entwicklungshelfer in Afrika einen Brunnen bohren, der das Dorf dann schlagartig in eine blühende Oase verwandelt -- damit es dann ein paar Jahre später, wenn das Grundwasser aufgebraucht ist, noch schlimmer dran ist als vorher.


    "Gut gemeint" ist eben das Gegenteil von "gut gemacht".


    Aber sobald sich ein Arbeitnehmervertreter ja auch mit den Auswirkungen seiner Forderungen auf das Unternehmen beschäftigt, gilt er ja gleich als Verräter. Schließlich ist das Unternehmen, für das man arbeitet, der Feind.


    Ich frage mich da immer: Wenn ich meinen Arbeitgeber als "Feind" ansehe, warum arbeite ich für ihn?


    Schon ziemlich meschugge, oder?

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    Original geschrieben von Goyale
    100% Zustimmung. Aber das ist Wesselsky sowas von scheissegal, weil er sein Geld dann reinhat. Ob in 10 Jahren die Bahn massiv Jobs abbauen muss, weil wegen der Streiks viele Kunden abgewandert sind, interessiert ihn nicht die Bohne.

    Man könnte hier ja sogar eine Verschwörung wittern, dass er mit den Betreibern der Fernbusse unter einer Decke steckt. Denn die sind die Profiteure dieses Arbeitskampfs.

  • Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt Aber sobald sich ein Arbeitnehmervertreter ja auch mit den Auswirkungen seiner Forderungen auf das Unternehmen beschäftigt, gilt er ja gleich als Verräter. Schließlich ist das Unternehmen, für das man arbeitet, der Feind.


    Vom Arbeitnehmervertreter wird erwartet, dass er zeitnah für Verbesserungen für die AN sorgt. Was in 10 Jahren ist, interessiert keinen AN, auch viele dann nicht mehr in dem Betrieb arbeiten. Im Gegenteil: Der Arbeitnehmervertreter von damals ist dann der Held, weil es damals allen besser ging.


    Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt Ich frage mich da immer: Wenn ich meinen Arbeitgeber als "Feind" ansehe, warum arbeite ich für ihn?


    Weil ich für irgendeinen dieser Ausbeuter arbeiten muss, damit ich Geld verdiene. Und weil es keine fairen AG gibt, bei denen man arbeiten könnte ;) .

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    Weil ich für irgendeinen dieser Ausbeuter arbeiten muss, damit ich Geld verdiene. Und weil es keine fairen AG gibt ;) .

    Achso, richtig... Das sind ja immer "die da oben"... :rolleyes:


    Manchmal beneide ich die Menschen, die eine so eingeschränkte Wahrnehmung und klare Feindbilder haben. Damit muss es sich doch viel, viel einfacher leben, oder?

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