Beiträge von Dauerposter


    Bezüglich der Zulassungsvoraussetzungen kann ich dir nicht wirklich weiterhelfen, ist bei mir schon ein wenig her ;)


    Der NC war aber bei Jura noch nie so eine massive Hürde wie bei anderen klassischen Disziplinen (etwa bei Humanmedizin). Zudem dürften die Hochschulen mittlerweile wesentlich mehr Mitbestimmungsrechte haben bei der Kandidatenauswahl. Ich weiß gar nicht, ob die Zulassung aktuell noch über die ZVS läuft.


    Aber du solltest dir bei Jura vorab im Klaren sein, in welchem Bundesland du studieren möchtest und insbesondere darüber, in welchem du die beiden Staatsexamina ablegen willst. Es macht keinen Sinn, in NRW zu studieren und die EJS abzulegen, um dann im Referendariat nach Bayern zu wechseln, und dort in der ZJS zu scheitern ;)


    Jura ist wegen der beiden umfangreichen Examina auch ein steiniger Weg und man läuft Gefahr, erst relativ spät im Studium zu realisieren, dass einem die Materie nicht liegt. Ebenso sind die Durchfallquoten, besonders in der EJS je nach Bundesland enorm (EJS bis zu 40% eines Termins, ZJS meist zwischen 15 und 20% eines Termins!).


    Dabei ist auch die psychische Komponente von erheblichem Belang, da die Prüfungen meist en bloc laufen (ich hatte in der EJS 7 Klausuren a 5 Stunden, in der ZJS 11 Klausuren a 5 Stunden am Block mit Wochenden dazwischen zu bearbeiten). Da kann man im Kopf noch so fit sein, wenn man diese Belastungssituation vorher nicht ausreichend trainiert oder die Nerven während des Examens verliert geht die Sache relativ schnell den Bach runter...


    Zudem bekommt in Jura Prüfungsangst eine andere Dimension, da die EJS genau einmal wiederholt werden kann (Ausnahme: Erstversuch im Rahmen des Freischusses, was ein zügiges Studium voraussetzt) und die ZJS ebenso (Ausnahme: Erreichen eines bestimmten Mindesnotenschnittes knapp unter der Bestehensnote bzw. "Gnadenversuch" bei einem Härtefall).


    Wer also zweimal richtig danebenlangt hat ein ernsthaftes Problem und kommt nur durch Umwege im EU-Ausland noch zu einer Anerkennung als Volljurist in Deutschland.


    Will sagen: Jura ist hart (wenn auch lange nicht das härteste Studium), und auf keinen Fall ewtas für "nebenbei" oder "schauen wir mal, was ich später mal werden will".


    Zur Hierarchie: Die Zeiten, als du als Akademiker schnell den großen Zampano spielen konntest sind m.E. lange vorbei. Insbesondere als Rechtsreferendar (also meist mit einem Alter von 25-30 Jahren, als Akademiker mit abgeschlossenem Universitätsstudium und teilweise sogar schon Promovierter) wirst du vom Dienstherrn wie ein unmündiger 5. Klässler behandelt und darfst mit rund 1000€ netto im Monat zwei Jahre lang deinen Lebensunterhalt bestreiten.

    Was spricht gegen Jura?


    Ich habe bei dir mathematische Schwächen in Erinnerung aus diversen Threads hier, die werden sich in Jura garantiert nicht auswirken ;)


    Jura ist ein "duales" Studium: Die einen haben es mit den Büchern, dafür nicht im Kopf und kein Leben mehr. Die anderen haben es im Kopf, ansatzweise noch ein Leben, scheuen aber die Bücher ;)


    Im Ernst: In der Rechtswissenschaft kann man mit Logik, gutem Gedächtnis und scharfem Verstand für die Systematik bei vertretebarem Aufwand viel erreichen. Umgekehrt lassen sich (bis zu gewissen Notenstufen) Defizite in diesen Bereichen durch aufopfernden
    Arbeitseinsatz kompensieren. Man scheitert also nicht zwingend aufgrund seiner Veranlagung.