Beiträge von bernbayer

    Mit 3 Prozent Fehlerquote meinte ich plus/minus, hätte ich noch dazu schreiben müssen. Für die Umfrage zu Steinbrücks Äußerungen bedeutet dies, daß zwischen 54 und 60 Prozent der Meinung sind, er solle sich entschuldigen. Daß Meinungsumfragen sich immer auf den aktuellen Zeitpunkt der Unfrage beziehen ist doch selbstverständlich. Das bedeutet für die Sonntagsfrage, die Zahlen beziehen sich darauf, wenn jetzt konkret die entsprechende Wahl wäre und nicht wie eine Wahl z.B. in 6 Monaten ausgehen würde. Darum gibt es ja ständig akualisierte Umfragen. Je näher der Zeitpunkt vor einer konkreten Wahl liegt, um so genauer sind die Zahlen dann. Bei einem Kopf- an Kopf-Rennen lassen sich durch Umfragen der genaue Wahlausgang nicht vorhersagen, das ist schon klar. Bei großen Abständen läßt sich durch eine Umfrage kurz vor einer Wahl,der ungefähre Wahlausgang aber durchaus vorhersagen.


    PS. Teilweise sind die Erläuterungen zu den Fehlerqouten was die Zahl der Befragen angeht auf Wahlrecht.de angeht aber total veraltert. Die meisten Institute befragen viel mehr Bürger als 1000 in der Anzahl bei ihren Umfragen.

    Ob wir wegen nicht kalkulierbarer Risiken aus der Nutzung der Kernernergie austeigen müssen, dazu wurde hier jetzt schon das Pro und Contra so ziemlich ausdiskutiert. ich will deshalb mal einen anderen Gesichtspunkt beleuchten. Wir werden in absehbarer Zeit die Kernkraft auch ersetzen müssen, weil die Uran-Vorräte auch mal erschöpft sein werden. Eine Energie-Wende ist deshalb auch aus diesem Grund nicht völlig falsch. Nur wie die in Deutschland abläuft und ausgestaltet ist bzw.wird grenzt schon fast an Unfug. Das ist pure Planwirtschaft wie sie Honecker hätte nicht besser machen können. Das ganze wird so nicht funktionieren und unbezahlbar teuer. Es stellt auch eine Umverteilung von unten nach oben dar.Der größte Mist ist da die EEG-Umlage. Man garantiert da z.B. den Photovoltaik-Anlagebesitzern fürr 20 Jahre einen festen Preis und gibt ihnen obendrauf noch eine Abnahmegarantie. Das heißt der Strom muß durch den Verbraucher auch bezahlt werden, wenn er garnicht gebraucht wird und z.B. dann ins Ausland verschenkt wird. Sinkt der Preis an der Strombörse profitieren die Verbraucher davon nicht, weil die Differenz zum garantierten Preis dann über eine steigende EEG-Umlage finanziert werden muß. Selbst wenn jetzt alle Strom sparen würden und z.B. der Verbrauch um 10 Prozent sinken würde, steigt der Strompreis durch die Abnahmegarantie noch mehr. So eine Übersubventionierung der Solarlobby ist einfach nicht akzeptabel. Das hat nichts mehr mit Anschubfinanzierung zu tun. Eine anschubfinzierung hätte man nur in der Form machen dürfen, daß er einen festen Zuschuß für die Errichtung solcher Anlagen vom Staat gibt. Preis- und Abnahmegarantien haben da nichts zu suchen. Neben der EEG-Umlage führen auch noch andere Faktoren wie z.B. die Ausnahmen für die Industrie bei der EEG-Umlage und Netzentgelten zu steigenden Strompreisen. Das der Staat über hohe Abgaben auch noch kräftig zu den hohen Strompreisen seinen Beitrag leistet kommt noch hinzu. Die Energie-Riesen nützen das dann auch noch entsprechend aus. Mein Fazit: Im Prinzip nicht falsch, so wie es aber läuft eine Katastrophe. Auch die von den Grünen immer wieder angeführte Argument der neu entstehenden Arbeitsplätzen durch den Ausbau erneuerbare Energien stimmt so im Großen und ganzen nicht mehr. In der Solar-Industrie brechen zur Zeit die Arbeitsplätze weg und wandern ab nach Fernost. Da bleiben nur noch etwas Aufträge für das Handwerk übrig. Rechnet man noch den Verlust der Arbeitsplätze bei der Kernergie hinzu, ist das ganze in dieser Hinsicht ein Nullsummen-Spiel.

    kues
    Sehr schwach deine Argumentation, indem du unglaubwürdiges Verhalten und Brechen von Wahlversprechen als Kurskorrektur darstellst bzw. mit dem Hinweis das andere auch Wahlversprechungen nicht einhalten rechtfertigst. Wäre genauso, wenn ich z.B. eine Bank ausraube oder was auch immer anstelle und mich dann darauf berufen würde, das dies andere auch schon gemacht haben. Überlege doch mal, warum die SPD nach ihrer Agenda-Politik rund ein Drittel ihrer Mitglieder verloren hat, bei der Letzten Bundestagswahl auf 23 Prozent abstürzte, 1998 waren es noch über 40 Prozent, dafür muß es doch Gründe geben? Nur kleine Kurskorrekturen waren dafür bestimmt nicht ausschlagebend. Dafür war im wesentlichen die Agenda-Politik die Ursache. Diese wurde den gemeinen SPD-Wähler während der Wahlperiode aufs Auge gedrückt, im Wahlkampf 2002 war davon keine Rede. Diese plumpe Wählertäuschung war die Haupursache für den Niedergang der SPD. OB man die Agenda-Reformen für richtig, teilweise richtig oder falsch hält ist eine ganz andere Sache. Anhänger der SPD wollten eine solche zumindest in ihren Augen unsoziale Reform nicht. Viele waren fassungslos, daß ihre "Arbeiterpartei" zu sowas fähig ist.

    Zitat

    Original geschrieben von kues
    Mir ging es auch darum, daß es verschiedene Qualitäten von 'Glaubwürdigkeitsproblemen' gibt- nicht nur ein graduelles mehr oder weniger.
    Nimmt z.B. die SPD Kurskorrekturen an ihrer Agendapolitik vor (bleibt aber auf Kurs), sehe ich da wenig(er) Probleme in der Glaubwürdigkeit (oder gar in der Frage "was sie eigentlich will").
    Wenn hingegen z.B. die CDU/CSU eine komplette Wende ins Gegenteil bei der Kernenergie hingelegt (von Laufzeitverlängerung zu Laufzeitverkürzung), sehe ich da schön eher ein Glaubwürdigkeitsproblem.
    Edit: Man kann sich natürlich auch noch drüber streiten, was nun jeweils Kurskorrektur oder -wechsel ist. ;)


    Da hast du ein schlechtes Beipiel gewählt, auch die SPD war mal für Kernergie, es ist nur schon etwas länger her, als diese den totalen Schwenk vollzogen hat. Wo bleibt denn die SPD auf Kurs wenn sie jetzt z.B. Steuern erhöhen will, die sie selbst gesenkt hat? Mit Kurskorrektur hat sowas nichts zu tun, hier geht es nur um WAhlkampfgetöse. Das beste Beispiel war da, als die SPD vor der Wahl 2005 von 0 % Mswst-Erhöhung sprach und nach der Wahl dann 3 Prozent Erhöhung zustimmte. Das ganze wollte man dann als Kompromiß hinstellen. Die CDU hatte damals vor der Wahl 2 Prozent Erhöhung angekündigt. Wenn man dann bei 3 Prozent landet ist das kein Kompromiss sondern Betrug. Als Kompromiss hätte man allenfalls 1 Prozent Eerhöhung ansehen können.