Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Verstehe ich dich richtig, du besitzt 100 ha Land in Griechenland? dann gehörst du ja selbst zu den sogenannten Großbauern mit denen du dich da angelegt hast. Jettzt klär uns doch mal auf, was da Sache ist.


    Fast jeder Grieche besitzt dort Land.
    Bei mir im Dörfchen gibt es z. B. jedes Jahr Ausschreibungen in denen gewisse Gebiete per Gebot versteigert werden. Das sind immer paar wenige Hektar wovon immer wieder was übrig bleibt. Dort habe ich immer wieder mal das was übrig geblieben ist gekauft. Land verliert niemals an Wert, und es gab Zeiten in denen ein Stückchen fruchtbares Land, mehr Wert war als alles Geld und Gold der Welt ;) Vor ein paar Jahren waren es sogar 15 ha mehr, aber die hab ich an jemanden verschenkt der mir dafür 7.500 Euro geboten hat. Es hat jemand von Außerhalb ein riesiges Outletcenter gebaut und benötigte Land. Auf die Idee meines Vaters hin hat man sich darauf geeinigt das Land kostenlos abzugeben wenn ein gewisser Teil der Mitarbeiter aus dem Dorf stammt.



    Ich bin zwar als Bauer gemeldet (wie über 95% der Menschen aus Dörfern), aber da ich die Felder nur besitze und selbst nichts damit mache, stehen mir weder Subventionen noch Steuervergünstigungen zu. So etwas gibt es gegen Rechnung für Produkte die man für die Landwirtschaft benötigt.


    Edit:


    So sieht das Ding jetzt aus. Leider war es vielen Geschäften im Umkreis von 50km ein Dorn im Auge da aufgrund der Grenznähe andere Regeln (z.B. war es Sonntags geöffnet) gelten. Aufgrund der Kürzungen hat es auch unseren Bürgermeister erwischt und das Dorf wird von einer Stadt in der Umgebung verwaltet. Seitdem ist das Ding komplett zu da nur noch die Interessen der eigenen Wähler von Belang sind :mad:

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    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Verstehe schon, du besitzt die Flächen bewirtschaftest sie aber nicht selbst und hast sie wahrscheinlich verpachtet Da bist du im rechtlichen Sinn dann auch evtl. kein Landwirt und erhälst auch keine Subventionen. Nach deutschen Recht wäre man da steuerrechtlich trotzdem Landwirt. Die Pachteinahmen zählen da zu Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft. Kann aber in Griechenland total anders sein.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Das ist auch in Griechenland so. Verpachtet habe ich sie nicht, auch wenn verschieden Cousins immer wieder was anbauen besteht kein Pachtvertrag o. Ä.


    Steuerrechtlich wäre ich denoch nur Landwirt wenn es um landwirtschaftliche Erträge geht. Hätte ich nebenher noch eine Werkstatt oder ein Cafe, Taverne oder was auch immer, so läuft das separat. Mann kan natürlich tricksen und Subventionen zum querfinanzieren nutzen, aber das funktioniert nur bedingt und in sehr geringen Umfang. Theoretisch könnte man den subventionierten Diesel für den Traktor im Auto nutzen aber kaum jemand fährt dort Privat einen Diesel. Es war über lange Jahre schlicht verboten Dieselfahrzeuge zur privaten Nutzung zu besitzen. Deshalb fahren dort auch viele Caddys durch die Gegend. Die kann man sowohl Geschäftlich als auch Privat nutzen. Nur in größere Städte durfte man damit nicht fahren. (Keine Ahnung wieso)

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  • Das kann rechtlich ganz schön verzwickt sein mit landwirtschaftlichen Grundstücken. Ich als Nicht- Landwirt hatte vor 10 Jahren mal einen 2 ha großen Acker geerbt. An Pachteinnahmen hatte ich dann 400 Euro im Jahr. Diese gab ich dann in der Steuererklärung als Miet- und Pachteinnahne an. Das beanstandete das Finanzamt und verlangte diese entweder in einer Anlage L als Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft zu versteuern, oder ich müsste das Grundstück ins Privatvermögen übertragen und dann zusätzlich den (fiktiven) Entnahme- Gewinn versteuern. Das war mir alles etwas zu blöd und ich habe dann das Grundstück verkauft und dann halt einmalig den Verkaufsgewinn versteuert. Es lebe die deutsche Bürokratie.

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  • Ganz so kompliziert ist es in Griechenland Gott sei Dank nicht. So lange ich selbst keinen Gewinn dadurch erwirtschafte interessiert sich niemand dafür.

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  • Wenn du jetzt Pacht einnehmen würdest,dann wäre das doch in Griechenland sicher auch steuerpflichtiger Gewinn, nehme ich mal an.Aber du hast ja keine, dann kann auch nichts anfallen. Ich denke in Deutschland hätte man da Probleme damit das einem das Finanzamt dies glaubt, selbst wenn dies absolut richtig ist und man nicht gemogelt hat.

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  • Ja natürlich, sowas wird auch kontrolliert.
    Dann geht immer die Suche los wer wessen Feld bewirtschaftet. Da diese in den meisten Fällen neben Feldern von anderen sind kann man da schon mal den überblick verlieren. Da ich jedoch im Ausland lebe muss ich da wirklich nichts beweisen ;)

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  • Vollkommen klar. Die große Ungerechigkeit bei Grundstücksverkäufen in Deutschland ist ja, sind Grundstücke eine bestimmte Anzahl von Jahren in Privatvernögen kann man diese steuerfrei verkaufen selbst wenn ein Millionen-Gewinn erzielt wird. Sind diese Betriebsvermögen oder zu kurz im Privatvermögen dann fällt die volle Steuer an. So richtig Kasse machen da Spekulanten die entnehmen landw. Grundstücke ins Privatvermögen, versteuern die dann noch zum niedrigen Ackerlandpreis. Jahre später wird das ganze Bauland dann wird das ganze gewinnbringend steuerfrei verkauft. Alles völlig legal.

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  • Man sollte meinen das sowas in Deutschland, wo jeder sprichwörtliche Pfurz per Gesetz geregelt wird nicht so ohne weiteres sein kann. Ich mein okay, Spekuliert wird mit Ländereien überall, aber Ackerland sollte Ackerland bleiben. Wenn sich eine Stadt so weit ausdehnt das Ackerland zu Bauland wird dürfte es ein Einfaches sein sowas per Gesetz so zu regeln, dass Land nur zu dem Status verkauft werden darf zu dem es erworben wurde.


    So unterbindet man das irgendwelche Spekulanten, den Bauern die das Land wirklich brauchen und bewirtschaften wollen, einfach wegkaufen. Für einen Bauern, nein für die Menschheit ist Ackerland eine Notwendigkeit, spekulieren ist das nicht.

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  • Ganz klar besteht hier Handlungsbedarf beim Steuerrecht um steuerfreie Spekulationsgewinne zu unterbinden.
    Damit will ich es bewenden lassen, wir schweifen jetzt doch etwas vom eigentlichen Thema ab.

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