Anmerkungen zum GPS
Hi zusammen,
stehe (trotz aller negativer Postings oder gerade wegen denen) davor, mir das A780 zuzulegen. Mich interessiert besonders die Navigations-Applikation.
Dabei kamen mir folgende Punkte in den Sinn:
Ich bezweifle mal einfach so, daß A-GPS Anwendung findet. Imho handelt es sich um ein sog. Onboard-GPS-System. Onboard deshalb, weil sowohl Programm als auch Datenmaterial eben 'onboard' sind. GPS und nicht A-GPS deshalb, weil A-GPS (Assisted GPS) entweder auf einen terrestrischen Referenzsender oder Funkzellen-Standort-Informationen zugreifen können muß (http://de.wikipedia.org/wiki/A-GPS). Für beides gibt es keine Hinweise, letzteres wäre sogar vom Netzbetreiber und ggf. Provider abhängig und könnte Gebühren kosten.
Das bedeutet, daß daß die Genauigkeit der Standortbestimmung via GPS zwar etwas (unbeachtlich) ungenauer, langsamer und unter schlechten Bedingungen (Abschattung zum Satelliten, inhouse) ist, schont aber die Ressourcen des Handys und läuft völlig autark (und das ist das schöne daran) und kostenfrei (außer der wahlweise zuschaltbaren "Live"-Funktionalität, dazu unten mehr).
Um eine Frage dazu zu beantworten, die (viel) weiter vorne aufkam:
Terrestrische Straßennavigation basiert auf den in der Speicherkarte hinterlegten Karten. Wegen der hin und wieder auftretenden Meßungenauigkeiten des GPS-Empfängers gibt es bei der grafischen Darstellung ein Hilfsmittel, das sog. snapping, das die Anzeige des aktuellen Standorts und dessen intern-rechnerische Verarbeitung auf den (z.B. aufgrund vorheriger Auswertungen) aktuellen Straßenpfad "snapt" (eine Art Interpulation, sozusagen eine dienliche Anwendertäuschung). In den von Navtech in den Maps geflieferten Daten sind deshalb 'nur' die befahrbaren (ich glaube sogar, nur die motorisiert befahrbaren) Straßenpfade verzeichnet. Im Füßgängermodus ist deshalb die Gesamtminik nicht geeignet (Trampelpfade, Offroad, Fußgängerzone). Deshalb weist das A780 auch nur mit einem Vektorpfeil grafisch vom Standort zum Ziel, die reine Karte wird unterlegt und alles, was man beim Autofahren braucht, ist abgeschaltet. Schaltet man nicht in den Walker-Modus, snapt die Navi schlechtestenfalls irgendwo hin auf eine Staße und das Ergenis ist für den Fußgänger verwirrend und irreführend.
Motorola/ALK waren gut beraten, wenn sie diese erforderliche Umschaltung daran knüpfen (und abfragen) würden, ob das Handy im Car-Cradle steckt oder nicht bzw. wenigstens die Meldung "Sie befinden sich in einem nicht digitaliserten Bereich" ausgeben würde, wenn man als Walker in einem solchen unterwegs ist.
Eine andere Frage tauchte in Form von Kritik auf bzgl. der Preise für die Freischaltungscodes ergänzenden Kartenmaterials. Da können weder Motorola noch ALK etwas dafür, denn der Preistreiber ist Navtech. Mit Teleatlas
zusammen bilden die Herrschaften eine Art Monopol, das ihnen ermöglicht, jedweden Preis zu nehmen. Daß diese Geldmaschine ursprünglich aus Leistungen der öffentlichen Hand (Vermessungsämter usw.) entstand, insofern von uns bereits durch Steuergelder finanziert wurde, mag Thema für andere Foren sein. ALK wäre wäre gut beraten, hier mit dem Kartenlieferanten Lizenzen für die zeitweise Nutzung zusätzlicher Kartendaten (Urlaub, Auslandsgeschäftsreise) für seine Nutzer auszuhandeln.
Womit wir beim Thema laufende Kosten wären:
Die reine Straßen-Navigations-Applikation ist im Kaufpreis des A780 enthalten, ohne diese gibt es das A780 nicht, weil man ein Handy mit PIM-Funktionalitäten (Personal-Information-Manager) und Straßen-Navi (imho kein Smartphone, aber etwas dem sehr nahekommendes) kauft. Für andauernde (solange die Kartendaten nicht unerträglich inaktuell werden) automotive Navigation fallen also keinerlei laufende Kosten an (imho der Killer für alle anderen, teils unverschämt hoch kostenbewehrten Angebote, besonders weil demnächst auch andere Handy-Hersteller mit integrierten Onboard-GPS-Systemen nachziehen werden).
Nun gibt es aber von ALK eine wahlweise zuschaltbare "Live"-Funktion im A780,
die zur Standort-Verfolgung (tracking) und dem Nachrichtenaustausch (messaging) dient. Beim Tracking wird in wählbaren Zeitabständen und auf wählbare Dauer der Standort per GPRS an einen Server von ALK übertragen. Dort können die Daten nach Authorisierung des Handy-Eigners von Dritten via Internet abgefragt werden. Dies ist ein Teil der Spielwiese der sog. Telematik und wird z.B. in Flottenmanagement-Systemen seit Jahren angewandt.
Absolut neu (und hoffentlich andauernd, weil eine extrem mächtige Anwendung), überaus ungewöhnlich und kundenfreundlich ist, daß ALK dafür nichts verlangt.
Es fallen aber auf Seiten des Handy-SIMs die Kosten der GPRS-Verbindung für die Standortübermittlungen an: es muß eine GPRS-Internetverbindung stehen (zweckmäßigerweise innerhalb eines Volumen-Tarifs oder einer Flatrate).
Und eben das macht mir Kopfschmerzen (wie jemand weiter oben sehr richtig sagte, sieht man's erst bei ersten Handy-Rechnung!):
Ich hab' eine volle Nacht surfen hinter mir, um mich durch den Dschungel der Netzbetreiber-Tarife (und besonders den kleinen grauen Fußnoten) zu wühlen.
Datentarife mit 10- oder sogar 100 KB-Takten! Neuer Takt beginnt nach Verbindungsabbruch! Guthaben von Daten-Volumen-Tarifen (Zeittarife sind völlig ungeeignet) verfallen am Monatsende! usw.
Ich habe noch keinen Überblick, aber eins ist klar: hier liegt die Kostenfalle. Der Tarif muß für die zeitunabhängige Übertragung kleiner bzw. kleinster Datenmengen (tracking: Positionsdaten, messaging: etwa wie SMS) in regelmäßigen Abständen (imho sind alle 5 bis 10 Minuten sinnvoll) passen...
--> Kann mir da jemand einen Tipp geben?
Nur zwei Überlegungen:
Fahre durch einen vom Mobilnetz unversorgten Tunnel in der Stadt und ein neuer Daten-Takt muß bezahlt werden.
Du hast zum eMailen einen Tarif mit 100kB-Takt. Jetzt brauchst Du ein zweites SIM, das mit einem 1kB-Takt läuft (nur bei ePlus??!), sonst wird's besonders teuer.
Es grüßt Euch
edgar47