Na ja, wenn man jeden, der gut behandelt wird, daran erkennt, daß er freundlich ist, dann ist ja alles klar...
Du sagst selbst, daß Du eine Vorstellung hast, was bei manchen Discountern los ist.
Also, wo ist dann Dein Problem?
Wenn ich sehe, daß es - wo auch immer - an den sozialen Strukturen krankt, dann gehe ich da eben nicht mehr hin. Und wenn eine Firma Lidl mit aller Gewalt Betriebsräte verhindern will, dann wird das sicher seinen Grund haben.
Alleine, wie Betriebsratskandidaten, die sich zur Wahl stellten, aus dem Unternehmen hinausgekegelt wurden, spricht eine deutliche Sprache.
Was also willst Du noch von mir hören?
Daß es noch ein weiter Weg ist, bis die Leute begriffen haben, daß man die soziale Verantwortung der Unternehmer dadurch provozieren kann, daß man "gute" Unternehmer stärkt?
Daß man von außen nicht erkennen kann, wie es IN einem Laden (sozial) ausschaut? Daß man einem Pfund Kaffee nicht ansieht, ob der Arbeiter, der es abgefüllt hat, ein armer Hund ist?
Sicher gehört dazu viel kritisches Hinterfragen, und nach meinem Ermessen gehört auch dazu, mal ein Fünferl mehr zu bezahlen, obwohl die Qualität des Produktes an sich nicht besser wäre. Aber vielleicht ist das dann das Fünferl, was ein Stück "guten" Ackerboden retten hilft, oder das Leben eines Kaffeebauern erleichtert oder, oder, oder...
Ich weiß, daß in diesen Worten viel (vielleicht zuviel) Idealismus steckt, und ich möchte eigentlich nicht als Weltverbesserer daherkommen.
Aber wenn der Eine oder Andere begreift, daß er durch gezieltes Einkaufen (und zwar eben nicht immer nur "billig") auch sich selber etwas Gutes tun kann, dann wäre ja schon geholfen...
cu
NoTeen