Beiträge von marcometer

    Effektiv gesehen wurde die Kapazität nur halbiert. Von 2 Trägern runter auf einen, bzw. 42,2 Mbit/s-> 21,1 Mbit/s.


    Wie kommst du zu dieser Rechnung?
    Bisher liefen vermutlich 3 Träger, 2 mit der Möglichkeit auf DC und einer ohne diese.
    Jetzt gibt es nur noch einen (natürlich dann ohne Möglichkeit auf DC)

    Gerade dort wird man LTE2100 kaum bemerken weil dort ja eh schon mindestens LTE mit 2CA, teilweise sogar 3CA läuft. Ein weiteres LTE Band macht da keinen grossen Unterschied mehr.


    Es gibt solche und solche Fälle.
    Besonders viel Sinn macht es an den reinen Highbandstandorten mit nur LTE1800, davon gibt es in den Städten auch immer sehr viele.
    Die waren zum Verdichten gedacht, sind aber jetzt oft überfordert und freuen sich damit über ein +L21, weil erst dann bieten sie 2CA.


    Aber ich stimme zumindest bei dem zu, was du vielleicht insgeheim hoffst/sagen willst: es würde viel Sinn machen die ländlichen/kleinstädtischen GSM+UMTS Standorte damit ins LTE Zeitalter zu befördern.

    Dieser Entwurf ist ja jetzt schon einige Tage online und hat den Sturm der Entrüstung von allen Seiten hervorgerufen, der in den letzten Tagen auf allen Newsseiten zu lesen war.
    Politik und Wirtschaft sind entsetzt darüber wie butterweich die Bundesnetzagentur gedenkt die Versorgungsverpflichtungen zu gestalten.
    Es gibt etliche Kritikpunkte, die ich größtenteils auch teile.
    Einer ist zum Beispiel, dass eben das was du da mit den 300 MBit erwähnst eben genau nicht drin steht.
    Der Beirat der Bundesnetzagentur hatte in seiner Sitzung vom Juni einige Berechnungen und Vorschläge gemacht, wie er sich die künftigen Verpflichtungen vorstellen würde.
    Nachzulesen hier: https://www.bundesnetzagentur.de/Sha...cationFile&v=3
    Dort geht man VIEL weiter, als jetzt in dem Papier, was die Bundesnetzagentur daraus gemacht hat und daher hagelt es auch die hauptsächliche Kritik aus der Politik, denn der Beirat besteht aus Bundespolitikern.


    Im jetzigen Entwurf streicht man beispielsweise die zeitliche gestaffelten Sachen komplett, sondern legt nur für alles was man fordert das Ziel Ende 2022 fest.
    Der Beirat hatte zum Beispiel vorgeschlagen Autobahnen und Bundesstraßen (übrigens für alle Anbieter) bis Ende 2022, Landesstraßen bis Ende 2024, Kreisstraßen bis Ende 2025 und Gemeindestraßen bis Ende 2027.
    Ebenso staffelte er bei Bahnstrecken nach ICE/TEN bis Ende 2022 und alles andere bis Ende 2024 etc.
    Auch kamen die Wasserstraßen des Bundes darin vor.


    Wohlgemerkt: 5G Versorgung sollte bis dahin jeweils anliegen!


    Der Entwurf der Bundesnetzagentur lässt all das vermissen.
    Es soll einfach irgendwie (also wohl mit 4G?) das wenige mehr gemacht werden, als was sowieso schon bis Ende 2019 gefordert ist.


    Im Einzelnen kann ich das gerne mal aufdröseln:


    2019: jeweils 50 MBit pro Antennensektor
    ICE/Autobahnen komplett
    98% der Haushalte bundesweit
    97% der Haushalte in jedem Bundesland


    daraus soll dann werden:
    2022: jeweils pro Antennensektor
    "fahrgaststarken Bahnstrecken" komplett, 50 MBit
    98 % der Haushalte bundesweit, 100 MBit
    98% der Haushalte in jedem Bundesland, 100 MBit
    ein Anbieter: Autobahnen und Bundesstraßen komplett, 100 MBit
    alle Anbieter jeweils: 500 "weiße Flecken" abseits all dem versorgen


    Was soll das?
    Da sind nur minimale Verbesserungen, teilweise sogar keinerlei.
    Weil:
    - ICE hat schon jeder bis 2019 mit 50 MBit zu versorgen, an den Strecken würde also gar nichts passieren müssen
    - 98% Haushalte mit 50 MBit hat schon jeder zu versorgen, man müsste also nur 5-10 MHz Spektrum dazu schalten, wo bisher nur 10 MHz laufen
    - 97% Haushalte in jedem Bundesland steigt auf 98%... na wow!
    - nur ein Anbieter soll alle Autobahnen von 50 auf 100 MBit bringen, die anderen beiden sollen da also gar nichts tun
    - ein Anbieter soll die Bundesstraßen komplett versorgen (sehr löblich), die anderen beiden sollen da also gar nichts tun?
    - die weißen Flecken sind noch zu definieren, sicher meinen sie damit keine echten Funklöcher sondern einfach nur Stellen ohne Breitband bisher... also eigentlich auch so gut wie nichts neues, denn Stellen ohne Breitband aber mit 2G haben alle 3 sicher noch mehr als genug sowieso übrig....


    Brutale Enttäuschung also.
    Es bräuchte mindestens 99% Haushalte, alle Anbieter auch die Bundesstraßen und die jeweilige Erweiterung an Autobahnen.
    Und wo sind die Wasserstraßen hin? Wer legt "fahrgaststarke Bahnstrecken" fest und wann geschieht das?
    Wieso nur 50 MBit an Bahnstrecken, aber sonst immer 100? Obwohl dort ja meist Hunderte Menschen in einem Zug sitzen.
    Was machen die selbstfahrenden Autos irgendwann auf Landesstraßen? Da könnte man wenigstens mal einen Prozentsatz angeben. (Kreis und Gemeinde finde ich auch zu hart...)
    Und dann der Punkt der Wirtschaft und Politik: was ist mit 5G? Wieso alles mit 4G?
    Und es fehlt die Vorgabe der maximalen Latenz...
    Es fehlt einfach überall.