Der allgemeine Fußball-Thread [internationale Ligen, unterklassige Ligen und Co.]

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Es ist natürlich Unsinn, dass Heterosexuelle ihre Privatsphäre geheimhalten sollten/müssen wie Homosexuelle in einem homophoben Umfeld. Daher ist es auch Unsinn (um es höflich zu formulieren) zu verlangen, dass Homosexuelle ihre Neigung verschweigen oder geheimhalten. Schon wenn ein Fußballer über seine Familie oder seine Freundin berichtet, ist damit natürlich klar, dass er heterosexuell ist - wie die Mehrheit der Bevölkerung. Hitzlsperger hätte sich auch outen können, wenn er sich öffentlich mit einem Freund gezeigt hätte (wenn es einen gegeben hätte). Wäre das dann auch schon zu viel Zumutung für das Umfeld?


    Ich würde es begrüßen, wenn man über Hitzspergers Coming Out nicht sprechen müsste. Leider ist es aber nun mal so, dass das so nicht geht - denn die Akzeptanz für Menschen mit homosexuellen Neigungen muss eben erst geschaffen werden. Und sie existiert ganz sicher dann nicht, wenn man verlangt, dass sie nur im Geheimen so sein dürfen, wie sie sind.


    Ich werde sowieso nie begreifen, was für ein Problem homophobe Menschen mit Homosexuellen haben. Heterosexuelle werden dadurch nicht in irgendeiner Weise 'bedroht'. Und es ist auch nicht so, dass mehr Menschen schwul werden, wenn es weniger Homophobie gäbe. Es ist für so gut wie jeden Homosexuellen ein ziemlich schmerzhafter Prozess, erkennen zu müssen, dass er mit einem Menschen gleichen Geschlechts zusammenleben muss.


    Jeder soll die Beziehung führen, die er will.
    Die Akzeptanz wird aber nicht dadurch erhöht, dass er durch die Medien turn, um aller Welt mitzuteilen, dass er schwul ist. Wenn er sich einfach normal mit seinem Freund gezeigt hätte, hätte das viel mehr die "Normalität" dargestellt.

    Wer Rechtschreibfehler nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte Rechtschreibfehler in Verkehr bringt, wird mit dem Duden nicht unter 10 Bänden bestraft!

  • Zitat

    Original geschrieben von stanglwirt
    naja ein bisschen merkwürdig sind solche "coming outs" aber schon.


    auf der einen seite will man als ganz normal angesehen werden, auf der anderen seite verheimlicht man dies jahrzehntelang um dann groß das "coming out" zu zelebrieren. damit gibt man den homophoben ja auch nen haufen nahrung.


    wenn sich die schwulen und lesben selbst nicht als "normal" ansehen (auch wenn sie das zwar behaupten, aber handeln tun die meisten nicht danach), dann werden das andere erst recht nicht machen.


    Danke, genau das ist es, was ich sagen will.


    Ich kann nicht mein "Anders sein" hervorheben und zelebrieren (das trifft es sehr schön) und dann darauf setzen, trotzdem normal behandelt zu werden.

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  • Zitat

    Original geschrieben von stanglwirt
    naja ein bisschen merkwürdig sind solche "coming outs" aber schon.


    auf der einen seite will man als ganz normal angesehen werden, auf der anderen seite verheimlicht man dies jahrzehntelang um dann groß das "coming out" zu zelebrieren. damit gibt man den homophoben ja auch nen haufen nahrung.


    wenn sich die schwulen und lesben selbst nicht als "normal" ansehen (auch wenn sie das zwar behaupten, aber handeln tun die meisten nicht danach), dann werden das andere erst recht nicht machen.


    Das Coming Out mag merkwürdig sein - aber das hängt eben auch mit dem Umfeld zusammen. Wir brauchen wahrscheinlich nicht zu diskutieren, warum Hitzlsperger und andere ihre Neigung lange verschweigen oder aktiv geheimhalten. Es gibt nach wie vor gute Gründe des Selbstschutzes dafür. So ein Coming Out in einem homophoben Umfeld ist aber m.E. wichtig, um zu zeigen, dass Homosexualität eben Teil unserer Gesellschaft ist, und zwar ein ganz normaler.


    Ich frage mich ohnehin, was das heißen soll: Homosexuelle verhalten sich nicht wie normale Menschen? Jeder Mensch hat seine persönlichen Eigenarten, und wenn jemand vermutet, der typische Homosexuelle verhalte sich wie Herr Hermanns, dann liegt er aber ziemlich falsch. Hitzlsperger ist viel typischer als die meisten Vorzeige-Homosexuellen. Meist sind es eben ganz normale Leute. ;) Und sie sind übrigens auch keine Bedrohung.

  • Zitat

    Original geschrieben von Amerikaner
    Danke, genau das ist es, was ich sagen will.


    Ich kann nicht mein "Anders sein" hervorheben und zelebrieren (das trifft es sehr schön) und dann darauf setzen, trotzdem normal behandelt zu werden.


    Zelebriert wird das Anderssein eigentlich nur im Rahmen des Christopher Street Days - und die Teilnehmer dort sind kein typischer Querschnitt durch die Masse der Homosexuellen. Bei dieser Feier des Andersseins handelt es sich aber ursprünglich um eine politische Demonstration, um ein Signal des Trotzes in einer Zeit, in der Homosexuelle noch mit ganz anderen (auch gesetzlichen) Schikanen zu rechnen hatten, als das heutzutage der Fall ist, und diese Form der überzeichneten Demonstration war und ist auch unter Homosexuellen immer umstritten gewesen, weil sie ein verzerrtes Bild transportiert. Man sollte und kann daraus nicht auf den allgemeinen Lebensstil und Lebenswandel von Homosexuellen schließen.

  • nein die meisten homosexuellen verhalten sich eben nicht wie "normale" menschen. damit meine ich nicht, dass sie "tuntig" rumlaufen und jedem typen nen klapps auf den hintern geben.


    aber sie verheimlichen etwas und irgendwann kommt vielleicht das große "coming out". wozu wenn die homosexuelle einstellung doch ebenfalls "normal" ist?


    jemand mit einem großen furunkel am rücken verheimlicht das viellleicht auch, weils ihm peinlich ist, nicht "normal" oder "hässlich". wenns dann jemand beim baden sieht, ist das hald so, vielleicht gibts auch nen spruch von jemanden dazu reingedrückt. er wird aber nicht irgendwann hingehen und sein furunkel allen präsentieren "seht her! ich habe ein furunkel! jetzt ist es raus!"


    wenn die schwulen nicht als sonderlinge behandelt werden wollen, dann müssen sie sich mal selbst auch nicht so sehen, sonst wird das nie was mit der "anerkennung". wie soll sich die masse daran gewöhnen, wenn es alle 10 jahre ein großes "coming out" von irgendjemanden in der öffentlichkeit gibt und alle dann gaffen?

  • Dann hättest Du auch einen etwas angenehmeren Vergleich wählen können, aber sei's drum. Die Jaguarfahrer sind zum Beispiel sicher ebenso eine Minderheit wie die Furunkelträger.


    So ein Coming Out hat sicher mehrere Funktionen: Es ist für denjenigen, der sich dazu entschließt, eine Art des 'Reinen-Tisch-Machens', und es erleichtert wirklich vieles, weil es nicht jedes Mal von neuem erklärt werden muss. Insofern hat es auch etwas mit dem eigenen Wohlbefinden zu tun und ist vielleicht in dieser Hinsicht sogar ein bisschen egoistisch. Man legt die Karten einmal für alle sichtbar auf den Tisch, und damit ist es eben gut und getan. Meine Sache ist das nicht, aber ich mache umgekehrt auch die Feststellung, dass die Tatsache, dass ich das nicht mache und einen dezenteren Weg wähle, oft zu blöden Situationen oder Missverständnissen führt. Trotzdem würde ich mich dagegen wehren, dass alle Homosexuellen jetzt Farbe bekennen sollen. Das soll jeder für sich selbst entscheiden.


    Das Coming Out eines Prominenten in einem homophoben Umfeld hat darüber hinaus aber auch eine politische Funktion - er zeigt eben, dass es Homosexuelle auch (in diesem Fall: ) im Fußball gibt, dass es etwas ist, das nicht auf bestimmte klischeebesetzte Milieus beschränkt ist, sondern dass es sich dabei oft um ganz normale, intelligente und nette Menschen wie Herrn Hitzlsperger handelt.

  • Zitat

    Original geschrieben von stanglwirt
    nein die meisten homosexuellen verhalten sich eben nicht wie "normale" menschen. damit meine ich nicht, dass sie "tuntig" rumlaufen und jedem typen nen klapps auf den hintern geben.


    Machst Du das bei jeder Frau?




    Warum denken - vorwiegend Männer - nur an Sex bei Schwulen/Lesben? Da geht es genau so um Liebe, Sehnsucht und Freude mit allen Höhen und Tiefen. Das ist das wirklich diskriminierende.
    Genau wie outings in der Öffentlichkeit. Warum hat der Fussballer nicht einfach seinen Freund mit zu einer Veranstaltung genommen? Ich habe im Bekanntenkreis jemanden der einfach mit (gleichgeschlechtlichem) Partner zur Party kam. 90% der Leute wussten nicht das er mit nem Typ zusammen lebt, aber interessiert hat es auch keinen. Trotzdem rennt er mit Ehering rum, damit im Alltag die Kunden denken er hätte eine Frau. Also scheint es da reichlich Vorurteile zu geben, sonst würden die nicht so handeln. Wir als "normale" können uns das wahrscheinlich nicht vorstellen, geben aber gerne Ratschläge. Es dürfte in Kneipen und Bereichen mit überwiegend dummen Menschen (Fussball-<g>) genügend Leute geben,die in der Gruppe dann Schwule blöd anmachen oder angreifen. Dazu gehört das Mysterium, warum solche unästhetischen Menschen dann sagen "..ich habe nix dagegen, wenn er mich nicht anfasst". Fassen die jede Frau an? Warum sollte einer, der auf Männer steht, jeden x-beliebigen teigigen Dummkopf anmachen?? Wenn ich Postings wie vom Amerikaner lese, in denen von "besteigen" die Rede ist, tut mir die Frau auch leid, obwohl sich ja gleich und gleich gerne gesellt und die Partnerin ähnlich einfach strukturiert sein dürfte sonst hätte Sie so einen ja nicht. Ausser, er tönt nur "draussen" so rum und kuscht im real life bei seiner Frau :D

    Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.

  • @ mostwanted


    ich glaub, meinen von dir zitierten satz hast du nicht richtig gelesen.


    dein beispiel zeigt ja schon, dass es mit einem natürlichen umgang mit der sachen, auch im unmfeld garnicht so ein thema wäre und vieles hausgemacht ist...


    allein die aussage von hitzelsberger wieder "Homophobe haben jetzt einen Gegner mehr" erzeugt bei mir nur ein kopfschütteln. warum wieder "gegner"? wenn man sich selbst schon als gegner von irgendjemanden bezeichnet, hat man natürlich auch gegner...

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