Zitat
Original geschrieben von autares
Die Frage ist doch: Wo ist der faire Wert von 1bl Öl?
Der Wert sollte sich eigentlich aus Angebot und Nachfrage ergeben. Dabei ist es eigentlich unerheblich, ob der faire Preis bei 30$ he Barrel oder 200$ je Barrel liegt, sofern es sich um einen fairen Preis handelt.
Kommt es nun zu Marktstörungen - sei es durch übermäßige Spekulation, durch Angebotsverknappung oder sonstwas - kommt es zu Preissteigerungen. Die Frage hierbei ist, wie schnell und wie stark diese Preissteigerungen ausfallen. Hast du z.B. einen Ausfall aller Förderkapazitäten der OPEC-Staaten wäre ein rasanter, steiler Preisanstieg nachvollziehbar. Wenn du dir jetzt den Chart anguckst und den steilen Anstieg siehst, ist die Frage, ob es dahinter einen fundamentalen Grund gibt. Auf lange Sicht gibt es den mit der zunehmenden Nachfrage aus China und Indien. Allerdings ist der Preisanstieg sehr rapide in sehr kurzer Zeit. Dies lässt den Schluss zu, dass es momentan zumindest nicht begründbar ist, dass Öl da steht, wo es steht. Auf lange Sicht - also der Preis, der sich aus Angebot und Nachfrage ergibt - können 120$ pro Barrel allerdings fair sein. Hätten wir einen langsamen, kontinuierlichen Anstieg zu dieser Marke gehabt, begleitet von entsprechenden fundamentalen Daten, wäre 120$ der faire Preis. Die rasante Preisentwicklung lässt aber den Schluss einer Blasenbildung zu und einer Abweichung des Preises von seinem fairen Wert.
Normaler Verlauf von Angebot und Nachfrage. Marktdaten zeigen eine erhöhte Nachfrage bei Öl bei gleichzeitig nicht steigenden Fördermengen -> der Preis steigt.
Das Problem das man momentan hat ist der von dir und vielen anderen hier genannten Run auf Öl und Rohstoffen an den Börsen.
Anders als in vielen anderen Bereichen des privaten Konsums oder sonst im Konsumentenmarkt gibt es eben keine Alternative. Jetzt werden viele mit Vorschlägen kommen (BioDiesel, Gas u.ä.), für die absolute Mehrheit ist das keine Alternative (die würde beträchtliche Kosten für einen Umbau oder Neu-Kauf mit sich bringen, die für viele einfach nicht tragbar wären).
Anders als bei Technik-Produkten oder den meisten Konsumgütern kann ich
a.) nicht einfach auf Alternativen umsteigen
oder
b.) ganz auf den Kauf verzichten
Ich kann mir keinen LCD-Fernseher kaufen? Kein Thema, warte ich einfach bis ich es kann. Aber 100KM pro Tag oder gar mehr kann ich weder mit dem ÖPNV (gleicher Preis oder teurer bei deutlich längeren Laufzeiten) oder anderen Alternativen hinter mich bringen.
Es ist, wie bei Lebensmitteln, die Hilflosigkeit, die einen wütend macht. Und das Multi-Milliarden Konzerne scheinbar Ihre neue Lust am testen vom Machbaren haben und eine neue Stufe der Gier erreicht haben.
Der Markt funktioniert nicht. Wer mir was anderes erzählen will verleugnet Tatsachen. Und auch wenn es angeblich keine Absprachen zwischen den Konzernen geben soll, so scheint man sich doch auf einen Konsens der "Wir haben immer die selben Preise" schweigend geeinigt zu haben.
Ein freier Markt scheint unter bestimmten Rahmenbedingungen (hier: ein bedeutender Rohstoff befindet sich in den Händen einiger weniger) nicht zu funktionieren. Diese Tatsache muss langsam akzeptiert werden.
Niemand hat etwas gegen Gewinne, und niemand will diese den Konzernen verbieten. Aber scheinbar scheint nicht alles in einem reinen, freien Markt handelbar sein. Diese Aussage versetzt viele "Marktteilnehmer", Wirtschaftswissenschaftler u.ä. involvierte Personen in Entsetzen. Die Kraft des freien Marktes und dessen Stellung als einzig wahre Lösung für Probleme des Handels mit Gütern/Dienstleistungen muss hinterfragt werden, zumindest in einigen Bereichen des Lebens.
Au revoir...