Beiträge von Anja Terchova

    Fuer die Einlagensicherung waere in erster Linie der Einlagensicherungsfonds der Privatbanken zustaendig. Erst wenn der nicht mehr zahlen kann, so wie es bei Icesave in Inslans passiert ist muesste der Staate zahlen.


    Und das war frueher auf 20.000 EUR pro Bank und Anleger begrenzt bevor es erhoeht worden ist.


    Und diese 20.000 EUR haetten ja gereicht.


    Denn wer als Beispiel 120.000 EUR Vermoegen hat, hat das sicher nicht bei einer einzigen Bank sondern vielleicht 40.000 EUR in Wertpapieren, 20.000 EUR in einem Bausparvertrag und jeweils 20.000 EUR bei 3 Banken.


    Da haetten die 20.000 EUR Einlagensicherung sicher gereicht.


    Im Ernstfall pro Kunde und Bank 20.000 EUR auszuzahlen duerfte billiger sein, als erst mit Milliarden die Banken zu retten und dann mit Milliarden andere EU Laender zu retten.

    Zitat

    Original geschrieben von autares
    Soweit die Theorie. Da Banken aber inzwischen nicht nur der "4. Marktteilnehmer" sind, sondern viel mehr in den Wirtschaftskreislauf eingebunden sind anstatt nur Einlagen in Kredite zu verwandeln, meinst du nicht, dass sie damit ein systemisches Risiko darstellen? Würde die Deutsche Bank Pleite gehen, hätte das also keine systemische Auswirkungen?


    Klar ist es nicht ohne Risikio.


    Aber das Leben ginge auch ohne eine Grossbank wie die Deutsche Bank weiter. Die Einlagen wuerden ja erstmal ueber die freiwillige Einlagensicherung entschaedigt, und wenn die nicht reicht greift die gesetzliche Einlagensicherung als Minimum.


    Und die Raten fuer bereits gewaehrte Kredite wuerden dann eben direkt an den Insolvenzverwalter fliessen.


    Klar wuerde dann das Vertrauen in die Banken gewaltig leiden, und wohl auch die Aktienwerte anderer Banken in den Keller gehen, und vielleicht ein paar Banken mit in die Pleite gerissen werden.


    Aber so ein Ende mit Schrecken waere immer noch besser als ein Schrecken ohne Ende.


    Denn wenn erst der Staat pleite geht, dann die Komsumenten massiv Geld und Kaufkraft verlieren bis hin zu Konsumentenpleiten, deswegen die Nachfrage einbricht, und dann die Unternehmen Pleite gehen - dann hat man die Katastrophe erst recht.


    Die Kriese auf die Banken zu begrenzen waere da doch viel besser.

    Zitat

    Original geschrieben von autares
    Schon einmal etwas von "systemisches Risiko" gehört?


    So wichtig wie sich die Banken nehmen sind sie aber eigentlich garnicht.


    Die wichtigsten drei Marktteilnehmer sind:


    1. Konsumten die Produkte und Dienstleistungen kaufen
    2. Unternehmen die Produtke und Dienstleistungen anbieten
    3. Staat der den Markt reguliert


    Die Banken sind der 4. Marktteilnehmer und haben "nur" eine Aufgabe als Puffer, also Kredite vergeben und momentan vom Eigentuemer nicht benotigtes Kapital zu verzinsen. Natuerlich wollen die Banken selber auch Gewinn machen.


    Natuerlich wuerden "tote" Banken den Wirtschaftskreislauf bremsen, weil dann einige Investitionen fuer die Kredite benoetigt werden nicht mehr moeglich waeren.


    Waere aber nicht ganz so schlimm:


    - den man kann ja auch ansparen und dann investieren


    - einige Banken, vorallem Sparkassen und Genossenschaftsbanken wuerden schon ueberleben


    - wenn grosse Privatbanken in Eurolaendern insolvent gehen wuerden, dann wuerden sicher Banken aus anderen Laendern, eg. Schweiz oder arabischen Raum in die Laender draengen


    "Tote" Banken sind zwar ein bisschen schlimm fuer die Wirtschaft, aber noch lange nicht so schlimm wie "tote" Konsumenten, Unternehmen und Staaten.


    Zitat

    Original geschrieben von autares
    Einzelfälle. Die Schweiz ist kein Exportland. Die Handelsbilanz ist nahezu ausgeglichen.


    Eigentlich sollte jedes Land danach streben eine ausgeglichene Handelsbilanz zu haben.


    Wenn als reines Exportland nur die auslaendischen Maerkte bedient, aber sich nicht um die Binnennachfrage und damit die Konsumten im eigenen Land kuemmert, kommt man ueber kurz oder lang in arge Probleme. Dann wird die Schere zwischen arm und reich immer groesser. Ist ganz extrem eg. in China, aber auch USA und Deutschland sind solche Kandidaten.


    Als reines Importland, das extrem von Wechselkursen abhaengig ist, kommt man auch recht schnell in Proble und der Ruin ist wahrscheinlich.

    Rente geht wohl nicht, weil denke nicht das die jemanden der "nur" zweimal im Monat einen Epilepsieanfall bekommt fuer Erwerbunfaehig erklaeren. Und die waere dann eh zu gering zum leben.


    Umschulung geht auch nicht, weil der Threadersteller ja geschrieben hat, das sie einen Beruf machen moechte, bei dem sie kreativ sein kann, und eher Handwerk als Buero sein soll.


    Und einen Job als Floristin zu finden wird wohl schwierig. Denke gerade Epilepsie ist da schwierig, weil anders als bei einer Gehbehinderung oder Schwerhoerigkeit der Arbeitgeber nicht sieht, was da auf ihn zukommen kann. Und man als Arbeitgeber sicher auch fuerchtet, das so jemand dann vielleicht an eine Tischkante, von einer Leiter oder in eine Schere faellt.


    Moeglichkeit waere vielleicht wenn ein ein enstprechender Schulabschluss vorhanden waere, oder moeglich waere, ein Studium fuer einen Beruf, der kreativ aber zugleich ungefaehrlicher ist - vielleicht Textildesign oder sowas in der Art oder Botanik


    Oder vielleicht in einer Berufsschule als Lehrerin fuer Floristen

    Zitat

    Original geschrieben von polli
    hört sich gut an, ich bin dafür (allerdings hängt vermutlich die Deutsche Bank überall dick drin...) - aber deine Theorie gefällt mir sehr!

    Koennte schon sein das dann ein paar Banken in Schwierigkeiten kommen.


    Aber wenn eine Bank Pleite geht, dann geht sie eben Pleite. Einfach die Einlagen der Anleger soweit die Reservern reichen, jedoch mindestens bis zur gesetzlichen Einlagensicherung entschaedigen.


    Zitat

    Original geschrieben von polli
    du meinst Schokolade und Käse?

    Und auch Uhren aller Preisklassen, Elektrotechnik von ABB, Aufzuege und Rolltreppen von Schindler, Schienenfahrzeuge von Stadler Rail, Kaffeevollautomaten von schaerer


    Zitat

    Original geschrieben von autares
    Welches Land ist denn dann deiner Meinung nach "sicher", wenn weder die Schweiz noch die Skandies?


    Wenn USA und Euroland crashen, dann ist garnichts mehr sicher, weil es dann garkein halten mehr geben wuerde.


    Glaube am ehesten wuerde noch eine Verteilung auf mehrere, verschiedene Waehrungen helfen, die aber noch nicht so ueberkauft sind: Brasilianischer Real, Suedafrikanischer Rand, Britisches Pfund, Kuwait Dinar


    Keinesfalls aber Zertifikate von Banken in USA oder Euroland

    Zitat

    Original geschrieben von Boris1968
    Ich würde mir eine Altenpflegerin einstellen, und sobald ich sterbe steht diese ohne Kündigungsfrist auf der Straße? Obwohl ich ein Millionenvermögen habe? Ist jetzt nur ein Beispiel, ich bin kein Millionär.


    Umgekehrt wäre ja auch jeder Mobilfunkvertrag zu Ende, wenn eine Firma insolvent bzw. beim Gewerbeamt abgemeldet wird.


    Solange der Anbieter nur insolvent ist, aber noch alle Leistungen erbringt, muss man natuerlich weiterzahlen.


    Wenn der Anbieter aber keine Leistungen mehr erbringen kann, muss man nicht mehr zahlen. Waere ja nicht schlimmer wenn man als Kunde dann ohne Gegenleistung an den Insolvenzverwalter zahlen muesste.


    Wenn der Arbeitgeber eine Einzelperson ist und verstirbt, dann wird da auch das Arbeitsverhaeltnis sofort enden. Weil der Tote ja nicht Rechtsfaehig ist.

    Die jetzige Situation ist aber fuer die Banken eine Lizenz zur unendlichen Bereicherung auf kosten der Buerger!


    Denn die Ratingagenturen stufen Laender wie Griechenland, Irland und Portugal ab, und bekommen so traumhafte Wucherzinsen - andererseits haben sie aber kein wirklich hoeheres Ausfallrisiko solange die anderen Eurolaender buergen und unterstuetzen.


    Entweder muesste man die Banken zwar Wuncherzinsen verlangen lassen, dann duerfte man aber Griechenland, Irland und Portugal garnicht unterstuetzen sondern musste die kreditgebenden Banken, die auch die Zinsen einstreichen das ganze Risiko bei bei einem Staatsbankott allein tragen muessten.


    Oder wenn man die Griechenland, Irland und Portugal unterstuetzt, und schon mit dafuer haftet, dann muesste man auch dafuer Sorgen das diese Laender im Gegenzug weiterhin guenstig an ihre Kredite kommen.


    Weil so wie es jetzt ist, geht das Geld ja direkt an die kreditgebenden Banken.


    Schweiz und Norwegen wuerde ich aber nicht als so sicher anschauen. Die schweizer Wirtschaft leidet jetzt schon ueber den uebermaessig starken Franken, und es wird in Zukunft noch schlimmer werden. Die Flucht in den Franken ruiniert die schweizer Exportwirtschaft und den schweizer Tourismus. Und der Binnenmarkt Schweiz ist nicht so riesig. Die Schweiz koennte unter Umstaenden das groesste Opfer dieser Kriese ueberhautp werden.


    Und den skandinavischen Laender ist nach der Situation in Island auch nicht mehr so zu trauen.

    Zitat

    Original geschrieben von autares
    Und der Zeit Artikel: Das Interessante steht dann wohl in der Ausgabe: Wie kann der Euro gerettet werden? Ich habe das Gefühl, als würde nur draufgeschlagen und schlecht geredet. Es gibt Möglichkeiten und diese Möglichkeiten werden gerade angegangen. Und das, lieber Euo-Skeptiker, sehe ich gerade heute mit QE3 als den entscheidenen Unterschied, der den Euro überleben, den Dollar aber begraben könnte. Man muss jetzt nur den Willen und die Entschiedenheit zeigen...


    Im Link steht nur das Dilemma:


    Die Kapitalmaerkte sind so "assozial" geworden das nur noch Rendite und Ausfallrisiko zaehlt, aber die soziale Gerechtigkeit auf der Strecke bleibt.


    Die Ratingagenturen haben demnach also Portugal und Irland so extrem abgestuft um gegen die beteiligung der Banken zu protestieren, oder um sie sogar zu verhindern.


    Aber was soll die Loesung sein?


    Eine Rettung nur als Stuermitteln der Staaten ohne Beteiligung der Banken ware eine Sozialisierung der Verluste und Risken, bei weiterer Privatisierung der Gewinne - ungerecht


    Das heisst ja die Steuerzahler muessten dafuer zahlen, und zusaetzlich noch Abstriche bei Sozialleistungen hinnehmen, nur damit die Gewinne der Banken sicher sind, und die Bankster weiterhin die Taschen voll machen koennen, auf Kosten der Bevoelkerung.

    Der EUR/USD Kurs ist eigentlich perfekt. Fuer die Eurolaender ist alles gut solange ein EUR zwischen 1,10 USD und 1,70 USD wert ist. Die aktuellen 1,384 USD sind da genau schoen in der Mitte.


    Ein zu billiger Dollar behindert die Exportindustrie, ein zu teuer Dollar verteuert Rohstoffe und Importe, und kostet zu viel Kaufkraft.


    Schlimmer ist das die Ratingagenturen den Euro um jeden Preis zerstoeren wollen. Das man Portugal genau dann abstuft wenn Griechenland wieder stabilisiert ist, und dann gleich am naechsten Tag Irland das ist sicher kein Zufall. Die machen das mit Absicht.


    Nach der Finanzkriese ist die Gier noch schlimmer geworden. :flop: