Bundestagswahl 2005

  • Und nach den ersten gescheiterten Wahlgängen haben sich übrigens auch Grüne Abgeordnete aus dem Osten geoutet, die Bisky nicht unterstützt haben!
    Der Mann ist eben wegen seiner Stasivergangenheit für eine Mehrheit einfach nicht wählbar.


    Und das der Bundestag nicht jeden Vorschlag abnickt ist durchaus mal was positives aus Berlin, schließlich sind die Abgeordneten ihrem Gewissen verpflichtet.

    ------------------------------------------------
    Ericsson T39m
    Legends never Die!
    ------------------------------------------------

  • Zitat

    Original geschrieben von BigBlue007
    (...) Menschen, die nicht mutmaßlich, sondern nachweislich aktiv in der NSDAP mitgearbeitet hatten, sogar zum Kanzler zu machen.(...)


    Was gab es denn damals für Alternativen? Wer hatte denn nicht über irgendwelche Verstrickungen "Kontakte" zum Nationalsozialismus?


    Oder: Woher hätten die fähigen Politiker kommen sollen?


    Deutschland brauchte damals eine stabile Regierung, um wieder auf die Beine zu kommen. Da konnte man sich die Politiker nicht nach der Nase und dem eventuell vorhandenen Parteibuch aussuchen, die Alternativen waren schlicht tot. Und letztendlich kannst Du nicht behaupten, dass sie keinen guten Job gemacht hätten.


    Heute haben wir zum Glück genug Alternativen zu Ex-Stasi-Spitzeln. Dass Bisky bei einem Wahlgang nach dem anderen scheitert, ist nur konsequent.



    Stefan

  • Zitat

    Original geschrieben von galahad13
    Der Mann ist eben wegen seiner Stasivergangenheit für eine Mehrheit einfach nicht wählbar.


    Weißt Du denn, was Bisky bisher beruflich gemacht hat, außer dem PDS-Parteivorsitz?


    Nein? Ich kann es Dir gerne sagen:


    http://www.brandenburg.de/pds_…eam/abgeordnete/bisky.htm

    Zitat

    seit Oktober 2004 Vizepräsident des Landtages


    Im Oktober 2004, vor genau einem Jahr und in einem ostdeutschen(!) Bundesland war er also wählbar. Jetzt, im Bundestag und zufällig im Zusammenhang mit dem Wiedereinzug seiner Partei, soll er es plötzlich nicht mehr sein. Eine interessante Angelegenheit.

    Zitat

    Original geschrieben von galahad13
    Und das der Bundestag nicht jeden Vorschlag abnickt ist durchaus mal was positives aus Berlin, schließlich sind die Abgeordneten ihrem Gewissen verpflichtet.


    Ja, die Gewissensverpflichtung der Abgeordneten ist wirklich eine tolle Sache. Aber nicht immer, sondern nur dann, wenn sie ehrlich ist und nicht, wenn sie wie neulich geschehen als Legitimation für Illoyalität oder wie hier für Sticheleien und Spielchen vorgeschoben wird.


    Das Argument, speziell für Ostdeutsche sei Bisky aufgrund seiner Biografie nicht wählbar, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, weil ein rein ostdeutsches Parlament, nämlich der Landtag von Brandenburg, überhaupt kein Problem mit seiner Person als Vizepräsident hat. Dass es jetzt im ganz klar westdeutsch dominierten Bundestag plötzlich nicht mehr gehen soll, lässt mich vermuten, dass die Beweggründe völlig andere sind und die Gewissensfrage zum wiederholten Male vorgeschoben wird.

    Zitat

    Original geschrieben von Stefan
    Was gab es denn damals für Alternativen? Wer hatte denn nicht über irgendwelche Verstrickungen "Kontakte" zum Nationalsozialismus?


    Sozialdemokraten. ;) Davon gab es genug, aber die wollten die Deutschen erst drei Jahre später haben. Aber immerhin besser als nie. ;)

    Zitat

    Original geschrieben von Stefan
    Dass Bisky bei einem Wahlgang nach dem anderen scheitert, ist nur konsequent.


    Ja, das ist es in der Tat, aber leider in einer völlig anderen Weise

  • Zitat

    Original geschrieben von o2neuling
    (...)Ja, das ist es in der Tat, aber leider in einer völlig anderen Weise


    Wenn man sich dann noch die Rede von Gysi anhört, kann man sich nur wünschen, dass Anhänger dieser Partei keinen weitgehenden Einfluss in die Geschicke der bundesdeutschen Politik haben werden.


    Vor allem sollte man auch Bisky weitere Niederlagen ersparen, langsam verkommt das doch zu einer menschlich tragischen Farce.



    Stefan

  • Zitat

    Original geschrieben von Stefan
    Wenn man sich dann noch die Rede von Gysi anhört, kann man sich nur wünschen, dass Anhänger dieser Partei keinen weitgehenden Einfluss in die Geschicke der bundesdeutschen Politik haben werden.


    Ich konnte in der Rede von Gysi nichts Demokratie- oder Verfassungswiedriges finden.

  • Zitat

    Original geschrieben von Stefan
    Wenn man sich dann noch die Rede von Gysi anhört, kann man sich nur wünschen, dass Anhänger dieser Partei keinen weitgehenden Einfluss in die Geschicke der bundesdeutschen Politik haben werden.


    Wieso? Hat Herr Gysi in dieser Rede irgend etwas inhaltliches gesagt?


    Ich habe die Pressekonferenz zwar nur teilweise verfolgt, kann mich aber nicht an irgend etwas derartiges erinnern. Erinnern kann ich mich nur daran, dass Herr Gysi die Opfer- und Märtyrerrolle genossen und gefeiert hat, in der er sich so wohlfühlt und in der er immer so wunderbar glänzt. Das ist das eigentliche Ergebnis dieses Vorfalls und daraus wird die PDS gestärkt hervorgehen, sofern sich die Geschichte wiederholt, wovon ich ausgehe.

    Zitat

    Original geschrieben von Stefan
    Vor allem sollte man auch Bisky weitere Niederlagen ersparen, langsam verkommt das doch zu einer menschlich tragischen Farce.


    In derselben Pressekonferenz hat Herr Bisky bekanntgegeben, dass er "es" - was auch immer damit gemeint ist - verstanden hat und definitiv nicht mehr antreten wird. Stattdessen wird die PDS den Posten zunächst einmal gar nicht besetzen.


    Das kann jetzt man natürlich gut finden und sich darüber freuen, weil die PDS jetzt gar nicht im Präsidium vertreten ist, aber in Wirklichkeit nützt es der PDS, weil sie diesen Posten eigentlich überhaupt nicht braucht. Stattdessen nimmt die PDS die Opfer- und Märtyrerrolle dankbar an und wird in irgendeiner Weise davon profitieren.

  • Ich weiß was Bisky beruflich gemacht hat und er wäre ohne seine Kontakte zum Staatsapparat der DDR wohl auch dort nicht so weit gekommen.
    Und ein Landtag mit über 20% PDS Anteil ist zum Glück nicht der Bundestag.


    Und in der Märtyrerrolle gefällt sich die PDS auch am Besten, paßt irgendwie zu ihren Wählern. Die jammern teilweise auch nur und sehen sich als Verlierer bzw. wollen die guten alten DDR Zeiten wieder.

    ------------------------------------------------
    Ericsson T39m
    Legends never Die!
    ------------------------------------------------

  • Zitat

    Original geschrieben von galahad13
    Die jammern teilweise auch nur und sehen sich als Verlierer bzw. wollen die guten alten DDR Zeiten wieder.

    Das ist allerdings bei manchen auch irgendwie nachvollziehbar. Zu DDR Zeiten hatte man auf der einen Seite ein sehr einfaches Leben. Vieles war von vorne rein komplett organisiert und geplant. Man mußte sich keine Gedanken machen, wie z.B. Arbeit. Und ich denke, nur die, denen es jetzt schlechter geht als zu DDR Zeiten, wollen diese auch wieder zurück.
    Allerdings glaube ich nicht, daß das der Großteil der Bürger der neuen Länder so sehen. Ich schätze die meisten erfreuen sich an den Dingen die dazugekommen sind mehr als denen, die weggefallen sind nachzutrauern. Soweit finanziell möglich, kann man sich das Auto, das man will sofort kaufen. Man muß nicht mehr (IMHO) 12 Jahre (oder warens mehr?) auf das Auto warten und kann dann nur Trabant, Wartburg, Dacia oder Lada wählen. Man kann Urlaub machen wo man will und nicht nur an der Ostsee, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, ...


    Die Ossis, die ich bisher kennen gelernt habe, jammern nciht mehr und nicht weniger als die Wessis, die ich kenne.


    Fazit: Nicht nur Ossis jammern. Ganz Deutschland ist ein einziger Jammerlappen. Jedenfalls lassen uns das die Medien glauben... eine Umfrage mit dem Ergebnis "Wir sind zufrieden und glücklich" wäre ja langweilig... ;)

  • Die Mehrheit der Ostdeutschen jammert ja auch nicht und wählt was anderes als die PDS.
    Aber den beschriebenen Typus gibt es halt in einer gewissen Anzahl und daraus rekrutiert die PDS neben den alten Kadern einen Großteil ihrer Wähler in den neuen Bundesländern.
    Im Westen gibt es natürlich auch eine Klientel, die sich den allumsorgenden Staat wünscht und denen jegliche Eigeninitiative fremd ist.

    ------------------------------------------------
    Ericsson T39m
    Legends never Die!
    ------------------------------------------------

  • Du hast ja auch geschrieben:

    Zitat

    Original geschrieben von galahad13
    Die jammern teilweise...


    Ich wollte die Aussage lediglich ein bißchen relativieren, bevor ein paar "Ossi-Hasser" das teilweise in Deinem Posting überlesen ;)


    Die Wahl hat ja auch gezeigt, daß es genügend Leute gibt, die sich vom Staat komplett versorgen lassen wollen und die sich keine Gedanken machen wollen. Für mich persönlich ist das nix. Ich bin ein Fan von Individualität - jeder soll die Möglichkeit haben das beste aus seinem Leben zu machen und zwar in allen Bereichen! Aber es gibt genügend Leute, die zu faul sind, sich um die beste Krankenkasse, bzw. Rentenabsicherung zu kümmern und froh sind, daß Vater Staat ihnen die gesetzlichen Kassen vorschreibt. Ich dreh regelmäßig durch wenn ich auf meinen Gehaltszettel schaue... deswegen schaue ich nicht so oft drauf ;)

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!