Kaufberatung: NAS

  • Ich bräuchte mal Erfahrungsberichte von NAS-Benutzern, was die Erweiterbarkeit mit zusätzlichen Festplatten zur Verbesserung der Redundanz und Netto-Speichermenge angeht.


    1. Welcher Hersteller? Qnap oder Synologie? Ich lege wert darauf, dass ich nicht alle drei Wochen irgendwelche merkwürdigen Effekte reparieren muss. Ich kann auf Spielereien verzichten. Weder möchte ich irgendwelche Apps drauf installieren, oder auf den TV streamen, oder von aussen drauf zugreifen.


    Ich möchte einen Speicher für daheim, in den ich ca 4-5 Festplatten beliebig einbauen kann, die dann variabel in der Redundanz konfiguriert werden können. Beispiel: Ich starte mit einem 4-bay-System und baue drei Festplatten ein. Diese drei Platten erlauben den Ausfall einer Platte. Dann möchte ich mehr Kapazität und baue eine vierte Platte ein. Das NAS würde dann die Daten so umschichten, dass immer noch ein Ausfall einer Platte toleriert werden kann. Weiteres Szenario: Ich würde von den vier Plattten, die nun im NAS arbeiten, gerne eine gegen eine größere austausche. Ginge es jetzt, die Redundanzdaten zu entfernen, die (zu kleine) Platte zu entfernen, eine größere einzubauen, und dann die Redundanzdaten wieder neu auf die vier Platten mischen zu lassen? Dass diese Vorgänge dann tagelang dauern, ist mir klar, aber ist sowas mit einem guten Gerät möglich?

  • Die Erweiterung eines RAID5 um eine weitere Platte ist unter Linux mit einem halbwegs aktuellen mdadm kein Problem, nennt sich reshape. Inwiefern das von den einzelnen NAS-Systemem direkt unterstuetzt wird weiss ich nicht, bei einem Selbstbau-NAS geht's.


    Eine einzelne Platte durch eine groessere zu ersetzen ist auch garkein Problem, dazu musst du nicht mal was an der Konfiguration drehen. Alte Platte raus > RAID ist degraded > neue Platte rein > RAID stellt die Paritaet wieder her > alles schick.


    Aber: Du wirst von dem zusaetzlichen Platz i.d.R. nichts merken, da die kleinste genutzte Platte die Maximalgroesse des Arrays bestimmt. Erst wenn du alle Platten eines Arrays durch groessere ersetzt hast, kannst du das Array als solches vergroessern.

  • Danke erstmal, ich suche eine benutzerfreundliche Lösung. Die Software, die auf modernen NAS drauf ist, sieht ganz gut aus. Nur kann man anhand der Screenshots allein nicht gut einschätzen, wie gut das wirklich alles funktioniert. Man kennt von Festplatten-Partitionierern schon seit über zehn Jahren, wie komfortabel man Partitionen verwursten und umkopieren kann, und das meist ohne Datenchaos. Sowas müsste doch auch auf einen NAS mit Raid möglich sein.


    Dass man natürlich eine Festplatte aus dem Raid entfernen kann (quasi die mini-Katastrophe ;) ) und dann eine andere einbaut, ist nicht das Ziel der Flexibilität. Das Raid soll schon den Platz der zu ersetzenden Platte freimachen, um dann mit einer größeren Platte die Redundanz wieder herzustellen (mit mehr Platz dann, natürlich).


    Warum das ganze Gehampel? Weil ich irgendwo so um die 12 Terrorbyte Speicherplatz benötige, und die will ich halt nicht 2x vorrätig haben, falls es zu einer Umschichtaktion kommt. Das sollte dann dynamisch funktionieren.

  • Zitat

    Original geschrieben von fahrsfahrwerkaus
    Dass man natürlich eine Festplatte aus dem Raid entfernen kann (quasi die mini-Katastrophe ;) ) und dann eine andere einbaut, ist nicht das Ziel der Flexibilität. Das Raid soll schon den Platz der zu ersetzenden Platte freimachen, um dann mit einer größeren Platte die Redundanz wieder herzustellen (mit mehr Platz dann, natürlich).

    Das wuerde aber voraussetzen, dass du immer auch genug freien Plattenplatz hast, um eine komplette Platte unter Beibehaltung der Redundanz freizuschaufeln. Du muesstest dir also immer fruehzeitig Gedanken machen.


    Falls es ueberhaupt funktionert, so dauert das ne kleine Ewigkeit, da alle Daten mehrfach gelesen und wieder geschrieben werden muessen. Wir reden hier von einer Zeitspanne von mehreren Tagen bis zu einer Woche (siehe z.B. hier: http://ubuntuforums.org/showthread.php?t=1794121).


    Ein einfaches Recovery dagegen dauert bei einem NAS mit 4x3 TB etwa 9-12 Stunden.


    Ansonsten gilt das weiter oben gesagte: mdadm kann auch diese Art von reshape, ob es von einem kommerziellen NAS angeboten wird weiss ich nicht.

    Zitat

    Warum das ganze Gehampel? Weil ich irgendwo so um die 12 Terrorbyte Speicherplatz benötige, und die will ich halt nicht 2x vorrätig haben, falls es zu einer Umschichtaktion kommt. Das sollte dann dynamisch funktionieren.

    Wenn du dir wegen den 12 Stunden fuer ein Recovery Sorgen machst, solltest du ein paar EUR mehr in die Hand nehmen und auf doppelte Parity in Form von RAID6 setzen.


    6x3 TB mit RAID6 ergibt die von dir benoetigten 12 TB netto. Nimmst du stattdessen 4 TB Disks, so hast du nochmal 4 TB Luft.


    Bedenke auch: RAID ersetzt kein Backup, es erhoeht lediglich die Verfuegbarkeit im Falle von Hardwaredefekten.

  • Linux kommt nicht in Frage. Sonst könnte ich noch irgendwo mein OS/2 Warp auf 21 Disketten plus nochmal soviele Disketten Servicepack installieren ;)


    Um die Recoveryzeit mache ich mir keine Sorgen, und es ist mir auch bewusst, dass es kein Backup ersetzt. Es sind wiederbeschaffbare Daten, allerdings aufwendig. Meine wirklich wichtigen Daten sind wesentlich handlicher und liegen örtlich verteilt.


    Ich möchte halt mit einer kleinen Lösung anfangen, max. 500 Euro für das NAS und nochmal so 200-300 Euro für Festplatten, und von dort aus erweitern, wenn ich Vertrauen gefunden habe.


    Idealerweise kann man bei der Installation des NAS schon den Grad der Paranoia / Redundanzfaktor bestimmen, wie man sowas bei einigen Packern damals konnte.

  • Zitat

    Original geschrieben von fahrsfahrwerkaus
    Linux kommt nicht in Frage. Sonst könnte ich noch irgendwo mein OS/2 Warp auf 21 Disketten plus nochmal soviele Disketten Servicepack installieren ;)

    Bei einem linuxbasierten Homeserver spricht nix gegen eine VM mit OS/2 drin ;) Und auch fuer solche Kisten gibt's Weboberflaechen, die sich annehmbar bedienen lassen. Allerdings gibt's normalerweise nicht viel mehr zu tun als das Ding einmal aufzusetzen, das kann man auch mal eben an der Konsole machen.

    Zitat

    Ich möchte halt mit einer kleinen Lösung anfangen, max. 500 Euro für das NAS und nochmal so 200-300 Euro für Festplatten, und von dort aus erweitern, wenn ich Vertrauen gefunden habe.

    Die "normalen" Erweiterungsfaelle werden die besseren NAS abdecken, d.h. Austausch einer Platte durch eine gleich grosse/groessere oder Erweiterung des RAID um eine weitere Platte. Ich hab' mal kurz gegooglet, das QNAP 509 Pro kann das beispielsweise: http://www.qnap.com/en/index.php?sn=2687


    Beim Rest deiner Wuensche wird die Luft schon deutlich duenner.

    Zitat

    Idealerweise kann man bei der Installation des NAS schon den Grad der Paranoia / Redundanzfaktor bestimmen, wie man sowas bei einigen Packern damals konnte.

    Du bist halt auf die Moeglichkeiten angewiesen, die die Hersteller ueber die Weboberflaeche verfuegbar machen. Darunter werkelt meist auch nur ein schnoedes Linux. Das bisschen UI lassen sie sich ordentlich vergolden.


    Aus dem Grund bevorzuge ich selbstgebaute Homeserver mit Software-RAID. Da weiss man was drauf laeuft, hat die Kontrolle darueber und kann dem System im Zweifelsfall auch mal genauer auf den Zahn fuehlen. Ein Hardwarewechsel (aus Alters-, Platz- oder Defektgruenden) ist ein Klacks.


    Bei einer einem NAS von der Stange hast du es dagegen mit einer "black box" zu tun. Solange sie tut was man erwartet ist alles prima, aber wenn nicht... Und wenn das NAS irgendwann doch mal zu klein wurde, weil die vorhanden 4 oder 6 Slots nicht mehr reichen, brauchst du erst mal eine komplett ausgestattete, groessere Kiste nebendran.

  • Ich hab drüber nachgedacht, einen stromsparenden PC herzunehmen und eine gute RAID-PCIe-Karte reinzustecken, und dann ein Windows 7 oder sowas drauf laufen zu lassen. Aber dagegen spricht halt, dass man sich dann auch wieder regelmässig um noch einen PC kümmern muss. Der Charme vom NAS mit seiner Oberfläche ist für mich, dass die Experten das wohl schon ordentlich konfiguriert haben, und ich nicht erstmal ein Jahr üben muss, und das viermal neu machen muss, weil ich nach drei Monaten feststelle, dass ich was falsch eingestellt habe. Natürlich wäre es extrem viel preiswerter, wenn wir in die Kategorie "8-bay" kommen, die ich eigentlich gerne hätte.

  • Zitat

    Original geschrieben von fahrsfahrwerkaus
    Ich hab drüber nachgedacht, einen stromsparenden PC herzunehmen und eine gute RAID-PCIe-Karte reinzustecken, und dann ein Windows 7 oder sowas drauf laufen zu lassen.

    Hardware-RAID hat wieder das Problem, dass man im Falle eines Controller-Defekts passenden Ersatz beschaffen muss. Da legste dir am besten schon mal die gleiche Karte nochmal in den Schrank. Daher empfehle ich fuer den Heimgebrauch Software-RAID.


    Ich wuerde mir das wirklich nochmal ueberlegen. So ein kleiner Homeserver kann mit deinem Bedarf wachsen. In einen HP N54L passen z.B. locker 4x3,5" und 4x2,5", das genuegt fuer den Anfang. Wenn das Gehaeuse irgendwann mal zu klein wird, holst du dir eben ne groessere Kiste, steckst die Platten um und weiter geht's.

  • Ja, das ist mir bewusst. Es gibt ja von Intel auch solche RAID-Lösungen, die wohl nicht so richtig doll sein sollen. Meine Sorge ist dabei eben, dass die nicht so flexibel sind, was die Änderungen angehen. Es ist halt alles so ein Gratis-Mist, der beim Mainboard dabeiliegt. Bietet ein modernes Windows wie z.B. Version 7 solche Funktionen an, die ich brauche? Ich würde mich dann darauf beschränken, dass ich das RAID um Platten erweitern kann. Wenn es ein richtiger PC ist, kann ich ja soviele Platten mit eigenem Laufwerksbuchstaben einbauen, wie ich will, da ist ein Hin- und Herschieben viel einfacher als in einer Black Box.



    Edit: Das TS-509 pro scheint es nicht mehr zu geben.

  • Windows unterstuetzt Software-RAID mWn nur in den Serverversionen, Windows 7 kann wenn ueberhaupt die Daten nur spiegeln (RAID1).


    So ein NAS aus mehreren RAID1 hat aber auch seinen Charme. Der Overhead ist sehr gering, im Falle eines Hardwaredefekts ist wenn ueberhaupt nur ein Teil der Daten gefaehrdet.


    Dagegen spricht der hoehere finanzielle Aufwand (der "Verschnitt" aufgrund der Parity ist mit 50% ziemlich hoch), und der hoehere Stromverbrauch. Auch sind die Daten dann ggf. auf mehrere Laufwerke verteilt, wenn nicht noch ein Volume Manager dazukommt.

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