Ich persönlich halte einen Boykott auch für einen guten Anfang.
Qualitätsbewußtsein der Kunden interessiert Nokia offen gesagt einen feuchten Dreck! Siehe z.B. die E90-Problematik. Das Flagschiff des Konzerns und die Kunden werden im Regen stehen gelassen. Soviel zum Interesse am Kunden.
Es "riecht" doch sehr nach Subventionstourismus. Die Lohnkosten in Deutschland sind erwiesenermaßen kein Problem für eine Firma.
Es führt meiner Meinung nach sehr wohl ein Weg an Nokia vorbei und es gibt ausreichend Geräte am Markt.
So ist die "Business-E-Serie" softwareseitig nicht im geringsten eine Gefahr für Windows-Mobile, Blackberry usw. - liest man nur in KEINEM Review da ja alle immer nur schreiben: "Boah, das Nokia hat 500 neue Funktionen und kann dies und das ...!" Tja, aber nix richtig. Schöne Geräte (in puncto Design) bauen sie z.T. auf jeden Fall, das möchte ich nicht bestreiten.
Das Hauptproblem der Konsumenten ist die "Billigorientierung". Wie wurde es hier schön schön gesagt:
"Die Menschen kennen den Preis aber nicht den Wert eines Produktes."
Ich persönlich möchte nicht Top-Qualität zum günstigsten Preis. Wenn ich weiß, das ich Summe X in Produkt Y investieren will, so erwarte ich von vornherein eine entsprechend überzeugende Qualität weil ich da eben gewissen Ansprüche an die Wertigkeit besitze! Und wenn mir jmd. ein Produkt das plötzlich "Made in China" aufgedruckt, hat zum gleichen Preis wie vorher die "Made in Finnland"-Variante verkaufen will dann zieht er mich über den Tisch weil er ZU gierig geworden ist.
Da soll ich dann auf Qualität pochen? Nein, ich boykottiere ihn. Sonst versteht er's nie!
Wenn ich etwas billiges kaufe, weiß ich von vornherein, das es nur temporär ist da ich das Produkt relativ schnell wegschmeissen MUSS, es aber eh nicht für den Dauereinsatz o.ä. gekauft habe.
Seht euch doch mal das aktuelle Angebot an DVD-Spielern bei Saturn o.ä. an. Das ist billiger MÜLL; ein Haufen Plastik mit Siebensegmentanzeigen, dünnsten Plastikschubladen etc.
Vor ein paar Jahren hätten sich Firmen wie Sony, Denon und andere geschämt und geweigert solche Geräte auf den Markt zu bringen!
Aber so lange die Leute nur "billig billig billig" im Kopf haben wird sich da nichts ändern!
Zur angeblichen Legende der z.B. deutschen Fertigungsqualität:
Die deutsche Fa. Eppendorf (medizinische Instrumente, Laboranalyser, Pipetten usw.) hat vor Jahren ein Werk in den USA aufgemacht. Selbstverständlich die gleichen Fertigungsmaschinen etc. wie hier in D, Mitarbeiterschulung usw.
Das Werk hat es NICHT geschafft den Qualitätsstandard des deutschen Werkes zu liefern trotz identischer Ausstattung!
Bevor sich die Fa. den Ruf zerstört hatte, haben sie das Werk geschlossen und zu den Akten gelegt.
Mittlerweile dürfte die Fertigung wohl erneut ausgelagert sein da das Hamburger Unternehmen Nord-Amerika, West-Europa und Asien bedient.
Ist auch keine unbekannte Fa. auf dem Sektor da man deren Pipetten und Zentrifugen sogar bei "CSI"-Serien usw. auf den Labortischen sieht. Weiß mit der typischen blauen Schrift. Gibt halt nichts besseres als deren Pipetten!
Und da beschwert sich auch kein Kunde über die Preise da die Qualität und die Präzision einfach stimmt und vom Kunden verlangt wird! Sei's im medizinischen Bereich, Materialprüfung oder anderes.
Es möchte ja auch niemand dank billiger Produktion hören: "Ähm, ich denke Sie könnten Leukämie haben. Bin mir da jetzt nicht 100% sicher da wir im Zuge günstiger Anschaffungen im Labor jetzt "etwas" weniger Präzision als vorher haben!" 