Beiträge von derAL

    Re: Re: Wie seht Ihr Eure/die Zukunft in Deutschland?


    Zitat

    Original geschrieben von Nokiahandyfan
    ... , mittlerweile habe ich aber tatsächlich darüber nachgedacht eventuell auszuwandern (Schweiz) ..


    Viele Schweizer (nicht alle) haben ggü. Deutschen auch gewisse Ressentiments.

    Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Da hast du durchaus Recht aber ich denke das ist normal ...


    Jeder braucht Luxus.


    Fuer den Hartzer sind Bier und Zigaretten der Luxus den er sich goennt
    Der Normalverdiener spart da um sich ein iPhone und eine Michael Kors Tasche leisten zu koennen
    Da spart dann der Besserverdiener um sich Luxusautos und Immobilien leisten zu koennen


    Ich denke, dass das nicht so ist. Es gibt sicherlich Besserverdienende, die sich einen heraushängen lassen, wieviel sie verdienen und hierzu Luxusartikel benötigen. Oftmals liegt das aber am fehlenden Selbstvertrauen oder daran, dass Vermögen einfach so zugefallen ist.


    Die meisten Vermögenden, welche ich so kenne, haben hart gearbeitet, waren mit Leidenschaft und Engagement beruflich bei der Sache und das hat das Einkommen sukzessive gesteigert. Dabei sind die meisten auf dem Boden geblieben. Klar kaufen die oftmals in Bioläden ein oder kaufen sich qualitative Dinge, aber sie werfen nicht mit Geld um sich. Auch sparen sie nicht auf einen Jaguar, sondern fahren meistens gewöhnliche Mittelklassewagen. Ausnahmen gibt es natürlich.


    'Jeder braucht Luxus'. Ich spreche nicht ab, sich dann und wann mal etwas zu gönnen. Es ist aber eine Haltungsfrage, wie man es anstellt.


    Die einen nehmen den megateuren Vertrag, damit sie ein iPhone bekommen, um möglichst wenig zuzuzahlen; dafür nehmen sie langfristige Belastungen in Kauf. Der Begriff 'Schulden' kommt nicht zufällig von 'Schuld' (für die man büßen muss).


    Die anderen sparen Geldbeträge, kaufen sich das Gerät so und haben somit die Möglichkeit, einen guten wie günstigen Mobilfunkvertrag zu nutzen.


    Das Paradoxe ist, dass beide den gleichen Nutzen haben. Sie haben am Ende des Tages das gleiche Gerät in der Hand. Der Unterschied: Der erste zahlt deutlich mehr. Der zweite kann das Ersparte zurücklegen für andere Geschichten.


    Genau das ist es, was den Unterschied macht. Der zweite optimiert und profitiert davon. Er hat am Ende deutlich mehr.


    Wer optimiert und dabei spart, hat am Ende damit mehr Vorteile.


    Ein persönliches Beispiel: Ich habe keine Notwendigkeiten, mich einzuschränken. Aber ich freue mich wie ein kleines Kind, wenn ich die vier Lichtquellen meines Arbeitszimmers von vorher 120 Watt auf 11 Watt zu optimieren. Das ist auf das Jahr gesehen ein kleiner Betrag. Aber ich habe etwas optimiert, was mir mehr Sparmöglichkeiten bei gleichem Nutzen beschert. Ich habe tatsächlich unsere gesamte Wohnung damit ausgestattet. Wir haben somit etwa 350 Watt eingespart (obwohl wir schon vorher optimierten). Und schon haben wir wieder etwas zusätzlich optimiert. Und allein die Tatsache, dass wir einmal so richtig gut davon im Jahr 'kostenlos' essen gehen können, bereit mir eine wahnsinnige Freude. Nicht, weil ich darauf angewiesen bin, sondern, weil ich es cool finde, ganz gleich, worum es dabei geht, etwas 'herauszuholen'. Und diese Einstellung habe ich nicht nur bei Glühbirnen, sondern bei grundsätzlich allen Dingen.


    Und genau diese Einstellung vermisse ich manchmal bei Menschen, die weniger verdienen.


    Das macht mich fast irre, auf welche Einsparungen machen verzichten und damit nachgelagert auf Möglichkeiten, sich quasi aus dem Nichts heraus etwas zu gönnen, nur weil sie sich sich nicht die Mühe machen, irgendetwas optimieren. Oftmals sind es aber die gleichen Leute die sich beklagen.


    Und das ist doch paradox: Da beklagt sich ein weniger gut Situierter über die hohen Stromkosten und den allgemein steigenden Lebenshaltungskosten mit einer 40 Watt Glühbirne in der Lampe bei einem 'Besserverdienenden' (der bei gleichen Lichtpräferenzen eine 2- oder 4 Watt-Birne einsetzt).


    Ist doch eine verrückte Welt, oder?

    Auch wenn mir nicht bekannt ist, wieso hier im allgemeinen eine 10 TEUR-Grenze definiert wurde, kann ich ebenfalls beobachten, dass Besserverdienende nicht unbedingt das Geld beherzter ausgeben als weniger gut Verdienende.


    Auch ist es so, dass darunter viele normale Leute vorzufinden sind. Also nicht nur welche, die nur auf dem Golfplatz herumgockeln. Das ist so ein Klischee. Dass sich das Freizeitprogramm nicht so stark vor dem Fernseher abspielt ist dagegen durchaus so. Essen gehen, reisen, Veranstaltungen, Konzerte etc. sind jetzt nicht außergewöhnlich. Was das Einkommen und die Frequenz von Foren betrifft; da gibt es vermutlich keinen statistischen Zusammenhang.


    Gut Verdienende schauen in der überwiegenden Mehrzahl auf ihr Geld. Sie legen es bedacht an und sie achten auch sehr auf ihre Kostenseite/Ausgaben. Qualität ist aber schon ein wichtiges Merkmal bei Konsumentscheidungen. Viele prüfen regelmäßig ihre Verträge und suchen nach Optimierungsmöglichkeiten. Seht es mal so: Die meisten Menschen häufen kein Vermögen an, wenn sie es planlos und unbedacht zum Fenster herausschmeißen. Sparen ist harte Arbeit und das wird manchmal vergessen.


    Ich war mal in früheren Tagen bei einer Veranstaltung derer (die hier als Besserverdiener deklariert werden), da hat ein gut betuchter Kunde (und das ist kein Witz, sondern tatsächlich passiert) eine Tasche mit ein/zwei Tupperdosen mit dabei gehabt und sich heimlich vom guten Büffet was eingepackt. Zwar ein Extremfall, aber das kommt auch vor und zeigt, dass man nur durch Verzicht oder teilweisen Verzicht etwas zurücklegen kann.


    Auf der anderen Seite ist häufig zu beobachten, dass gerade weniger gut Verdienende mit Statussymbolen unterwegs sind. Ihr braucht Euch nur mal in den Innenstädten umschauen, wer da mit Michael Kors oder Luis Vuitton Taschen herumläuft. Das gilt auch für offensive Markenklamotten/-Produkten (mit hohem Wiedererkennungswert). Viele sind bereit, z. B. für ein iPhone oder ein anderes Flagschiffmodell horrende Verträge zu zeichnen, damit sie ein subventioniertes Telefon bekommen, auch wenn diese Verträge in Relation zum Einkommen hohe Ausgaben darstellen, die anderweitig eingrenzen. Auch kann man beobachten, dass viele Kleinverträge im Sinne des Luxus, welchen man sich gönnt- (Sky/Zeitungsabo/etc.) in Summe hohe Ausgaben verursachen. Leider werden solche Ausgaben oftmals zu Lasten anderer wichtiger Dinge bevorzugt. Bedeutet, dass die Haftpflichtversicherung oder die Altersvorsorge teilweise weniger als wichtig empfunden wird als der Telefon oder XY-Vertrag. Konsumausgaben verdrängen damit Vorsorgeüberlegungen. Man lebt ja jetzt und nicht später, sind so Sprüche, die da oft kommen.

    Hier geht es -ich sage es nochmals- nicht darum, Lebensentwürfe oder Lebensmodelle anderer Forenmitglieder zu bewerten.


    Ich habe seit über 20 Jahren Erfahrung mit dem Sparen und bin, wenn ich das so beibehalte sehr zuversichtlich, dass ich gemeinsam mit meiner Frau diesen Entwurf -der nicht Auswandern lautet, sondern Zweitwohnsitz- umsetzen kann. Mehr sage ich jetzt dazu nicht mehr.

    Wieso utopisch?


    Du sparst seit Deiner Ausbildung regelmäßig einen in Abhängigkeit vom Einkommen regelmäßigen Betrag. Steigt Dein Einkommen, erhöhst Du Deine Sparrate. Bekommst Du einen Tariferhöhung, erhöhst Du die Sparrate ebenfalls. Du schaust, dass Dein Einkommen steigt. Versuchst, Dich zu qualifizieren, Du nutzt Steuervorteile. Du kaufst was, wenn es günstig ist und verkaufst was, wenn es teuer ist. Irgendwann kommt noch jemand dazu und macht auch mit. Und nach 35-40 Jahren schaust Du, was da ist, verkaufst ggfs. noch Sachwerte und danach überlegst Du Dir, wie weit Du damit neben Deinen Ersparnissen, Renteneinkünften, Vorsorgeleistungen usw. kommst.


    Ich hab nie verstanden, weshalb Leute am Freitagabend in die Disco rennen und am Samstag feststellen, dass 100 EUR weg sind oder sich jeden Tag bei Starbucks einen Kaffee für 3 EUR holen oder eine Packung Zigaretten verpaffen. Und sich gleichzeitig darüber beklagen, dass sie keine Mittel hätten, um zu sparen. Und wenn dann einmal im Jahr Tantiemen kommen, dann alles sofort verpulvern, als wäre das Geld im nächsten Monat nichts mehr wert.. Das bedeutet nicht, dass man in Askese leben muss. Auch wir gehen schick essen, fahren oft in den Urlaub, genießen das Leben und kaufen Gadgets und gönnen uns andere Dinge. Aber insgesamt glaube ich, dass viele Menschen den Bezug zu Geld verloren haben, gerne mit Plastik bezahlen, um dann nachgelagert zu sparen, hohe Zinsen blechen, sich Dinge kaufen, die sie nicht brauchen usw..

    Hier ging es doch um die Frage, wie die Zukunft in Deutschland gesehen wird und wie dabei die langfristige persönliche Lebensplanung ist, oder?


    Und dazu habe ich mich geäußert. Was meine Frau und ich vor haben und was wir dafür tun (Sparen).


    Hier geht es nicht darum, ob das nun gut oder schlecht ist und wieviel man verdient oder davon zurücklegt. Oder habe ich das falsch verstanden?


    Auch ein Bürger mit 2.300 EUR Brutto kann regelmäßig sparen und sich Möglichkeiten für die Zukunft schaffen. Sparen, Zukunftsvorsorge und das Investieren in die eigene Fortbildung = Konsumverzicht. Letztlich ist das eine individuelle Entscheidung. Der eine spart relativ zum Einkommen mehr und der andere weniger. Der eine tätigt mal mehr unnötige Ausgaben, der andere halt weniger. Der eine gönnt sich mehr, der andere weniger. Der eine investiert in die Fortbildung, der andere nicht. Es bleibt eine individuelle Entscheidung. Wie auch die Folgen/Konsequenzen individuell bleiben.


    Aber das hat mit der Eingangsfrage wenig zu tun. Oder?