So, nun melde ich mich entgegen meiner Angewohnheit nur "mitzulesen" doch mal zu Wort.
Ich besitze seit gut einer Woche (vergangenen Freitag) ein N76.
Verschiedene Fragen, die hier durch Mutmassungen "beantwortet" werden, kann ich also sicher aufklären.
Zunächst zum Thema Material:
Alle schwarzen Gehäuse-Teile bestehen aus Kunststoff; was ja nichts Schlechtes sein muss - jedenfalls nicht kategorisch mit geringerer "Qualität", was immer damit auch exakt gemeint sein soll, verbunden werden kann. Kunststoffe haben ihre spezifischen Eigenschaften, ebenso Metalle oder Legierungen. Ihren Eigenschaften entprechend sinnvoll eingesetzt werden sollten sie halt.
Das Telefon besitzt eine ziemlich massive interne Rahmen-Struktur (zumindest in der Tastatur-Hälfte), die Bauteile und Gehäuseschalen trägt. Diese besteht aus - vermutlich - einer Magnesiumlegierung. Jedenfalls ein metallischer Werkstoff. Dieses Teil ist gleichzeitig der im geöffneten Zustand sichtbare chromfarbene Rahmen um die Tataturmatte. Hier also Metall. Aus gleichem Material bestehen mit ziemlicher Sicherheit auch die chromfarbenen Gehäuseelemente auf der Displayklappe und der Rückseite (und die Abdeckung des Kartenslots). Jedenfalls sieht's genauso aus, wenn man die Oberfläche abkratzt.
Was nun die "Qualität" allgemein angeht:
Also ich hab' bei Nokia (nach meinen zugegebenermassen begrenzten Erfahrungen mit moderneren Nokias; N80; N95) Schlimmeres erwartet. Die Zeiten, da Nokia noch Geräte mit der Oberflächenqualität z.B. eines 8210 baute sind halt lange vorbei.
Die Präzision der Oberflächen ist nach meiner Meinung eher bescheiden (wellig und deutlich sichtbare Form-Nähte, Spaltmasse...), wenn auch nicht katasrophal. Um das mal irgendwie relativierbar zu machen, würde ich sagen, dass die Motorola Razr Modelle eine deutlich höhere Präzisionsanmutung aufweisen. Ob die schwarzen Kunststoff-Teile nun zusätzlich lackiert, oder einfach nur möglichst glänzend ausgeformt sind kann ich leider nicht genau sagen, vermute aber eher zweiteres. Das Gerät ist im übrigen in der Realität deutlich weniger glänzend als die Bilder von Nokia vermitteln. Auch auf Bildern von (Vorserien-)Testern erschienen mir die schwarzen Teile glänzender. Es wäre jedoch nicht ungewöhnlich, wenn hier der Hersteller spezielle Exemplare ausgegeben hätte. Natürlich sind die Teile nicht matt, aber Klavierlack ist was anderes. Mir persönlich kommt dies jedoch eher entgegen. Richtig matt wäre mir noch lieber gewesen.
Mich persönlich freut auch, dass die Kunststoff-Gehäuseteile aus durchgefärbtem Kunststoff sind, so stören mich Kratzer nicht, und "Mattschmirgeln" geht auch. Besser als wenn unter der schönsten Hochglanz-Lackierung irgendein graubrauner Werkstoff zum Vorschein kommt.
Die Stabilität der Konstruktion ist bei meinem Gerät wesentlich besser als erwartet. Kein Knarzen, Klappern oder Wackeln. Auch die Klappe macht einen sehr soliden Eindruck. Schönes, mechanisches "Klack-Klack" beim Öffnen und Schliessen. Aber dies ist, wie alle anderen Qualitätseindrücke auch, natürlich eine subjektive Bewetung. Hier muss jeder selbst wissen, womit er zufrieden ist. Mir ist beispiesweise herzlich egal, wie ein SIM-Halter gestaltet ist.
Tastatur finde ich persönlich auch gut. Habe irgendwo gelesen, dass überhaupt kein Druckpunkt spürbar sein soll. Dies kann ich nicht bestätigen.
Nun aber zu einem ganz objektiven Mangel:
Chrom ist eigentlich eine ganz tolle Oberflächenbeschichtung. Ich glaube nur nicht, dass am N76 irgendetwas verchromt ist, sondern die Teile mit einem Chromlack, und dann einer Schicht Klarlack versehen worden sind. Aber wie auch immer, hier hat der feine Herr Ingenieur, der dies zu verantworten hat, in der Uni gepennt. Bereits am ersten Tag (!!!) der Benutzung zeigten sich erste Abplatzungen der Oberflächenbeschichtung seitlich an der Kante der Display-Klappe, wo ich die Angewohnheit habe mit dem Daumen zwischen die beiden Hälften zu gehen um das Gerät zu öffnen. Mit dem Daumen! Nicht mit dem Schlüsselbund!
Wo einmal der Anfang gemacht ist kann man nun ganz leicht mit dem Fingernagel die Oberflächenbeschichtung abschaben... Die platzt richtig schön weg. Null Haftung zwischen Basismaterial und Oberflächenbeschichtung. Das ist technisches Versagen auf ganzer Linie. Hallo Nokia, beschäftigt ihr irgendwo jemanden der sich damit auskennt? Mittlerweile, also nach einer Woche ist diese Kante auf ganzer Länge blank, ebenso die Ecke des Tastaturrahmens, wo mein Daumen beim Aufklappen entlanggleitet.
Ich persönlich wiederum mag's ja, wenn ein Gebrauchsgegenstand eine gewisse "Patina" entwickelt, aber ich denke ein großer Teil, der speziell von diesem Telefon angesprochenen Käufergruppe, sieht das ganz anders. Die meisten hätten am Ende wirklich gerne Klavierlack und Chrom.
Kurz noch zum Thema Kartenslot-Abdeckung:
Eine konstruktive Meisterleistung ist die natürlich nicht, aber man kann damit leben. Einige haben hier ja schon bemängelt, dass die Abdeckung nicht mehr sauber schliesst, wenn eine Karte eingesetzt ist. Kleiner Tipp: Versucht mal die Abdeckung nicht irgendwie gerade in Richtung Gehäuse zu schieben, sondern sie, äh... wie soll ich sagen, mehr so von schräg-oben, quasi "über" die Karte drüberzuschieben. Klingt komisch, hilft aber. Zumindest bei meinem Modell.
Über die Klangqualität des eingebauten "Klingelton"-Lautsprechers ist ja schon einiges gesagt worden. Für wesentlicher halte ich die Klangqualität des eingebauten "Hörer"-Lautsprechers. Die ist leider katastrophal. Man kann sich verständigen, aber das kratzig-scheppernde "Tuut", wenn's beim Angerufenen Klingelt, jagt einem Schauer über den Rücken.
So, nun hättet ihr gern Fotos, ist klar. Hab' leider keine Digitalkamera - nicht mal eine brauchbare Handy-Kamera zur Hand, weshalb ich euch Diese erstmal schuldig bleiben muss.
Bin auch niemandem böse, der mir kein Wort glaubt. 
Ach, und bitte überschüttet mich jetzt bitte nicht mit Fragen - gerade was Software oder Features angeht. Viele Funktionen habe ich noch nicht ausprobiert - und viele werde ich wohl auch nie ausprobieren. Fotos hab' ich auch noch keine gemacht, und auf die Idee mit meinem Telefon Musik zu hören bin ich auch noch nicht gekommen (die "Musik-Player"-Tasten auf der Display-Klappe sind trotzdem recht praktisch, da man mit ihnen auch beispielsweise eine empfangene SMS aufrufen, oder in den Kalender schauen kann). Was ich allerdings noch sagen kann, ist dass die Geschwindigkeit des Betriebssystems sensationell ist. Auch irgendwelche Probleme durch zuwenig RAM oder Software-Abstürze hatte ich noch nicht. Hier liegen wirklich Welten zwischen meinem N80 und dem N76. Beim N80 habe ich immer versucht die am häufigsten benutzten Programme offen zu lassen, da die Programmstartzeiten so lang waren. Kann man sich beim N76 sparen. Geht alles wie der Blitz auf.
Ich hoffe nicht allzu oberlehrerhaft gewesen zu sein, und Euch zumindest ein paar ganz brauchbare Informationen gegeben zu haben.
Grüße,
Peter