Beiträge von Jochen

    Zitat

    Original geschrieben von mostwanted
    Aber Tempo 120 macht müde, das find eich viel schlimmer. Man wird unaufmerksam.


    Wieso sollte das so sein?
    Ich bin gestern ca. 2h bis Köln 120 gefahren, da ich das Fahrrad auf dem AHK-Träger hinten drauf hatte und heute wieder so zurück. Ich fand das überhaupt nicht ermüdend.


    :confused:


    Es mag sein, dass schnelleres Fahren in dem Moment durch einen Adrenalin-Ausstoss weniger ermüdend wirkt. Ist es aber nicht. Merkt man nur oft eben erst hinterher. Und je jünger man ist, desto besser steckt man das weg, weshalb man vielleicht glaubt, schnelleres Fahren sei weniger anstrengend. Und weil einem das Adrenalin fehlt. Ist aber physiologisch eigentlich genau umgekehrt herum.

    Lord EX: entscheidend ist beim Vergleich Mégane mit 100kw gg. Passat mit 100kw berghoch das Drehmoment. Auf der Autobahn ist selbstverständlich ein Mégane mit 100kw völlig ausreichend motorisiert.
    So voll kannst Du einen Passat Variant nicht packen, dass Du mit dem 103kw-TDI nicht praktisch jederzeit (=Alltagssituationen, nicht wenn man damit auf die Rennstrecke fährt) mehr als ausreichend motorisiert wäre.
    Falls mich nun einer fragt, warum ich dann einen 125kw-TDI habe: weil er als das Modell besser aussieht und alles drin hat, was wir wollten und dennoch kaum mehr verbraucht (unter 0,5l).


    Boomer64: ich beziehe mich durchaus darauf oder vielmehr auf die gängige Durchschnittsgeschwindigkeit, die roundabout bei etwa 130 liegen dürfte.
    Wobei dabei natürlich LKW den Schnitt massiv nach unten ziehen, wenn man sie einbezieht, was man auch sollte.

    Es steht Dir auch frei, bei Vergleichen die Gemeinsamkeiten, die gemeint sind, ausser Acht zu lassen und die, die nicht gemeint sind, hervor zu heben. ;)


    Ich empfinde es übrigens auch nicht pauschal im Ausland angenehmer, Auto zu fahren. Schief und verkehrt läuft überall was. Es ist nur anders, aber nicht unbedingt besser.
    In Frankreich z.B. fallen mir dafür mehr Rechtespurverweigerer auf.
    Aber auch das kann natürlich rein subjektiver Wahrnehmung geschuldet sein.
    Die Tatsache, dass anderswo die Unfallzahlen oder auch die Zahl der Verkehrstoten höher ist, muss nicht zwangsläufig im niedrigeren Tempo zu suchen sein. Oder anders gesagt: vielleicht sollte man sich fragen, was dort noch so schief läuft, dass die Zahlen so hoch sind.
    Auf der anderen Seite frage ich mich, wieso wir nicht erstmal bei uns gucken und uns fragen, was man noch besser machen kann.
    Aber aus dem existierenden Tempolimit bei höheren Unfallzahlen in anderen Ländern zu schliessen, dass wir deshalb ruhig schneller fahren können, halte ich für gewagt.
    Jedenfalls kann man bestimmt nicht sagen, dass wir weniger Unfälle haben, weil wir schneller fahren dürfen.
    Ich halte es für wesentlich plausibler, dass das Risiko umso höher ist, desto schneller gefahren wird. Merkt doch schon jedes Kind, wenn es mal aufs Fahrrad steigt.
    Bin gespannt, was ein findiger User aus dem Vergleich jetzt wieder macht. Vielleicht, dass wir ja keine Kinder mehr sind und Fahrräder was für Weicheier oder so. ;)

    Zitat

    Original geschrieben von hottek
    Tempo 30, eine Geschwindigkeit die jedes Auto quält und zu hohen 8l Verbrauch zwingt


    Wieso das denn?
    Warum verbraucht ein Auto bei Tempo 30 8l?
    Tut keines unserer beiden Autos.
    Davon abgesehen, dass ich ein pauschales Tempo 30 in Städten, die nun mal mannigfaltiger sind als Autobahnen, nicht für unbedingt sinnvoll halte, bezweifle ich das mal, aus eigener Erfahrung.
    Ferner geht es dabei nicht ausschliesslich um ökologische Gründe, sondern mit Sicherheit um Selbige.
    Der Atomwaffenvergleich diente genau wie die beiden weiteren genannten, die leider übergangen wurden, dazu, zu zeigen, dass man nicht immer alles herausholen muss, was man hat. Und er sollte in Frage stellen, ob man überhaupt braucht, was man hat.
    Natürlich ist eine Atombombe per se gefährlich und ein Auto nicht. Aber wenn man das Argument nicht versteht, muss man natürlich alleine darauf hinweisen.
    Was ist "angenehm", was ist "vernünftig"?
    Für Dich mögen 160 angenehm sein. Für die, die z.B. 130 oder lansagmer fahren, was ausdrücklich erlaubt ist und damit umgehen müssen, dass häufig andere 160 und schneller fahren, ist das sicher nicht angenehm, sondern Stress. Und jetzt kommt mir bitte nicht mit "Wer damit nicht umgehen kann...".
    Vernünftig ist 160 insofern nicht, als es eben ein erhöhtes Risiko darstellt, einen höheren Verbrauch ebenso und es eben kaum Zeitgewinn verspricht.
    Vernünftig ist 160 allenfalls, wenn man, wie Du, die techn. Möglichkeiten unserer heutigen Autos heran zieht. Oder noch höhere Tempi.
    Ich finde 160 deshalb noch lange nicht total unvernünftig, aber mir gefällt dieser lapidare Unterton dabei irgendwie nicht. Man sollte vielleicht Geschwindigkeiten künftig lieber in Metern pro Sekunde ausdrücken, damit es einem klarer wird, worum es dabei geht.
    Du kannst ganz "vernünftig" 160 fahren ohne akute Gefahr, aber hinter der nächsten Kuppe steht ein LKW quer und Dir fehlen eben genau diese 50m, die Du in der 1 Sekunde, während der Du reagieren konntest, zurück gelegt hast.
    Genau um so etwas geht es.
    Klar, kann man das bis ewig runter spinnen und im Extremfall dürfen wir uns gar nicht mehr bewegen. ;)
    Die Frage ist, ob und wo man diese Grenze ansetzt.
    Die Tatsache, dass das in vielen Ländern so bei um die 120, 130 der Fall ist, zeigt, dass es wohl irgendwas damit auf sich haben muss.


    Mein Problem bei einem 160er-Limit ist, dass jedes Limit immer mal wieder leicht bis mittelmässig überschritten werden wird. Wenn man also ein 160er-Limit setzen wird und bei den bisherigen Kontrollen und Sanktionen bleibt, wird man de fakto praktisch keinen Unterschied zum Status Quo haben. Man könnte es, anders gesagt, also auch gleich bleiben lassen.


    Ich bin mit Sicherheit kein heftiger Verfechter des Tempolimits. Meinetwegen kann es auch so bleiben. Aber ich sehe ganz klare Argumente dafür und kann Argumente wie "Freie Fahrt für freie Bürger" irgendwie schwer nachvollziehen.
    Im Strassenverkehr sollte deutlich mehr Miteinander und Rücksicht gelten. Das wird aber alleine schon dadurch sehr schwer, dass es derartige Geschwindigkeitsunterschiede geben darf.

    Zitat

    Original geschrieben von hottek
    Soll wirklich die Zukunft so aussehen dass wir unsere technischen Meisterstücke bei 50% des möglichen betreiben?


    Nein, sie sollen noch wesentlich mehr als die 50% des Möglichen erreichen und zwar, was Spritersparnis angeht, nicht was Motorleistung angeht.
    Ein Passat Variant ist mit 140 PS mehr als ausreichend motorisiert.
    Ich kann bei Deiner Einstellung und Haltung nur den Kopf schütteln.
    Wir hätten auch noch etliche Atomwaffen. Es kann doch nicht sein, dass wir die entwickeln, aber nie einsetzen. Das geht doch nicht!
    Meine Stereoanlage hat 5000W. Da kann ich doch nicht in Zimmerlautstärke Musik hören!
    Ich habe einen vollen Kasten Bier im Keller stehen. Da kann ich doch nicht nüchtern rumlaufen.


    Zitat

    Original geschrieben von hottek aber auf einer leeren Autobahn mit 120 zu schleichen sehe ich nicht ein.


    Weil Du es nur so kennst.
    Wo anders käme man gar nicht auf den Gedanken, schneller zu fahren.
    Ausserdem: wenn es nicht erlaubt ist, bleibt Dir nichts anderes übrig.


    Wahnsinn, wie tief diese "Freie Fahrt für freie Bürger"-Mentalität in D verankert ist.
    Nüchterne und sachliche Argumentationen wird da gar kein Raum gegeben.
    Man besteht auf sein durch Geburt und Erwerb des Führerscheins erworbenes Recht darauf, so schnell zu fahren, wie man es selbst für richtig hält.

    Entschuldige, Deine Argumentation ist absolut unpassend für den öffentlichen Strassenverkehr.
    Zeitersparnis ist in den allerwenigsten Fällen wirklich relevant. Du kannst auf den allerwenigsten Strecken wirklich so viel Zeit gut machen.
    Ich schrieb selbst weiter vorne, dass man durch ein Limit keine Zeit mehr gut machen kann. Das bezog sich aber eher auf sehr, sehr lange Strecken und relativ kurze Zeitspannen.
    Versuch mal alleine, auf 200km eine halbe Stunde durch schnelleres Fahren wieder gut zu machen und rechne Dir aus, wie hoch dafür der Tempounterschied sein müsste!
    Dann brich das mal runter auf 50km und z.B. 15 Minuten usw..
    Privat passt das so gut wie nie, aber auch geschäftlich ist es der falsche Weg, um Zeit zu sparen. Ein besseres Zeitmanagement holt viel mehr raus.
    Ansonsten siehe oben Stichwort Öffentlicher Strassenverkehr.
    Vielmehr ist genau das oft ein Problem: gehetzter Typ in übermotorisiertem Dienstfahrzeug von Termin zu Termin, im Zeitrückstand. Da wird Sicherheit nebensächlich und Wirtschaftlichkeit wird alleine im Stundensatz oder Verlust von Umsatz berechnet bzw. als Vorwand verwendet.
    Dabei kommen sie dann gerade einmal 10 Minuten zu spät beim Kunden an, warten dann aber noch 1 Stunde bei der Vorzimmerdame, weil der Kunde eh noch in einer Telefonkonferenz ist.
    Aber 15 Minuten vorher musste auf der Autobahn noch der dämliche Scheiss-Kleinwagen mit der blöden Tussi am Steuer von der linken Spur gelichthupt werden.

    Zitat

    Original geschrieben von hottek
    120 ist definitiv zu langsam für unsere Autos


    Total coole Argumentation, wirklich.
    Das technisch Machbare ist überhaupt nicht Gegenstand der Diskussion.


    Unsere Autos verbrauchen (einmal Octavia Combi Diesel und einmal Fabia mit 1,4er Benziner) bei 120 locker 0,5 bis 1l weniger als bei 160. Beim Fabia dürfte der Unterschied sogar bei über einem Liter mehr liegen.
    Aber für manche ist das natürlich nix.
    Und da sie nur sich selbst sehen, sehen sie auch nicht, was das global ausmachen würde.


    Zitat

    Was mir meistens auffällt ist dass in Deutschland auf beschränkten Autobahnen wesentlich chaotischer gefahren wird, der Abstand wird oft nicht eingehalten, rübergezogen und dann gebremst, beim Spurwechsel der Verkehr schlechter beobachtet, zu lang links gefahren usw. In unbeschränkten Gebieten fährt es sich meistens entspannter, da mache ich einmal den Tempomat auf 160-180 und lasse manchmal jemanden vorbei, bei 120 bin ich die ganze Zeit dabei die richtige Geschwindigkeit für den Tempomat zu finden nur damit wieder jemand meint er müsse mit 110 nach links so dass ich mittlerweile in den Gebieten eher wieder manuell Gas gebe und bremse.


    Wenn ich jetzt mal daraus, dass Du bei 160 - 180 noch den Tempomat reinmachst und nur davon sprichst, dass Du jemanden vorbei lässt, obwohl Du bei dem Tempo eigentlich hauptsächlich überholen müsstest, auf Deine wahrscheinliche Fahrweise schliesse, legt das den Schluss nah, dass Du hauptsächlich von der anderen Seite auf das Thema Tempo schaust. Nämlich von der Seite der schneller fahrenden.
    Dann ist es auch klar, warum Dir das so vorkommt.
    Denn der Witz bei beschränkten Strecken ist es eben, dass es auch da viel zu viele gibt, die eben nicht nach Limit fahren, sondern deutlich schneller. Und dann ist es klar, dass es aus Sicht des zu schnell fahrenden chaotisch erscheint bzw. es zu viele gibt, die "einfach rüber ziehen". Vielleicht fahren diese Leute auch einfach nach Limit und normal, nur kommt es Dir und den anderen zu schnell fahrenden eben so vor, als verhielten sich die korrekt (limitmäßig) fahrenden falsch.


    Das ist auch der grundsätzliche Fehler, den die meisten schneller fahrenden machen:


    SIE sind die Ausnahme, SIE haben umso mehr aufzupassen, denn SIE fahren schneller, als die meisten anderen. SIE passen sich nicht der Durchschnittsgeschwindigkeit an, SIE sind es, wegen derer ein Verkehrsfluss oft nicht möglich ist, weil SIE mit Tempoüberschuss fahren.


    Das ist einfach nur eine Verdrehung der Perspektive.


    Ich fahre auch ab und an mal ein bisschen schneller, auch mal über 200. Das kommt zwar nur 3-4 mal im Jahr vor, aber gerade weil ich sonst nie so schnell fahre, ist mir in dem Moment bewusst, dass es gerade ICH bin, der hier "aus der Reihe tanzt" und ich nicht erwarten kann, dass die anderen sich mir anpassen, sondern dass ich mich in einem Bereich bewege, in dem anpassen sehr, sehr schwer ist und enge Grenzen hat.


    Und wie gesagt, da ich früher auch so gefahren bin, weiss ich, dass Schnellfahrer oft denken, die anderen seien die, die aus der Reihe tanzen. Ist aber genau anders herum.
    Und das wird immer mehr so werden, je teurer die Spritpreise werden.

    Zitat

    Original geschrieben von Hul
    Hallo


    Fahr mit der Bahn. Und nerv nicht.


    Was ist denn das für ein Posting bitte?
    Die Autobahn gehört niemandem.

    Ich hätte mittlerweile nichts mehr gegen ein 120er oder 130er Limit. Faktisch besteht es sowieso bereits auf einem Großteil der Strecken oder es ist sowieso nicht schneller fahrbar.
    Ich bin aber auch nicht dringend dafür, es umzusetzen, weil ich die Notwendigkeit genau deshalb nicht sehe.
    Schade wäre, dass man mal im Falle eines Falles einen Zeitrückstand nicht mehr gut machen könnte.
    Das Beste ist und bleibt zwar immer noch gute Zeitplanung, aber manchmal gibt es solche Situationen eben. Bei mir eher selten, aber es kommt vor.
    Hauptsächlich glaube ich, dass es vornehmlich ein Wahlkampfthema ist, mit dem Stimmung gemacht bzw. die Stimmung ausgelotet werden soll.
    Irgendwann wird es wahrscheinlich kommen. Aber noch nicht jetzt.
    Es sei denn, rot-grün gewinnt die Wahl und grün ist eine deutlich stärkere Kraft in der Koalition, als bisher. Die SPD wird dann aber Angst haben, Wähler für die nächste Wahl zu verlieren.
    Das aber hauptsächlich, weil bei diesem Thema in D unheimlich polemisiert wird, anstatt sich das Thema mal sachlich anzuschauen.