Weniger als 10% des deutschen Strassennetzes sind ohne Tempolimit, nur auf Autobahnen bezogen afaik unter 15%. Ein Großteil der Autobahnen wurde ja bereits wegen Lärmbelästigung, Strassenschäden, Unfallgefahren etc. limitiert. Und auf den verbleibenden freien Strecken existiert schon heute das bewährte "selbstregulierende" Limit namens Verkehrsdichte. Wann kann man heutzutage Werktags auf Strecken in der Nähe von Ballungsgebieten überhaupt noch mehr als 120 - 140 km/h fahren, teilweise ist man ja schon froh wenn man die Geschwindigkeit über 100 km/h halten kann (Realität auf zweispurigen ABs mit Elefantenrennen)...
Außerdem sollte man die technischen Fortschritt gerade in Sportwagen oder Limousinen der "500PS"-Klasse nicht vergessen, diese Fahrzeuge haben haben neben dem Leistungspotenzial auch die Fahreigenschaften um höhere Geschwindigkeiten sicher zu bewältigen. So liegt eine S-Klasse oder Porsche bei Tempo 200 sicherer auf der Strasse als so mancher Kleinwagen bei Tempo 100. Auch die Bremsleistungen sind dank Assistenzsystemen und ausreichend großer Bremsanlagen überragend. Werte von 35m von 100 auf 0 km/h sind nicht selten, teilweise schaffen es Fahrzeuge, die 6 sek. auf 100 brauchen, in 3 sek. von 100 auf 0.
Dadurch wurde ja offenbar auch in diesem tragischen Fall ein Unfall durch Fahrzeugkontakt verhindert. Der Fahrer konnte ja anscheinend sein Auto rechtzeitig und stark genug abbremsen um einen Auffahrunfall (bei 100km/h ebenfalls sehr gefährlich) zu verhindern. Das dabei die Fahrerin durch verreißen des Lenkrads die Kontrolle verlor, ist wahrscheinlich auch auf mangelnde Fahrpraxis zurückzuführen in Verbindung mit einer falschen Reaktion (sie war noch Fahranfängern in der gefährdeten Gruppe der unter 25jährigen).
Ich will damit keinesfalls den Angeklagten in diesem Prozeß oder andere Raser der Turbo-Fraktion entlasten oder freisprechen, ich will nur auf die verbesserten Merkmale der aktuellen Fahrzeuge der Oberklasse aufmerksam machen. Geschwindigkeiten von ca. 180-200 km/h lassen sich heutzutage mit (zu) vielen Fahrzeugen erreichen, nur leider oftmals ohne die notwendigen Eigenschaften diese auch zu kontrollieren oder in Extremsituationen erfolgreich und schnell wieder zu verlassen.
Andererseits bieten diese Fahrezuge auch einen besseren Schutz der Insassen durch passive und aktive Sicherheitsfunktionen, wäre die Fahrerin ebenfalls mit einem (aktuellen) Mercedes unterwegs gewesen, wäre der Unfall eventuell ohne Todesfolge ausgegangen.
Gruss
Philipp
P.S. ich hoffe mein Posting wird nicht falsch interpretiert... nätürlich ist der Mensch der entscheidende Faktor in jedem Fahrzeug und Fehlverhalten werden auch nicht durch entsprechend motorisierte und ausgestatte Fahrzeuge kompensiert.