Testbericht Wiko Highway Pure:
Im vergangenen Mai war bereits das Ridge 4G bei mir zum Test. Das Gerät ist zwar nicht mehr ganz so neu, jedoch umso beeindruckender – nicht zuletzt aufgrund der guten Hardware, der überarbeiteten Software und der Natursteinrückseite. Aufgrund dieses positive Feedbacks konnte ich glücklicherweise direkt das nächste Testgerät ergattern: Das Wiko Highway Pure wurde Mitte Mai offiziell vorgestellt und ist seit kurzem (Anfang Juni) auch offiziell erhältlich. Das Gerät ist von den technischen Spezifikationen her wohl am ehesten in der Mittelklasse anzusiedeln. Mit einem HD-Display, einem “normalen” Prozessor und einer unauffälligen Kamera kann man heute eben nicht mehr zur Elite gehören. Doch Moment – hab’ ich “unauffällige Kamera” gesagt? Das ist nicht ganz korrekt: Zwar ist der BSI-Sensor mit seinen 8 Megapixel in der Tat nicht sonderlich bemerkenswert – die Tatsache, dass die Kamera aber absolut gar nicht aus dem Gehäuse herausragt dafür umso mehr! Gut – wenn das Gerät 12mm dick wäre, wäre das auch keine Besonderheit mehr; doch an dieser Stelle kommt der nächste Kracher des Highway Pure: Bei diesem Gerät handelt es sich nämlich im Moment um das dünnste LTE-Smartphone, welches offiziell in Deutschland vertrieben wird. Lediglich 5,1mm ist das Gerät dünn – da muss man schon fast Angst haben, das Teil beim Bedienen nicht zu verbiegen.
Ob das Highway Pure noch weitere überzeugende Argumente in Petto hat – das könnt ihr selbst mit Hilfe des nachfolgenden Testberichts beurteilen. Ganz am Ende findet ihr – wie üblich – Download-Links und Verweise zu entsprechenden Video- und Bilder-Galerien.
Viel Spaß beim Lesen!
Hauptfunktionen des Wiko Highway Pure:
- - 4,8“ AMOLED HD-Display (1280x720 Pixel, 306 ppi)
- - Corning Gorilla Glass 3
- - Android 4.4.4 KitKat mit überarbeiteter Wiko UI
- - Qualcomm Snapdragon 410 Quad-Core Prozessor mit 1,2 GHz Taktung
- - 16 GB interner Speicher, nicht erweiterbar
- - 2 GB Arbeitsspeicher (RAM)
- - 8 Megapixel Hauptkamera mit Autofokus, HDR-modus und LED-Leuchte
- - Full HD-Videoaufnahmen (1920x1080 Pixel)
- - 5 Megapixel Frontkamera
- - LTE 4 Technologie
- - Abmessungen: 141,9 x 68,1 x 5,1 mm bei einem Gewicht von 98 Gramm (inkl. Akku)
- - Li-Poly Akku mit 2000 mAh (nicht wechselbar)
- - WLAN 802.11 b/g/n
- - Bluetooth 4.0
- - USB 2.0, USB-OTG
- - 3,5 mm Klinkenbuchse
- - Stereo FM-Radio
- - A-GPS
- - MP3 Player
Lieferumfang:
Wiko dürfte zwischenzeitlich bei den meisten Nutzern dafür bekannt sein, dass prinzipiell eigentlich immer etwas mehr im Karton des neuen Smartphones liegt, als man vielleicht unbedingt bräuchte. Früher beschränkte sich die Äußerung eigentlich nur auf die mitgelieferten Adapter für die SIM- und/oder Speicherkarten (die hier natürlich auch wieder am Start sind). Doch Wiko hat sich beim Highway Pure noch etwas mehr einfallen lassen: Neben den bekannten Inhalten die heute eigentlich zum Standard gehören sollten (Headset bspw.) liegt dem Pure nämlich auch ein Cover bei. Ja – ihr habt richtig gelesen: Wiko lässt sich nicht lumpen und legt dem Gerät ein Clip-Cover bei, welches das Gerät sowohl rückseitig als auch seitlich recht gut schützt. Die seitlichen Tasten bleiben dabei einwandfrei zu bedienen. Gut – ich muss ehrlicherweise gestehen, dass das Cover jetzt vielleicht nicht unbedingt zu den hochwertigsten Zubehörteilen zählen dürfte. Das liegt zum einen an der Optik (schwarzer Kunststoff mit Musterung, was wohl als Leder-Imitat durchgehen soll) und zum anderen an der Stärke des Materials des Covers. Das lässt sich nämlich in demontiertem Zustand recht leicht biegen; was hoffentlich kein negativer Ausblick in Sachen Haltbarkeit prognostizieren soll.
Ein Vorteil hat die dünne des Covers allerdings (der auch nicht von der Hand zu weisen ist): Durch das Cover wird das Highway Pure nur unwesentlich dicker, wodurch der wohl größte Vorteil des Geräts quasi unangetastet bestehen bleibt.
Kommen wir zum kompletten Lieferumfang des Wiko Highway Pure:
- - 1 x Smartphone „Wiko Highway Pure“ inkl. fest verbautem Li-Poly Akku mit 2.000 mAh
- - 1 x Lade-Adapter für die Steckdose
- - 1 x USB-Kabel (dient zugleich als Ladekabel)
- - 1 x kabelgebundenes Stereo-Headset (extra im kleinen, edlen Schächtelchen verpackt – macht optisch schon mal einen hervorragenden Eindruck!)
- - versteck unten im Karton: Schutzcover / -hülle aus Kunststoff für das Pure
- - diverse Bedienungsanleitungen, Garantiekarten, etc.
- - Werkzeug um den SIM-Schacht zu öffnen
- - Diverse Adapter für SIM- und Speicherkarten (letzteres beim Pure nicht nötig – Speicher nicht erweiterbar!)
Als Kurzfazit in Sachen Lieferumfang lässt sich sagen, dass Wiko sich wirklich alle Mühe gibt, den Nutzer zufrieden zu stellen. Das Pure ist zwar preislich nicht ganz günstig positioniert (zumindest, wenn man die gesamte technische Ausstattung mit dem Markt vergleicht), allerdings scheint man diesen Aspekt neben dem Design, dem Formfaktor und dem Prestige (aktuell dünnstes LTE-Smartphone in Deutschland) noch mit etwas zusätzlichem Zubehör ausgleichen zu wollen. Mal schauen, ob diese Strategie aufgeht…
Gehäuse, Verarbeitung und Wertigkeit:
Das Wiko Highway Pure ist – wie oben bereits erwähnt – mit 5,1mm aktuell das dünnste LTE-Smartphone in Deutschland. Je dünner ein Gerät wird, desto schwieriger ist es für die Hersteller da natürlich auch, die entsprechenden Funktionen / Features unter zu bringen.
Die Front der Pure wird –wenig überraschend – vom HD-Touchscreen dominiert. Oberhalb des Touchscreens befindet sich dagegen nicht nur der Lautsprecher für Telefonate, sondern auch ein kleiner Bereich welcher neben den üblichen Verdächtigen im Bereich der Sensoren (Helligkeit, Näherungssensor) auch die Benachrichtigungs-LED beinhaltet. Diese ist wieder recht klein ausgefallen – dafür kann man sie in deaktiviertem Zustand auch so gut wie nicht erkennen. Unterhalb des Displays hat Wiko komplett auf Bedienelemente oder Funktionen verzichtet; denn das Pure verfügt über im unteren Teil des Displays dargestellte visuelle Tasten – damit entfallen Sensortasten ersatzlos.
Auch die Oberseite des Pure ist fast gänzlich frei von jeglichen Elementen, einzig die Kunststoff-Unterbrechungen im Gehäuse fallen auf – die kennen wir aber bereits von anderen Herstellern und Modellen (iPhone, Samsung Galaxy S6). Bei genauem Hinsehen bemerkt der aufmerksame Nutzer dann noch eine kleine Öffnung, welche das zweite Mikrofon beherbergt. Dies wird unter anderem bei Videoaufnahmen aktiviert.
An der Unterseite hingegen wird’s schon wieder etwas spannender: Neben der Micro USB 2.0 Buchse sitzt hier nämlich noch das Mikrofon zum Führen von Telefonaten sowie der 3,5 mm Klinkenanschluss. An diesem wird dem Nutzer dann ganz schnell auch nochmal die geringe Dicke des Pure deutlich; 3,5 mm Buchse im Verhältnis zu 5,1 mm Gesamtstärke wirken schon fast „wuchtig“.
Seitlich gibt es hingegen keine wirklichen Auffälligkeiten zu vermelden, denn dort sind nur die beiden Lautstärke-Tasten (links) sowie der Power-Button (rechts) angebracht.
Interessant wird’s dann allerdings wieder, wenn wir das Gerät einmal drehen und uns die Rückseite betrachten: Ganz oben fällt direkt die Kamera auf – aber nicht negativ, im Gegenteil: Wiko hat es geschafft, den 8 Megapixel BSI-Sensor samt Linse & Co. ohne Überstand in das dünne Gehäuse zu integrieren. Das sieht nicht nur edel aus (zumal die Kamera auch noch optisch etwas durch einen äußeren Ring hervorgehoben wird), sondern sorgt auch für ein richtig gutes Handling. Direkt neben der Cam befindet sich eine kleine LED-Leuchte, die bei schlechten Lichtverhältnissen Abhilfe schaffen soll. Ganz unten auf der Rückseite hat Wiko den zweiten Lautsprecher platziert, der neben der Wiedergabe von Medien auch für den Freisprechmodus Verwendung findet. Dieser besitzt leider wieder keine separate Erhöhung, was wohl noch Auswirkungen in Sachen Klang und Lautstärke haben wird – doch dazu später mehr. Die Vermutung meinerseits ist, dass Wiko den Fokus hier ganz klar auf den Formfaktor gelegt hat – und eine Erhöhung (= Abstandshalter für den Lautsprecher) hätte diesen eben negativ beeinflusst.
Kommen wir zur Verarbeitung und der Wertigkeit des Pure: Wie bereits erwähnt, würde man das Gerät wohl aufgrund der technischen Ausstattung eher in das Einsteiger- bzw. Midrange-Segment einordnen. Dennoch lässt sich Wiko hierbei in Sachen Wertigkeit nichts nachsagen: Das Pure verfügt zum Glück / leider (sucht euch die passende Fomulierung raus
) über ein Unibody-Gehäuse. Merkmale dieser Bauweise sind in der Regel, dass sich eine gute Verarbeitung und eine höherwertige Anmutung prinzipiell leichter realisieren lassen, als das bei Gehäusen mit abnehmbaren Teilen der Fall ist. Zudem ist bei solchen Gehäusen das Austauschen des Akkus durch den Nutzer meist nicht möglich. Ausnahmen bestätigen hierbei die Regel, immerhin hat bspw. Samsung das früher bei der Wave-Serie und dem Pilot-Modell auch schon mit wechselbarem Akku und erstklassiger Verarbeitung (Metall- / Kunststoffgehäuse) hinbekommen. Nun ja – das Pure hat wie gesagt ein Unibody-Gehäuse; der Akku lässt sich deshalb nicht tauschen, einen Speicherkartenslot gibt es nicht und die Nano-SIM wird über das seitliche Schubfach eingeführt. Sehr gut gefällt mir (trotz den erwähnten Schwächen) allerdings die Anmutung des Geräts als Ganzes: Die Front wird – selbstverständlich – von Gorilla Glass geschützt und auch die Rückseite verfügt über eine Oberfläche aus Glas. Dies macht das Gerät sehr edel, allerdings ist es damit unter Umständen auch anfälliger für Kratzer.
Genau dieser Gedankengang dürfte auch der Grund für Wiko gewesen sein, dem Gerät das Schutzcover bei zu legen.