Viele der neuen Montagsdemonstranten wittern hinter dem Ukraine-Konflikt eine von der Fed und der CIA gesteuerte Verschwörung, die von den "Mainstreammedien" propagiert wird. Sie fordern Verständnis für die Anliegen des russischen Präsidenten Wladimir Putin, werfen dem Westen - verkörpert durch die Nato - Aggression vor.
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Doch wie weit rechts bewegen sich nun die Montagsmahnwachen? Die Protestforscher Peter Ullrich und Dieter Rucht haben Teilnehmer der Montagsmahnwachen über ihre politische Einstellung befragt - und häufig zu hören bekommen, man sei "weder links, noch rechts". "Dahinter verbirgt sich eine Art Ultraliberalismus, der insbesondere nach rechts offen ist", sagt Ullrich.
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In dem Aufruf zur Berliner Demo werden zwar ausführlich die Nato, Bundespräsident Joachim Gauck, deutsche Rüstungsexporte und eine "Politik der Konfrontation gegen Russland" kritisiert. Über die Rolle Russlands im Ostukraine-Konflikt steht dort nichts. Kein Wort über den Anschluss der Krim, kein Wort zu dem Vorwurf, über die russische Grenze gelangten Waffen und Soldaten in die umkämpfte Ostukraine. "Frieden in Europa heißt: Partnerschaft und Kooperation mit Russland und anderen Ländern", steht da.
Das ist ein Tenor, wie er auch auf den Montagsmahnwachen herrscht. Dabei mag es zunächst verwunderlich erscheinen, dass sich Menschen, die den Massenmedien Nato-Vasallentum und gezielte CIA-Propaganda unterstellen und laut Abrüstung fordern, ausgerechnet den russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstützen. Denn der beschneidet seit seinem Amtsantritt 2000 systematisch Presse- und Redefreiheit im eigenen Land. Und verhält sich im Ukraine-Konflikt alles andere als friedlich.
Doch wer sich auf den Mahnwachen ein wenig umhört, die Videomitschnitte im Internet anschaut, der merkt schnell, dass es dabei gar nicht so sehr um den tatsächlichen Putin und seine Politik geht. Der russische Präsident ist einfach das personifizierte Gegenstück zum verhassten westlichen System. Frei nach dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Da fällt die Frage, zu welchem Preis die geforderte "Partnerschaft und Kooperation mit Russland" stattfinden soll, schon einmal hinten runter.