Beiträge von Jochen

    Ich habe das Glück, nicht in einer Großstadt zu wohnen und meide selbst unsere kleine Innenstadt mit dem Rad. Fahre eigentlich nur Sonntag morgens durch die "Stadt". Es nervt einfach, auch wegen der Verkehrsberuhigungshügel mitten auf der Strasse u.v.m.. Da ich reiner Hobbyfahrer und kein Pendler bin, kann ich es mir quasi aussuchen, wann und wo ich fahre.
    In meiner Gegend hier gibt es dafür unzählige Hügel, ganz ruhige Landstrassen mit tollen Aussichten und manchmal kann man eine halbe Stunde fahren, ohne einem Auto zu begegnen. Eher begegnet man anderen Radfahrern oder Traktoren etc..
    Auf meinem Weg zur Arbeit (bin bisher erst viermal mit dem Rad zur Arbeit gefahren, da ich dafür 1 1/2h brauche und mit dem Auto nur 25 Minuten) begegnen mir auf der Landstrasse dann aber leider auch oft LKW. Vom Kipplaster über Tanklastzüge ist alles dabei. Und wenn die einen überholen, ist das immer irgendwie ein mulmiges Gefühl. Das habe ich hier zum Glück so gut wie nie.

    Das Hauptproblem sind nicht irgendwelche vorhandenen oder nicht vorhandenen "Radwege".
    Das Problem ist das grundlegend fehlende Verständnis und eine gewisse Geisteshaltung des "Anti"- bzw. des "Euch gibt es gar nicht" von beiden Seiten. Und noch viel häufiger das Beharren auf dem eigenen Recht. Erst das führt zu wirklich gefährlichen und absolut vermeidbaren Situationen, jenseits jeglicher baulicher Gegebenheiten.
    Da ich beides bin, Autofahrer und Rennradfahrer, glaube ich, das einigermaßen beurteilen zu können.
    Es gibt Rennradfahrer, die aus sportlichen Gründen alles dem "Schnitt" opfern und alles und jeden, der diesen Schnitt gefährden könnte, als Übeltäter deklarieren.
    Mit anderen Worten: sie beharren auf Ihrem sog. bzw. vermeintlichen Recht.
    Genauso gibt es aber auch Autofahrer, die Radfahrer grundsätzlich als Hindernisse empfinden, die auf Strassen nichts, aber auch rein gar nichts zu suchen haben und sie daher schneiden usw. wo es nur geht.
    Dann wiederum gibt es sehr, sehr viele Autofahrer, die besonders schnellere Radfahrer überhaupt nicht einschätzen können. Sie sehen ein Fahrrad und verknüpfen damit vielleicht 10 km/h. Dass gerade Rennräder durchaus aber auch mal 30, 40 und sogar deutlich schneller sein können, ist ihnen überhaupt nicht bewusst. Hinzu kommt die typische Komponente der schmalen Silhouette, was auch Motorradfahrer nur allzu gut kennen.
    95% aller negativen Erlebnisse liessen sich durch mehr Geduld, Rücksicht und Verständnis problemlos von beiden Seiten von vorne herein vermeiden bzw. die potentiell von ihnen ausgehende Gefahr verringern.
    Aber da draussen sind von allen Seiten so viele Sturköppe unterwegs, dass man gerade als Radfahrer nichts anderes tun kann, als jederzeit mit einem solchen Verhalten von Autofahrern zu rechnen.


    Ein paar Beispiele:


    - meine Erfahrung ist, je näher ich am Seitenbegrenzungsstreifen fahre, desto enger fahren Autos an mir vorbei. Je näher ich am Seitenbegrenzungsstreifen fahre, desto weniger Raum bleibt mir, auszuweichen. Und in sehr, sehr vielen Fällen führt ein Ausweichen nach rechts jenseits des Streifens unweigerlich zum Sturz, was wiederum auch nicht ganz ungefährlich ist. Daher fahre ich grundsätzlich ca. 50cm links des Seitenbegrenzungsstreifens. Meine Erfahrung zeigt mir, dass mich Autofahrer dann ganz anders wahrnehmen und von vorneherein ein Ausweichen auf die Gegenspur einplanen und entsprechend langsamer fahren, warten und bei Gelegenheit ausscheren. Andernfalls brettern sie auf der rechten Spur mit meist weniger als 1m an mir vorbei, wobei ich dann vielleicht 20-35 fahre und sie gerne auch mal die erlaubten 70, 80 oder 100. In weniger als 1m Entfernung macht das nicht wirklich Spaß. Aber das ist Autofahrern nicht bewusst oder tw. sogar egal.


    - gerade bei Rechts vor Links, also Auto von Rechts, ich habe Vorfahrt, sehen einen Autofahrer wegen der A-Säule manchmal nicht oder sehr spät und/oder sie schätzen meine Geschwindigkeit völlig falsch ein. Das gleicht gilt bei von links einscherenden Autos, die mir sowieso Vorfahrt achten müssen. Hier halte ich früh und lange direkten Blickkontakt mit den Augen des Autofahrers, um zu sehen, ob er mich wahrnimmt und wie er sich verhält.


    - Strasse gabelt sich, als Radfahrer fahre ich gerade aus, Auto will hinter mir rechts abbiegen. Hier sind Autofahrer oft immer noch deutlich schneller unterwegs und es ist besonders schwer, hier nicht zwischen die Fronten der weiter fahrenden Autos und der abbiegenden Autos zu geraten


    - je leerer die Landstrasse, desto enger wird überholt.


    - Herdentrieb: überholt der erste eng, machen es die meisten hinter ihm ihm nach


    - das allergefährlichste ist Gegenverkehr auf der Landstrasse und überholen. Das können einige Autofahrer nicht einschätzen. Wenn dann der Gegenverkehr auch noch überholt, wird es ganz schnell ganz eng. Autofahrer können und/oder wollen oft nicht einmal für wenige Sekunden ihr Tempo drosseln und erst dann überholen, wenn die Situation weniger gefährlich ist. Nein, es "muss" oft noch auf den letzten Drücker und dann natürlich entsprechend schneller und enger der Radfahrer überholt werden.


    Wie gesagt, etwas mehr gegenseitiges Verständnis täte allen gut. Wir müssen uns die Strassen nun mal teilen und ich bin fest davon überzeugt, dass dies mit den genannten Voraussetzungen auch weitestgehend reibungslos vonstatten gehen kann.
    Wenn man nur will und ein paar Dinge versteht. Von beiden Seiten.

    Wie gesagt, Lewandowski ist mit Sicherheit ein Spitzenstürmer und sehr, sehr wichtig und wertvoll. Aber ein "ohne ihn ist die Mannschaft nur noch halb soviel wert", halte ich für arg übertrieben.

    Ich finde, Lewandowski wird überbewertet. Ganz im Ernst. 4 Tore gegen Real hin oder her. Er ist zweifelsohne ein großartiger Stürmer. Aber dass sein eventueller Fortgang den BVB vor derart große Probleme stellen wird, bezweifle ich. Da sind noch etliche andere, sehr gute Spieler im Kader. Selbst der Weggang von Götze kann meiner Meinung nach kompensiert werden.
    Da gab es schon ganz andere Beispiele in der Vergangenheit, wo sich durch den Wechsel 1 Spielers das halbe Mannschaftsgefüge in Luft auflöste. Ich sage nur Reus und Gladbach! Das ist bei Dortmund nicht der Fall. Da sind immer noch Schmelzer, Pisczek, Hummels, Subotic, Kehl, Blascykowski, Sahin u.v.m., die auch allesamt sehr fähige Leute sind und in der Mannschaft eine bedeutende Rolle spielen. So mancher BVB-Fan wird vielleicht noch den anderen hinzufügen; so gut kenne ich den BVB auch wieder nicht. ;)
    Genau deshalb finde ich solche Aussagen wie "Ohne Lewandowski ist die Mannschaft nur noch halb so viel wert." übertrieben. Ferner kann man von dem Geld auch einkaufen gehen und der BVB ist auch für Spieler aus dem Ausland nach 2 dt. Meisterschaften und 1 CL-Final-Teilnahme mit Sicherheit ein attraktiver Verein geworden.
    Ich sehe den BVB auch ohne Lewandowski definitiv wieder um die Meisterschaft mitspielen.