Ukraine / Krimkrise

  • Zitat

    Original geschrieben von schmidt3
    Nun ja, die Fürsorge der "westlichen Atommächte" für die Sicherheit Deutschlands war stets ein eher zweischschneidiges Schwert. Vermutlich erinnert sich hierzulande kaum jemand mehr daran, ...


    ... dass Deutschland im Falle des Falles Ziel- und Schlachtfeld für atomare Kurzstreckenwaffen hätte werden sollen.


    Ich denke, dass sich diejenigen, die ein knappes halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben, noch gut daran erinnern werden.


    Das lag aber nicht an der Einstellung der Atommächte zu Deutschland, sondern an unserer besonderen strategischen Lage. Wir (West- und Ostdeutschland) wären gezwungenermaßen der Ort gewesen, wo die Kontrahenten aus West und Ost direkt aufeinandergetroffen wären. Zudem galten atomare Kurzstreckenwaffen aus damaliger Sicht als probates Mittel der Verteidigung.


    Heute sähe das Szenario anders aus:
    1. In unsere Rolle würden die nunmehr östlichsten NATO-Partner rücken und
    2. nach reiflicher Überlegung hat man erkannt, dass man mit atomaren Kurzstreckenwaffen nicht nur den Gegner bekämpft, sondern "verbrannte Erde" auf eigenem Territorium hinterlässt.


    Damals war ein konvetioneller Krieg zwischen Ost- und West im Verteidigungsszenarion gar nicht mehr vorgesehen. Die umgehende Reaktion mit Nuklearwaffen galt als Garant einer wirksamen Abschreckung. Jeder, der einen konventionellen Krieg begann, riskierte damit eine weltweite radioaktive Verseuchung (auch eigenen Territoriums), was die Kriegsgefahr recht wirksam reduzierte.


    Inzwischen wird ein begrenzter konventioneller Krieg zwischen Ost- und West wieder als reales Szenario gehandelt. Davon kann man halten, was man will - persönlich sehe ich hierin eine steigende Gefahr für eine militärische Auseinandersetzung, weil dadurch ein Krieg auf europäischem Boden denkbar wird, ohne dass die Territorien von USA und Russland betroffen wären. Was ich davon halte: Auf den ersten Gedanken hin recht wenig, weil mancher gern mal Krieg führt, wenn er selbst davon nicht direkt betroffen ist.


    Genauer denke ich lieber erst gar nicht darüber nach, weil wir Deutschen im Falle eines Kriegs ohnehin nur Spielball Dritter wären, ohne selbst wirklichen Einfluss auf die Geschehnisse nehmen zu können. Wenn mir meine daraus resultierende Neigung zu internationaler Kooperation und multinationalem Konsens auch mit Gegnern der USA als Schwäche ausgelegt wird, kann ich damit leben.



    Edit:
    Gestrichen, weil zu beabsichtigten Fehlinterpretationen verleitend.

  • Putlers Marine macht sich in Skandinavien beliebt ...


    http://www.faz.net/aktuell/pol…vitaet-nach-13217415.html


    "Schwedische Armee geht weiter „fremder Unterwasseraktivität“ nach


    Vor der Küste Stockholms ist möglicherweise ein russisches U-Boot in Seenot geraten, spekulieren schwedische Medien. Das schwedische Militär führt seit Freitag eine großangelegte Operation in den Schären durch.


    ...


    Die Zeitung hatte bereits am Wochenende berichtet, das schwedische Militär habe einen Notruf auf russisch aufgefangen, der an eine Station in Kaliningrad gerichtet gewesen sei. Eine abgefangene Konversation über den russischen Kanal sei am Freitag verschlüsselt geführt worden, berichtete „Svenska Dagbladet“ weiter. Der Sender der Nachricht sei nahe der Inselgruppe Kanholmsfjärden, in den Schären vor Stockholm, lokalisiert worden.


    In schwedischen Medienberichten wurde eine russische Geheimdienstoperation in der Nähe der Inseln um Stockholm nicht ausgeschlossen. Ein russisches U-Boot könne versucht haben, veraltete Spionageeinrichtungen zu ersetzen oder Marinemanöver der schwedischen Flotte zu überwachen, hieß es. Die Streitkräfte wollten weder bestätigen noch dementieren, dass sie nach einem beschädigten russischen U-Boot suchen. ..."

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  • Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    Putlers Marine macht sich in Skandinavien beliebt ...

    ohje SS deine Kosenamen für Putin werden immer besser.

  • Aber leider nicht die Allerweltsgeschichten.


    Dass bei Maßnahmen wie der beschriebenen auch mal was schief laufen kann, halte ich für keinen Knaller, den man hier großräumig einrücken müsste. Und der Umstand, dass derartige zwischenstaatliche Missionen von Staaten mit potenten Geheimdiensten zum Tagesgeschäft gehören, dürfte ebenso wenig erwähnenswert sein.


    Interessant wird es in meinen Augen dann, wenn sich die Ziele solcher Operationen auf das alltägliche/intime Leben des Durchschnittsbürgers ausdehnen, der durch spezielle Vorschriften (gemeinhin in Verfassungen verankert) vor solchen Eingriffen besonders geschützt wird. Wenn Staaten also Geheimdienste mit Aufgaben betrauen, die den zur Verfolgung von Bürgern eigentlich zuständigen Stellen untersagt sind, sehe ich tatsächlichen Informations- und vor allem Handlungsbedarf (auch seitens des informierten Bürgers).



    Edit:
    Ach ja ... darf ich jetzt auch wieder Pornoschenko (o.ä.) schreiben, ohne dass das zum Aufreger wird? Wir sollten eine einheitliche Linie finden ...



    pithein:
    Ein Bericht mit interessanten Schmankerln:


    "Offiziell war die russische Armee an diesem Krieg nie beteiligt, und doch wurden immer wieder ihre Soldaten auf ukrainischem Boden festgenommen."


    Wer daraus auf eine russisch Beteiligung schließt, wird nach dem Überlaufen eines Bundeswehrangehörigen nun wohl auch die Bundesrepublik zu den militärischen Unterstützern der Donezker Republik zählen - spätestens, wenn der Bundeswehrangehörige offiziell angetroffen wurde. Schließlich ist die Frage einer offiziellen Entsendung für die so Argumentierenden ohne Belang. Behauptet die Bundesregierung, der Soldat sei ohne ihr Einverständnis vor Ort und entfernt der Bundeswehrangehörige dann noch die Abzeichen der Bundesrepublik von seiner Uniform, wird's besonders verwerflich ...

  • Welche 30 Mrd. USD?


    Die, die bisher gefordert wurden?


    Ich denke/hoffe nicht, dass schon Beträge in dieser Größenordnung geflossen sind.



    Meiner Kenntnis zufolge ist bisher von allen Hilfswilligen zusammen insgesamt ein Milliardenbetrag im unteren einstelligen Bereich geflossen. Für mich war eigentlich von Beginn an klar, dass die insgesamt aus allen Richtungen zu erwartenden Geldflüsse den Betrag von 30 Mrd. UDS (oder eine andere benötigte Größe) niemals werden erreichen können.



    Wirklich ohne Häme: Den totalen Staatsbankrott der Ukraine halte ich kaum für abwendbar. Der IWF hatte in der Vergangenheit nicht einmal ernsthafte Bemühungen der ukrainischen Regierung selbst zum Erreichen dieses Ziels feststellen können (und das bei Anlegung großzügiger Maßstäbe). Die erkennbaren Ansätze reichen bei Weitem nicht. Der von der ukrainischen Regierung Anfang des Jahres proklamierte Betrag von 30 Mrd. USD galt von Beginn an als "geschönt" und die Stimmen, die verlautbaren, dass wir uns die Ukraine "nicht werden leisten können", dürften aller Voraussicht nach Recht behalten.


    Davor die Augen zu verschließen, mag zwar einen "humanen Touch" haben, ist aber wenig zielführend. Ich sehe drängenden Handlungsbedarf, der im Winter zu dem von mir angeblich herbeigewünschten Knall führen könnte. Dieses Szenario wünsche ich mir keineswegs, angesichts des gegenwärtigen "weiter so, Ukraine", dürfte es sich aber nicht verhindern lassen. Was ich hoffe ist, dass es als "Augenöffner" die Beteiligten zur Besinnung bringt (wenn es schon für nichts anderes gut ist).



    Edit:
    Und die bisher weit verbreitete Auffassung, dass die Durchsetzung hehren Rechts für die Ukraine zur Verteidigung hoher Rechtgüter unbedingt geboten sei, wird den Realitäten (in concreto: dem schnöden Mammon) geopfert werden. Das war noch (fast) immer so ... und ich kann mir im Gegensatz zu anderen hier nicht vorstellen, dass es im Falle der Ukraine anders sein wird. Geht es ans Zahlen, ziehen westliche Großmäuler meist den Schwanz ein.


    Ich befürchte (nicht hoffe), dass die Ukrainer am Ende wie die begossenen Pudel dastehen werden. Wer das abwenden will, muss jetzt ehrlich sein ... auch, wenn es unbequem ist und keine Freund schafft.

  • Vor dem "offiziellen" Abschlussbericht wird aus BND-Kreisen berichtet, dass es "pro-russische" Kämpfer waren.
    Immerhin soll es eine "ukrainische" Rakete gewesen sein, die angeblich von den "Pro-Russen" erobert wurde.
    Also darf weiter spekuliert werden.
    Quelle: http://www.bild.de/politik/aus…bellen-38209546.bild.html
    ---
    Edit:
    Wie verlässlich sind BND-Meldungen?
    Irak sollte ja mobile Giftlabore gehabt haben.
    Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/a-237351.html

  • Aus "offiziellen" Dokumenten des FSB geht hervor, dass es "pro-ukrainische" Kämpfer waren ... und nun?


    Wissen wir wieder nix ...



    Aber wenigstens existieren für beide Versionen eindeutigen Beweise - das ist doch auch schon mal was. :rolleyes:

  • Zitat

    Original geschrieben von pithein
    ...
    Immerhin soll es eine "ukrainische" Rakete gewesen sein, die angeblich von den "Pro-Russen" erobert wurde.
    ...


    Wieso "angeblich"? Ich habe hier schon vor Monaten einen Link auf eine russische Nachrichtenseite verlinkt, auf dem Wochen vor dem Abschuss die Pro-Russen sich mit dem Schutz durch die Buk im Raum Donetzk brüsteten.


    Aber egal, es gab im September nicht nur den Bericht der Flugsicherheitsbehörde, sondern auch Informationen durch holländische Strafermittler. Da wir auch erwähnt, daß man bis dahin schon 25 Metallsplitter aus den bis dahin schon untersuchten Leichen und Gepäckstücken isoliert hatte, welche weiter auf ihre Herkunft untersucht würden, was sich aber hinziehen wird.


    http://www.theguardian.com/wor…ely-shot-down-from-ground


    "... Detectives and forensic experts also are looking at 25 metal objects recovered from bodies and wreckage to see if they can offer any clues. ..."


    Und, ja, Putlers Militär vehält sich weiter Agressiv gegenüber Nachbarstaaten, denn deren gezielte Verletzungen fremden Luftraumes, das Bedrängen oder Aufbringen fremder Schiffe in internationalen Gewässern oder gar die Entführung von Grenzbeamten ist nun scheinbar Alltag:


    http://www.theguardian.com/wor…ssian-submarine-stockholm


    " ... Sweden is among a series of Nordic and Baltic nations on increased alert over growing tensions with Russia in the wake of the Ukraine crisis. In September two Russian Su-24 attack jets reportedly violated Swedish airspace over the Baltic, prompting Sweden’s air force to scramble its own fighters.


    Last week Finland complained that the Russian navy had twice harassed one of its environmental research ships in international waters, ordering it to change course and later sending a helicopter and submarine to pass close by. ..."

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