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Original geschrieben von snoop
Der ursprüngliche Schiedsrichter für dieses Spiel wurde durch einen anderen ersetzt.
Dies war eine Entscheidung der Fifa in der Schweiz.
Der neue Schiedsrichter der dann gestern das Spiel "geleitet" hat,
war genau der Schiedsrichter, der auch vor einigen Wochen bei einem
U17 Spiel 3 oder 4 rote Karten an die türkische Mannschaft verteilte.
Und? Die Schiedsrichterleistung war gestern einwandfrei. Gerade angesichts der aufgeheizten Stimmung hat der Schiri seinen Job gut gemacht.
Auf dem Video kann man übrigens eindeutig sehen, wie zuerst einem Schweizer ein Bein gestellt wird.
So zu tun, als ob die Schweizer an den Tumulten gestern schuld waren, ist unverschämt, wird aber von der türkischen Presse auch so gesehen.
Übrigens: Deja vù?! :
Bericht von den Tumulten nach dem U21-Spiel Deutschland-Türkei am 19.11.2003:
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Hitzige Atmosphäre: "So etwas habe ich noch in keinem Stadion der Welt erlebt"
Istanbul - "Hier haben sich Dinge abgespielt, die nicht auf einen Sportplatz gehören", sagte der Uefa-Delegierte Tom A. Restall am Dienstagabend. Der Malteser hatte das Playoff-Rückspiel zur U21-Europameisterschaft im Sükrü-Saracoglu-Stadions mitverfolgt. Restall kündigte an, einen Bericht an die Uefa zu schicken.
Im Tunnel zu den Kabinen waren die deutschen Spieler nach dem 1:1 gegen die Türkei von Polizisten, Ordnungskräften und Sicherheitsbeamten geschlagen, getreten und übel beschimpft worden. "Haben wir hier Krieg?", rief DFB-Trainer Uli Stielike, "so etwas habe ich noch in keinem Stadion der Welt erlebt." Schon während der Begegnung waren die DFB-Kicker von vielen der 45.000 Zuschauer mit Münzen, Feuerzeugen und anderen Gegenständen beworfen worden. Die Deutschen hatten in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielt und sich damit die Qualifikation für die U21-EM 2004 gesichert.
"Spieler von uns sind von Polizisten und Sicherheitskräften geschlagen worden. Der eine blutet, der andere hält sich in der Kabine ein Handtuch an den Kopf", sagte Stielike. Der Wolfsburger Maik Franz erlitt am linken Ohr eine Platzwunde, nachdem ihm ein Ordner mit einem Walkie-Talkie aufs Ohr geschlagen hatte. "Das war das schlimmste Spiel meines Lebens", stöhnte Franz.
Auch der Schiedsrichter wurde verletzt
"Mir hat ein Polizist vors Bein getreten", sagte Torschütze Benjamin Auer, der wegen der Blessur ebenfalls behandelt wurde. Selbst Schiedsrichter Michael Benes musste von DFB-Arzt Michael Preuhs am Kopf mit zwei Stichen genäht werden. Der Referee aus Tschechien war von einem der vielen Wurfgeschosse getroffen worden, die nach dem Ausgleich und dem unmittelbar darauf folgenden Schlusspfiff auf den Rasen prasselten. Bei seiner Auswechslung hatte eine Münze den deutschen Spieler Thomas Hitzlsperger (Aston Villa) am Hinterkopf erwischt.
[...]
Empörung über deutsche Spieler
In der türkischen Presse wurden die deutschen Spieler indirekt für die Ausschreitungen verantwortlich gemacht. Mit "übertriebener Freude" und "beleidigenden Gesten" hätten sie nach dem Ausgleichstreffer die türkischen Fans geradezu provoziert, hieß es. Die älteste türkische Tageszeitung "Cumhuriyet" vertrat hingegen ein andere Position: "Die Fans haben getan, was sie nicht lassen konnten." Bedauerlich sei, "dass wir wieder als die 'barbarischen Türken' dastehen."
[...]
Quelle
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Und die "Historie":
17. September 1967: 44 Tote und 600 Verletzte gibt es in
Kayseri/Türkei, als sich nach einem umstrittenen Tor Zuschauer mit
Pistolen, Messern und abgebrochenen Flaschen bekämpfen.
5. April 2000: Zwei Briten werden nach Zusammenstößen zwischen
englischen und türkischen Fans vor dem UEFA-Cup-Spiel Galatasaray
Istanbul - Leeds United erstochen. Mindestens fünf weitere Personen
werden verletzt, etwa 25 Beteiligte von der Polizei festgenommen und
16 britische Fans ausgewiesen. 15 angetrunkene englische Fans hatten
vor einer Gaststätte Türken angepöbelt. Daraufhin gingen Galatasaray-
Anhänger mit Messern und Holzlatten auf die Briten los.
15. April 2000: Bei der Fernsehübertragung des Lokalderbys
Besiktas gegen Galatasaray Istanbul kommt es zu einer tödlichen
Auseinandersetzung zwischen Fußball-Anhängern. Nach einem Streit
erliegt ein Mann seinen Stichverletzungen.
17. Mai 2000: Der UEFA-Pokalsieg von Galatarasay Istanbul mit 4:1
im Elfmeterschießen gegen Arsenal London in Kopenhagen findet seine
traurigen Begleiterscheinungen mit vier Todesfällen bei den
Jubelfeiern in der Türkei und zahlreiche Verletzte bei Krawallen in
der dänischen Hauptstadt.
13. März 2002: Der Konflikt zwischen Italien und der Türkei nach
den Ausschreitungen beim Champions-League-Spiel AS Rom - Galatasaray
Istanbul muss auf diplomatischem Wege entschärft werden. Nach dem 1:1
waren Spieler beider Mannschaften aneinander geraten. Italienische
Polizisten gingen mit Schlagstöcken dazwischen.
31. Oktober 2002: Beim UEFA-Pokalspiel zwischen Fenerbahce
Istanbul und Panathinaikos Athen bewerfen griechische Fans die
Außenminister Griechenlands und der Türkei mit abgebrochenen
Plastiksitzen und anderen Gegenständen. Die türkische Fans enthüllen
kurz vor Beginn des Spieles ein riesiges Transparent, auf dem an die
Eroberung Istanbuls durch die Osmanen im Jahre 1453 erinnert wurde.
Rund 15 griechische Fans werden durch Steinwürfe leicht verletzt.
11. Juni 2003: Beim EM-Qualifikationsspiel Türkei - Mazedonien in
Istanbul bewerfen türkische Fans die Gäste nach der mazedonischen
2:1-Führung mit Flaschen und Münzen. Die Kontroll- und
Disziplinarkommission der Europäischen Fußball- Union (UEFA) verhängt
daraufhin Geldstrafen.
15. August 2003: Der erste Saisonsieg von Trainer Christoph Daum
mit Fenerbahce Istanbul wird von Ausschreitungen der Fans
überschattet, bei denen es mehrere Verletzte gibt. Die Krawalle
erreichen ihren Höhepunkt in der Halbzeitpause, als sich die Fans
beider Vereine mit ausgerissenen Tribünensitzen und Steinen bewerfen.
18. November 2003: Dem Jubel auf dem Platz über das Erreichen der
EM-Endrunde folgen für die deutschen Fußball-Junioren wilde
Jagdszenen. Im Tunnel zu den Kabinen werden die U21-Spieler nach dem
1:1 gegen die Türkei im Stadion von Fenerbahce Istanbul von
Polizisten und Ordnungskräften geschlagen, getreten und beschimpft.
Die türkischen Medien verteidigen tags darauf nahezu einhellig die
Entgleisungen. Die deutschen Spieler hätten mit «übertriebener
Freude» und «beleidigenden Gesten» die türkischen Fans provoziert.
21. August 2004: Bei Ausschreitungen am Rande von zwei Spielen der
türkischen Süper Lig werden drei Fußballfans durch Messerstiche
verletzt. Einem Fernsehreporter, der die Ausschreitungen filmen
wollte, wird ein Finger gebrochen. Vor dem Spiel des von Christoph
Daum trainierten türkischen Meisters Fenerbahce Istanbul gegen den
Stadtrivalen Istanbulspor (3:0) fallen auch Schüsse. Die Polizei
findet später 15 leere Patronen.
19. Oktober 2005: Schalkes Manager Rudi Assauer wird beim
Champions-League-Spiel zwischen Fenerbahce Istanbul und dem FC
Schalke 04 auf der Tribüne des Stadion Sükrü Saracoglu geohrfeigt.
«Ich bin von einem Zuschauer mit der flachen Hand ins Gesicht
geschlagen worden. Wir waren dort nicht abgeschottet», sagte Assauer.
Bei dem Zuschauer soll es sich um einen Fenerbahce-Sponsor gehandelt
haben.
16. November 2005: Nach dem WM-Qualifikationsspiel zwischen der
Türkei und der Schweiz (4:2) kommt es im Stadion von Istanbul
unmittelbar nach Spielschluss zu Ausschreitungen. Schweizer
Nationalspieler seien von Türken tätlich angegriffen worden, sagte
der Medienchef der Eidgenossen, Pierre Benoit. Ersatzspieler Stéphane
Grichting wird nach einem Tritt in den Unterleib ins Krankenhaus
gebracht.

Ich hoffe, die FIFA wird angemessen reagieren (Ausschluss von der EM 08 o. Ä. ist sicher nicht angemessen).