Beiträge von ElPresidente85

    Heute beim Conrad in Stuttgart mit CallNow Karten eingedeckt. Die Dame an der Information, wo man die Karten bekommt, hat mich zwar ein bisschen stutzig angeschaut, als ich ihr den gewünschten Guthabenbetrag genannt hatte, aber es hat letztlich problemlos funktioniert. Es waren dann keine Karten mehr verfügbar, d.h. wer dort welche holen möchte, sollte evtl. vorher telefonisch in der Filiale auf Verfügbarkeit prüfen.

    @ xecuta: grundsätzlich gut, wenn die Gutscheine doppelt verwendet werden können und der Kaufvertrag durch Conrad angenommen wurde. Die Frage ist halt, ob sie den Kaufvertrag nachträglich anfechten könnten, wenn die Mehrfachnutzung eigentlich ausgeschlossen wurde. Bin kein Jurist und meine BGB-Vorlesung liegt schon ein paar Jahre zurück ;-) Kennt sich da jemand besser aus?


    keynes7778: gleiches hab ich am Wochenende in Stuttgart vor. Kannst du berichten, ob es geklappt hat und wo du die CallNow Karten gekauft hast?

    Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Was ich mit dieser, zugegebenermaßen provokanten Fragestellung zeigen wollte, ist die Zunahme der Komplexität aller Angebote. Du beklagst (zu Recht) die Verklausulierungen in Mobilfunkverträgen. Im Gegensatz dazu deklarierst Du jedoch Angebote, bei denen Du persönlich die Tricks der Anbieter nicht siehst, als 'einfach vergleichbar'.


    Imho ist 'Cui bono?' heute schwerer zu beantworten als vor der Geburt der Preissuchmaschinen. Es verdienen immer mehr Markt-Teilnehmer an einem Produkt mit als früher - zum Nachteil des eigentlichen Wert-Schaffenden (aka Produzent, Dienstleister). Der Begriff B2C müsste vllt besser B2B2B2B2C heissen ;)


    Ganzheitlich betrachtet geb ich dir recht. Wenn man es aber NUR exklusiv aus der Perspektive des Otto-Normal-Verbrauchers sieht, ist es aber de facto in vielen Sparten einfacher geworden zu vergleichen. Was sich an Preispolitik dahinter verbirgt, ist wieder eine andere Sache. Für Kunden ist dies oft eine Blackbox, vor allem vor dem Hintergrund der zunehmenden Wertschöpfungsstufen, durch die jeder etwas vom Kuchen haben möchte. Du hast das mit dem B2B2B2B2C ja schon gut beschrieben. Es ist aber auch gerade die Kunst, in Vermarktungsprozessen Informationsassymmetrien ggü. Kunden aufzubauen ohne dass sich der Kunde dessen überhaupt bewusst ist.

    Zitat

    Original geschrieben von Gallium


    Was denn jetzt: Zu einfach oder zu komplex :confused:


    Sehe in den Aussagen nicht wirklich einen Widerspruch.


    Die Transparenz bezog sich ganz pauschal auf Produkte und Dienstleistungen der B2C-Märkte. Ausnahmen bestätigen die Regel.


    Die angesprochene Komplexität dagegen war speziell und davon abgesondert auf den Telco-Bereich und die Vertragsausgestaltungen darin gerichtet.

    Ich bin hier schon länger Mitleser und schaue auch ab und an auf der Krokofarm vorbei (man soll es mir verzeihen).


    Dieser Thread und insb. die Beiträge sind allerdings insofern von meinem Interesse, weil ich exakt die angesprochenen Mängel als Kunde selbst wahrnehme. Deshalb möchte ich kurz aufführen, was meine Eindrücke und Gedanken sind:


    Die Schnäppchenjagd ist zunehmend Mainstream geworden. Die "Geiz ist Geil" Mentalität kennt keine Grenzen mehr. Schnapper lösen auch Glücksgefühle aus und sind nunmal nicht nur ausschliesslich auf pekuniären "Erfolg" zu reduzieren, was sich durch wissenschaftliche Studien untermauern lässt. Mal davon abgesehen, dass unsere Steinzeitvorfahren auch ihr Überleben durch das Jagdverhalten sichern mussten, vermag ich diesbezüglich schon Parallelen zum modernen Zeitalter zu erkennen.


    Den Hauptgrund für diesen Trend mache ich an der stetig wachsenden, bequemen und schnellen Internetnutzung (auch mobil) in den letzten Jahren fest. Vor allem im E-Business ist durch die hohe Preistransparenz, die nebenbei bemerkt auch Größen wie Mediamarkt zu schaffen macht, und die daraus resultierende Möglichkeit zur einfachen Vergleichbarkeit, heute sogar jeder minder intelligente und untergebildete Mensch im Stande, Geld zu sparen und eine größere Konsumentenrente abzuschöpfen. Viel Know-how und Denkvermögen wird nicht mehr verlangt. Man erkennt dies am besten an der Entwicklung der Krokofarm. Eine wachsende Anzahl an Beiträgen weisen abenteuerlich anmutende orthographische Mängel auf, komplexere Angebote werden nicht verstanden und für cold empfunden, Eigeninitiative durch Recherche ist ein Fremdwort und man will alles auf dem Silbertablett serviert bekommen. Ich könnte endlos weitermachen, um die negative Entwicklung der Krokofarm beispielhaft für den Trend zu skizzieren. Fakt ist, der Communitygedanke der Krokofarm wird dadurch längerfristig auch zu Grabe getragen (was evtl. durch die Financial Power des Betreibers aufgefangen werden kann).


    Die Frage, warum der Umgangston auch im Internet und speziell ggü. Händlern rauher und rücksichtsloser geworden ist, sehe ich als spiegelbildliches Abbild der Realität fernab digitaler Welten. Fällt einem dort, ohne ein Weltuntergangsszenario aufwerfen zu wollen, diese Entwicklung nicht auch auf?! Sicher, das Schnelllebige macht uns heute ungeduldiger und rastloser, deshalb verdenke ich es auch vielen Leuten nicht, dass sie zB als Kunde ständig eine pfeilschnelle Antwort erwarten. Aber es entschuldigt nicht, dass Höflichkeit und Umgangsformen missachtet werden. Genau dies ist im anonymen Internet allerdings noch leichter und ohne schlechtes Gewissen machbar als im Realleben Angesicht zu Angesicht. Wenn man dort nämlich tatsächlich einem Menschen gegenübertritt und unterbewusst feststellen muss, dass dieser überraschenderweise auch eine Würde besitzt, hält man die Kraftausdrücke und Drohungen schon eher mal zurück als im Forum oder per Mail.


    Es wurde auch schon angesprochen, dass Kunden einen 24h Support zum Nulltarif erwarten. Dies hängt allgemein mit dem Wesen der Internetökonomie zusammen. Die Zahlungsbereitschaft für Dienstleistungen im WWW ist im Vergleich zum stationären Geschäft, in dem sich Vertragspartner mittel- oder unmittelbar physisch gegenüber stehen, signifikant schwächer ausgeprägt. Im Internet hat Beratung und Service nach wie vor kostenlos zu sein, so wie es einst mit MP3s begonnen hat. Die Kostenfaktoren eines Händlers sind vielen Kunden gar nicht bewusst.


    Kurz möchte ich noch speziell auf den Telekommunikationsbereich eingehen. Dass die Kunden gegenüber Anbietern dieses Wirtschaftszweigs historisch möglicherweise weniger Verständnis aufbringen und mehr Misstrauen besitzen, ist für mich nicht ganz zufällig. Zu, ich betone, früheren Zeiten musste man sich doch oft vor Fallen im Vertragswerk in Acht nehmen und es gab nicht selten Ärger mit Abbuchungen oder bei Kündigungen. Dies hat sich zweifellos gebessert. Dennoch hängt diese Wahrnehmung der Branche sicher noch nach. An wenigen Stellen mancher Anbieter ist das Vertragsdickicht immer noch so vorhanden, dass man als Kunde den Eindruck hat, es handelt sich um bewusste Irreführung. Ohne es als Laie näher beurteilen zu können, wäre ja evtl. durch die Komplexitätsreduktion für den Kunden ein möglicher Wettbewerbsvorteil für den Anbieter denkbar und die Serviceabteilungen könnten entlasten werden. Wahrscheinlich aber zu viel Träumerei...


    Sorry, dass es etwas unstrukturiert wirkt, aber diese Diskussion hat meine Aufmerksamkeit geweckt. Es ist zwar eher allgemein und gesellschaftskritisch gehalten und weniger auf TT gemünzt, aber ich hoffe, es ist nicht zu weit ausgeholt.


    ElPres