ZitatOriginal geschrieben von Jochen
Es geht einzig und alleine ums Geld. Geld ist immens wichtig, aber es ist eben nicht alles. Das ist auf einen Punkt gebracht das, was mich aufregt.
Gut, dann ist deine Aufregung hier aber gerade fehl am Platze, denn sie ist dadurch nur auf dieses Thema "Zusammenlegung von Bundesländern" projiziert und nicht daran festgemacht!
ZitatOriginal geschrieben von Jochen
Und: als großes Bayern kann man leicht sagen, daß man damit kein Problem hätte. Als kleines Saarland, das irgendwo angeschlossen wird, ist das eine ganz andere Ausgangsposition. Versucht einfach mal, Euch in die Lage zu versetzen! Das ist ein psychologisches Problem, aber nicht im krankhaften Sinne.
Die "eventuellen Minderwertigkeitskomplexe einiger Kulturbeflissener" (entschuldigt, aber das trifft den Kern der Sache einfach besser als "mögliche Befürchtungen mancher Vereinnahmungsgegner"
) steht in meinen Augen einer Zusammenlegung mancher Bundesländer durchaus nicht im Weg: Die psychologische Wirkung wird zwar im ersten Augenblick sicher unterschätzt, aber die Pflege der eigenen Lebenskultur hat doch einen viel engeren Rahmen als 200km, die ein "neues" Bundesland dann hätte. Symbolik ist zwar gerade bei Kultur wichtig, aber wenn sie bei jeder Volksgruppe zu >90% berücksichtigt würde, wäre eine weitere Zersplitterung des föderalen Systems - also die Umkehr des gerade angestrebten Prozesses - unausweichlich.
Ach ja: der letzte Satz des obigen Zitats von Jochen liest sich aus dem Zusammenhang gerissen so wunderbar neurotisch. ![]()
ZitatOriginal geschrieben von Jochen
Regionalitäten mögen durch die Zusammenlegung nicht unbedingt - werden sie aber wohl zu einem gewissen Teil - verschwinden.
Mich regt vielmehr die Tatsache auf, daß sie wieder einmal völlig ignoriert werden. Alleine, daß man sie vergißt, ist ein Zeichen dafür, daß man sie nicht respektiert.
Sie (die Regionalitäten) werden in der Politik auf Bundesebene eben nicht als gleichwertige Priorität gesehen; das ist ein kleiner Unterschied. Sie wurden sicherlich bedacht, aber eben im Kern und in der Folge als unwichtiger eingestuft. Ein Land kann durch pure oder zumindest sehr hoch gehaltene Symbolik und "Identifizierung mit Gleichgesinnten aus der Region" nun einmal langfristig weder Äpfel ernten, noch alleine dadurch glücklich werden. Sie mag motivierend auf eine Vielzahl von Menschen wirken, aber sie spaltet das Land auch immer ein wenig. Man braucht sie sicherlich, aber die Stelle, an der sie bei einem persönlich steht, ist nun mal individuell verschieden. Und selbst Politiker können es nicht jedem Recht machen - auch wenn sie es viel zu häufig versuchen. ![]()
[edit: Im Kern stimme ich Jochen zu, dass derzeit viel zu viel über Geld geredet, alles daran gemessen wird und es einen zu hohen Stellenwert in der Gesellschaft besitzt. Aber diesen Fetisch haben wir zivilisierten Länder der "ersten Welt" uns selbst erschaffen. Versuchen wir damit zu leben, ohne die eigene (Regional-)Kultur allzu stark zu vernachlässigen.]
Gruß vom Schwob ![]()