Ihr werdet noch viel Freude mit E.ON haben.
Begründung:
E.ON ist selbst Stromerzeuger und ist Deutschland größter Gasimporteur (z. B. durch die Übernahme von Ruhrgas). Über diese Felder bestimmt E.ON die Preise für Gas und Strom und ist maßgeblich für das derzeitge Preisniveau verantwortlich E.ON beliefert einen Großteil der deutschen Stadtwerke. Diese können ihren Strom kaum woanders kaufen, wenn ein großer Anteilseigner E.ON heißt. Bei den Bezugspreisen zwischen diesen Partnern ist selbstverständlich eine Marge einkalkuliert, die E.ON bislang auf diesem Wege realisieren konnte. Die Stadtwerke übernahmen das Endkundengeschäft und haben ihrerseits die erwirtschafteten Gewinnen an ihre Gesellschafter ausgeschüttet (in aller Regel Kommunen und bspw. E.ON). Teilweise wurden die erwirtschafteten Gewinne auch in den Stadtwerke Gruppen genutzt um unrentable Bereich direkt zu subventionieren. Hier sei beispielweise der Betrieb von Bädern oder des ÖPNV genannt. Kamen diese Erlöse bei der Kommune an wurden sie eben von dieser zur Finanzierung von kommunalen Dienstleistungen genutzt. Ich stelle mir hier zum Beispiel Kindergärten oder Jugend- und Seniorenclubs oder aber auch den kulturellen Bereich vor.
Jetzt versucht E.ON, höchstwahrscheinlich erfolgreich, in diesen Markt einzusteigen.
Mögliches Szenario:
E.On wird über kurz oder lang die Stadtwerke kapputt spielen, sich deren Netze unter den Nagel reißen und demnächst vollumfänglich den Energiesektor beherrschen - da lässt sich dann auch viel besser der Preis anpassen. Die Gewinne aus den Stadtwerken brechen den Kommunen weg. Diese können vielleicht noch größere Einmalzahlungen aus dem Verkauf der Netze realisieren, auf lange Sicht aber bricht diese wertvolle Finanzquelle in sich zusammen. Die Bundesnetzagentur tut ihr Übriges in dem sie gerade für kleinere Stadtwerke willkürlich Netznutzungsgebühren festlegt und denen somit zusätzlich in den Sack tritt. E.ON hat genügend Mittel in der Portokasse um glimpflicher davon zu komen bzw. um die daraus entstehenden Verluste abzufangen. Was solls auch? Wenn mir die Netznutzungsgebühren reduziert werden erhöhe ich eben die Erzeugerpreise - so what? Die Stadtwerke erzeugen in den meisten Fällen nicht selbst und haben diese Möglichkeit nicht.
Da steht nun also die Kommune ohne ihre als sicher geglaubte Bank und stellt sich die Frage nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten für Kinder- und Jugendarbeit, die Kultur, den ÖPNV und auch die Bäder. Meint ihr also im Ernst, dass sich das für euch rechnet? Ich stelle mal die kühne These auf, dass die Ersparnisse, die ihr hier auf 25,- oder gar 50,- € beziffert, doppelt und dreifach draufgehen, wenn die Kommunen nach Luft japsen. Aber vielleicht macht ja E.On für euch den ÖPNV oder betreibt euer defizitäres Bad? Vielleicht steht ja bald der Herr Bernotat bei euch mit der Klampfe im Jugendclub?
Ich überlege mir lieber ein bischen länger wem ich mein Geld in den Rachen werfe und ob ich für eine Ersparnis von 50,- € / a umgerechnet 4,16 € / m umgerechnet ca. 0,14 € / d. bereit bin meiner Stadt den Dolch in den Rücken zu rammen.