Patenschaften (SOS-Kinderdörfer usw) - Erfahrungen, Meinungen

  • Hi !


    Ich trage mich schon seit einigen Monaten mit dem Gedanken eine Patenschaft einzugehen und suche nun nach Erfahrungen und Meinungen eurerseits dazu.


    Was haltet ihr generell von Kinderpatenschaften ? Welche Organisationen sind zu empfehlen ?


    Bei dem ganzen Thema beschäftigt mich ein Gedanke besonders: macht es Sinn ein einzelnes Kind zu unterstützen, oder spendet man sinnvoller an eine Organisation ?


    Beispiellinks zu Patenschaften: http://www.sos-Pate.de (von sos-kinderdörfer), http://www.unicef.de/projekte.html, http://www.plan-deutschland.de/ ...


    Gruss, Jörg

    ..alles was sie sehen geschieht in Echtzeit !

  • Ich habe mal ein Projekt für eine Kinderhilfsorganisation gemacht und dabei auch mal ganz informell mit den Mitarbeitern ins Gespräch gekommen.


    Ganz klarer Tenor war: Dauerspender sind natürlich sehr willkommen. Weniger Verwaltungsaufwand und damit bessere Ausnutzung der Spende erreicht man durch eine jährliche Spende. Spendeneinzug und Verarbeitung kostet Geld und sollte daher so selten wie möglich stattfinden.


    Und ein ganz wichtiger Punkt: am besten "zweckungebunden" spenden. Wenn Du zum Beispiel ganz konkret für ein Projekt spendest und für dieses Projekt schon genug Spenden da sind, kann die Organisation zweckgebundene Spenden nicht woanders nutzen. Das heißt dann konkret, dass deine Spende im Zweifelsfall zurücküberwiesen wird.


    Viel sinniger ist deswegen für die Organisation allgemein oder bestimmte Regionen zu spenden. Dann kann das Geld da ausgegeben werden, wo es benötigt wird.


    Deswegen finde ich Patenschaften prinzipiell gut. Erfahrungen habe ich persönlich noch keine gesammelt. Ich bin vielleicht nicht ganz unbefangen und möchte daher keine Organisationsempfehlung abgeben. Bei deinen Nennungen war aber mein Favorit noch nicht dabei...


    Es gibt ein "DZI"-Spendensiegel. Das kann, aber muss nicht, ein gutes Zeichen für die Organisation sein.

  • Eigentlich eine nette Idee... :top:
    Ich hatte mich auch mal vor einer Weile mit dem Gedanken getragen und informiert.
    Meine Favoriten waren http://www.kindernothilfe.de/G…ml/kinderpatenschaft.html und http://www.worldvision.de/kinderpatenschaft.php .


    Meine Erfahrungen: Ich hatte von einer der beiden Organisationen (weiß nicht mehr von welcher) Info(!)Material angefordert, und gleich einen konkreten Patenkind-Vorschlag mitgeschickt bekommen. - Mir persönlich hatte das nicht gefallen, weil ich mich unter Druck gesetzt fühlte. (So nach dem Motto: Wie soll ich denn dieses traurig-süß guckende Gesicht jetzt ablehnen?)


    Ich habe mich dann noch etwas weiter informiert und bin zu dem Entschluss gekommen, dass es, wenn ich will, dass möglichst viel von meinem Geld möglichst gut genutzt wird, besser ist, ab und zu einen größeren Betrag - völlig zweckungebunden (s.o.) einer seriösen Organisation zu spenden. :)


    Man sollte bedenken, dass es zwar für einen selbst toll ist, konkrete Photos und Dankes-Briefe von "seinem" Patenkind zu bekommen, aber dass dadurch eigentlich nur mehr die eigenen Eitelkeit befriedigt wird.
    Auch entstehen durch - gut gemeinte - persönliche kleine Geschenke für das Patenkind nur viel Mehrarbeit und Mehrkosten (Geschenke müssen überreicht, Briefe übersetzt werden) und evtl. sogar Unfrieden vor Ort, weil z.B. das eine Kind dann tollere Geschenke bekommt als sein Geschwisterchen usw... :(


    Es ist immer sehr schwierig, jemandem in einem weit entfernten Land mit einer ganz anderen Kultur selber konkret zu helfen. - Da halte ich allgemeine Geldspenden für besser, die von den Helfern vor Ort da eingesetzt werden, wo sie wirklich am dringendsten benötigt werden.

  • Zitat

    Original geschrieben von Elke2002
    weil ich mich unter Druck gesetzt fühlte. (So nach dem Motto: Wie soll ich denn dieses traurig-süß guckende Gesicht jetzt ablehnen?)


    Genau das stört mich auch ein wenig - man wird mit rehäugigen, dackelblickenden Kindergesichtern bombardiert, egal wo und wie man sich (online) informiert.


    Zitat


    Man sollte bedenken, dass es zwar für einen selbst toll ist, konkrete Photos und Dankes-Briefe von "seinem" Patenkind zu bekommen, aber dass dadurch eigentlich nur mehr die eigenen Eitelkeit befriedigt wird.


    Ich denke dabei auch an meinen 6 jährigen Sohn - so kann ich ihm recht plastisch nahe bringen das es auch ganz andere Kulturen mit ganz anderen Sorgen und Nöten gibt. Er hätte so einen Bezug zu der Sache - im Gegensatz zu einer Geldspende an eine Organisation. Die Spende/Unterstützung hat quasi ein "Gesicht".


    Gruss, Jörg

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  • Zitat

    Original geschrieben von Lobo
    Genau das stört mich auch ein wenig - man wird mit rehäugigen, dackelblickenden Kindergesichtern bombardiert, egal wo und wie man sich (online) informiert.

    Ja, aber ich denke, das ist auch gerade das Dilemma dieser Organisationen: Werben sie mit glücklich lächelnden Kindern, dann denkt sich so mancher "So schlecht kann es denen doch gar nicht gehen, wenn die so fröhlich gucken". - Werben sie mit traurigen halbverhungerten Kindern, dann denken viele "Oh je, schon wieder jemand mit der Mitleids-Tour...". :-/


    Zitat

    Ich denke dabei auch an meinen 6 jährigen Sohn - so kann ich ihm recht plastisch nahe bringen das es auch ganz andere Kulturen mit ganz anderen Sorgen und Nöten gibt. Er hätte so einen Bezug zu der Sache - im Gegensatz zu einer Geldspende an eine Organisation. Die Spende/Unterstützung hat quasi ein "Gesicht".

    Ah, verstehe. Dann ist das natürlich schon eine gute Idee. :)


    Als Alternative gäbe es für später vielleicht auch noch "normale" Brieffreundschaften (gibt's sowas eigentlich heute noch?). Ich habe mich z.B. zu Schulzeiten jahrelang mit einem Griechen und einer Inderin geschrieben, weil mich die Kultur interessierte. (Und auch gut für die Englisch-Kenntnisse.)

  • Zitat

    Original geschrieben von Lobo
    Hi !


    Nach hinreichender Recherche haben wir uns für http://www.plan-deutschland.de/ entschieden und unterstützen nun ein 4 Jähriges Patenkind aus Haiti.


    Gruss, Jörg


    Darf man zum Patenkind gratulieren. ;)


    Beachte aber unbedingt das, was Elke2002 hier schon erwähnte und hier besonders den zweiten Punkt:


    Zitat

    Original geschrieben von Elke2002
    Auch entstehen durch - gut gemeinte - persönliche kleine Geschenke für das Patenkind nur viel Mehrarbeit und Mehrkosten (Geschenke müssen überreicht, Briefe übersetzt werden) und evtl. sogar Unfrieden vor Ort, weil z.B. das eine Kind dann tollere Geschenke bekommt als sein Geschwisterchen usw...


    Mit direkten Zuwendungen sollte man bedacht agieren, da sie die Arbeit vor Ort sogar behindern könnten, ohne dass man dies natürlich will. Aber plan-deutschland wird dir ja sicher einen Leidfaden zum Kontakt geben.


    Ich persönlich finde den Zeitpunkt kurz vor Weihnachten nicht als besten Zeitpunkt um über Spenden oder ähnliches nachzudenken. Darum würde auch nie eine dieser TV-Bettelsendungen jetzt vor Weihnachten von mir was erhalten. Da spende ich lieber im Frühjahr oder Sommer außerhalb des Mainstream. Dem FA ist es doch egal, welcher Monat auf der Spendenquittung steht.

  • Hi !


    Jop, wir haben eine dicke Infomappe bekommen. Briefkontakt und kleine (!) Aufmerksamkeiten sind durchaus erwünscht.


    Die Landessprache dort ist unter anderem Französisch, wir werden unsere Briefe in dieser Sprache verfassen.


    Wir befassen uns seit Monaten mit dem Thema (siehe 1. Beitrag) - Weihnachten oder das Finanzamt hat damit rein garnichts zu tun, ebensowenig wie Mainstream.
    Wir spenden das ganze Jahr über, monatlich.


    Gruss, Jörg

    ..alles was sie sehen geschieht in Echtzeit !


  • Bitte verstehe das jetzt nicht falsch. Das sollte keine Kritik an deinem Handeln sein!


    Ich könnte mir nur gut vorstellen, das gerade jetzt die Anfragen bei den genannten Institutionen brummen. Und man in anderen Zeiten ein Problem damit hat, überhaupt Paten zu finden.


    Wenn man also in seiner Entscheidung noch nicht ganz schlüssig ist, kann es eventuell hilfreich sein, einen Zeitraum zu wählen, wo die Mitarbeiter wieder etwas mehr Zeit zum Beantworten von Fragen haben.



    Siemensanier


    PS: Eine Bekannte machte mal den Fehler, und legte jedem Brief einige Dollarscheine bei. Kam nicht gut an. Außer wohl beim Rumverkäufer vor Ort, leider :( Daher der Hinweis mit dem bedachten Umgang zum Patenkind.

  • Zitat

    Original geschrieben von Siemensanier
    PS: Eine Bekannte machte mal den Fehler, und legte jedem Brief einige Dollarscheine bei. Kam nicht gut an. Außer wohl beim Rumverkäufer vor Ort, leider :( Daher der Hinweis mit dem bedachten Umgang zum Patenkind.


    In der Regel schickt man die Briefe an die Organisation, welche sie nach Kontrolle/Übersetzung usw weiterleitet.


    Wann man Pate wird spielt keine Rolle - wohl aber die Dauer.


    Ansonsten habe ich es nicht als Kritik verstanden :) Passt schon.


    Gruss, Jörg

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