Zitat
Original geschrieben von Anja Terchova
Da hast du durchaus Recht aber ich denke das ist normal ...
Jeder braucht Luxus.
Fuer den Hartzer sind Bier und Zigaretten der Luxus den er sich goennt
Der Normalverdiener spart da um sich ein iPhone und eine Michael Kors Tasche leisten zu koennen
Da spart dann der Besserverdiener um sich Luxusautos und Immobilien leisten zu koennen
Ich denke, dass das nicht so ist. Es gibt sicherlich Besserverdienende, die sich einen heraushängen lassen, wieviel sie verdienen und hierzu Luxusartikel benötigen. Oftmals liegt das aber am fehlenden Selbstvertrauen oder daran, dass Vermögen einfach so zugefallen ist.
Die meisten Vermögenden, welche ich so kenne, haben hart gearbeitet, waren mit Leidenschaft und Engagement beruflich bei der Sache und das hat das Einkommen sukzessive gesteigert. Dabei sind die meisten auf dem Boden geblieben. Klar kaufen die oftmals in Bioläden ein oder kaufen sich qualitative Dinge, aber sie werfen nicht mit Geld um sich. Auch sparen sie nicht auf einen Jaguar, sondern fahren meistens gewöhnliche Mittelklassewagen. Ausnahmen gibt es natürlich.
'Jeder braucht Luxus'. Ich spreche nicht ab, sich dann und wann mal etwas zu gönnen. Es ist aber eine Haltungsfrage, wie man es anstellt.
Die einen nehmen den megateuren Vertrag, damit sie ein iPhone bekommen, um möglichst wenig zuzuzahlen; dafür nehmen sie langfristige Belastungen in Kauf. Der Begriff 'Schulden' kommt nicht zufällig von 'Schuld' (für die man büßen muss).
Die anderen sparen Geldbeträge, kaufen sich das Gerät so und haben somit die Möglichkeit, einen guten wie günstigen Mobilfunkvertrag zu nutzen.
Das Paradoxe ist, dass beide den gleichen Nutzen haben. Sie haben am Ende des Tages das gleiche Gerät in der Hand. Der Unterschied: Der erste zahlt deutlich mehr. Der zweite kann das Ersparte zurücklegen für andere Geschichten.
Genau das ist es, was den Unterschied macht. Der zweite optimiert und profitiert davon. Er hat am Ende deutlich mehr.
Wer optimiert und dabei spart, hat am Ende damit mehr Vorteile.
Ein persönliches Beispiel: Ich habe keine Notwendigkeiten, mich einzuschränken. Aber ich freue mich wie ein kleines Kind, wenn ich die vier Lichtquellen meines Arbeitszimmers von vorher 120 Watt auf 11 Watt zu optimieren. Das ist auf das Jahr gesehen ein kleiner Betrag. Aber ich habe etwas optimiert, was mir mehr Sparmöglichkeiten bei gleichem Nutzen beschert. Ich habe tatsächlich unsere gesamte Wohnung damit ausgestattet. Wir haben somit etwa 350 Watt eingespart (obwohl wir schon vorher optimierten). Und schon haben wir wieder etwas zusätzlich optimiert. Und allein die Tatsache, dass wir einmal so richtig gut davon im Jahr 'kostenlos' essen gehen können, bereit mir eine wahnsinnige Freude. Nicht, weil ich darauf angewiesen bin, sondern, weil ich es cool finde, ganz gleich, worum es dabei geht, etwas 'herauszuholen'. Und diese Einstellung habe ich nicht nur bei Glühbirnen, sondern bei grundsätzlich allen Dingen.
Und genau diese Einstellung vermisse ich manchmal bei Menschen, die weniger verdienen.
Das macht mich fast irre, auf welche Einsparungen machen verzichten und damit nachgelagert auf Möglichkeiten, sich quasi aus dem Nichts heraus etwas zu gönnen, nur weil sie sich sich nicht die Mühe machen, irgendetwas optimieren. Oftmals sind es aber die gleichen Leute die sich beklagen.
Und das ist doch paradox: Da beklagt sich ein weniger gut Situierter über die hohen Stromkosten und den allgemein steigenden Lebenshaltungskosten mit einer 40 Watt Glühbirne in der Lampe bei einem 'Besserverdienenden' (der bei gleichen Lichtpräferenzen eine 2- oder 4 Watt-Birne einsetzt).
Ist doch eine verrückte Welt, oder?