Beiträge von Erik Meijer

    Diese stellenweise Übertreibung finde ich vor allen Dingen in der Nationalmannschaft. Da ist es so krass wie nirgendwo anders. Natürlich geht es nicht ohne Kommerz, aber wie Du sagst, der wird teilweise übertrieben. Ich stimme Dir ansonsten absolut zu. Keine Frage. Ich war vor zwei Jahren im Urlaub aus Langeweile bei einem Viertligaspiel in Pfullendorf. Bierbude und Würstchenbude IN der Kurve, Holzhütte hinter den Rängen. Herrlich. Na klar, das geht auf hohem Niveau nicht mehr. Aber die Übertreibung geht mir massiv auf den Zeiger. Und bei der Nationalmannschaft hat man das gefühl, dass es nur noch um den Kommerz geht und um sonst nichts mehr. Da ist ganz viel Fussballkultur auf der Strecke geblieben. Sehr guter Kommentar, den Bigbamboo da gepostet hat.

    Frank: bei einem Banksparplan sind die Kosten letztlich in die Verzinsung mit einkalkuliert. Irgendwas wird das Institut auch da verdienen.


    Ansonsten kann ich nur raten, nicht ausschließlich auf die Kosten zu schauen, sondern auch auf die Rendite. Ein billiges Produkt muss nicht zwingend gut verzinst sein. Vergleichen vergleichen vergleichen...

    Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    Gegen diese Eventkultur habe ich nichts einzuwenden.


    ich schon. ;)



    Zitat

    Das Monopol auf Fussballspiele haben ja nicht nur Ultras und "echte Fans".
    Das Geschäft lebt davon.


    Das ist der Punkt. Es geschieht ja auch nicht wegen der Leute, die da zum "Event" kommen. Sondern des Geschäftes wegen. Ich warte auf den Tag, an dem am Eingang des Stadions Operngläser verteilt werden.


    Natürlich haben Ultras und "echte Fans" kein Monopol. Aber die Entwicklung hin vom Sport, der für mich immer mit Stehplätzen, Bratwurst, Bier und Emotion verbunden war, hin zu einem Ereignis, dass dazu dient bei Popcorn eine nette Freizeitunterhaltung zu sein, gefällt mir ganz und gar nicht. In den Stadien der Liga finde ich das noch in erträglichem Maße. Aber die Nationalmannschaft meide ich mittlerweile auch wie der Teufel das Weihwasser. Ich erwarte nicht von jedem Fußballsachverstand. Den haste auch unter "echten Fans" nicht immer. Aber ich erwarte, dass ich des Spiels wegen dahingehe und nicht wegen des Drumherum und weil der Schweini ja so süss ist und was weiß ich nicht alles. Natürlich muss es auch immer normale "Zuschauer" geben. Aber das Eventpublikum, was sich da mittlerweile tummelt, finde ich schon krass. Mir macht das keinen Spaß mehr. Nichtsdestotrotz kann ich die Pfiffe durchaus verstehen. Was in Halbzeit zwei geboten wurde, war einfach phasenweise unkonzentriert und lustlos. Klar, dass ich mir bei 3:0 gegen so einen Gegner nicht den Allerwertesten aufreiße als ginge es noch um was. Aber n bisschen mehr als das, was die da auf den Platz gebracht haben, hätte ich schon erwartet.

    Im November 2010 sprach Heynckes noch davon, nach Leverkusen aufzuhören. Schon spannend, wie schnell sich so eine Meinung ändern kann. Auch wenn es aufgrund seiner Verbindungen nach München irgendwie nachvollziehbar ist, das Rumgeeiere und Hinhalten des Vereins mit dem letztendlichen Wechsel nach München zeichnen kein gutes Bild.

    Wahltaktik finde ich per se nicht schlimm. Jeder versucht sich so gut zu verkaufen, wie er kann. Wenn ich um eine Frau "werbe", hänge ich auch nicht meine schlechten Eigenschaften als erstes raus. Aber wenn eine Angelegenheit von vorne erkennbar nicht der Sache dient, sondern NUR der Taktik, die Lüge also schon erkennbar ist, dann hat das eine ganz andere Qualität für mich. Und das finde ich nicht akzeptabel. Natürlich tut es jede Partei. Und das ist dann das eigentlich erschreckende. Ist durchaus nicht so, als hätte es sowas bei der Opposition noch nicht gegeben. Frau Ypsilanti lässt grüssen. Oder oder oder... deswegen bin ich hier nicht mehr wirklich überrascht und doch irgendwie fassungslos. Vertrauensbildend ist das nicht.

    klar, man könnte sagen: immerhin ehrlich...


    ich denke auch, dass es bei anderen Parteien nicht anders gelaufen wäre (mal abgesehen davon, dass es da keine Laufzeitenverlängerung mehr gegeben hätte). Aber auch wenn ich bezüglich der Sachorientierung deutscher Politik schon ziemlich desillusioniert bin, erschrecken mich solche Nachrichten bzw. die Bestätigung der ohnehin vorhandenen Vermutungen trotzdem noch. So ein Restfunken Hoffnung, dass es nicht nur um Wahlen und Taktik geht, ist bei mir immer noch da. Wenn ich so etwas lese, dann frage ich mich aber: warum eigentlich?