Testbericht - Teil 2.....
Akku, Sprachqualität und Empfang:

Beim Empfang würde ich keine allzu großen Unterschiede zwischen dem K610i und dem K800i sehen. Wenn ich von meinem K800i ausgehe, so würde ich den Empfang beim K610i absolut gleichwertig ansehen und irgendwo zwischen gut bis sehr gut einstufen.
Das Gerät beherrscht neben GSM-Triband auch UMTS, wobei der UMTS Empfang im E-Plus Netz bisher sehr stabil funktioniert. Zu Abbrüchen oder Problemen beim Handover ist es bisher nicht gekommen. Die Netzwahl ist übrigens wahlweise „GSM und UMTS“ oder „nur GSM“, so kann man also bei Bedarf das Gerät auf den reinen GSM Modus zwingen.
Auch bei der Sprachqualität würde ich das K610i recht gute Werte zusprechen, sicherlich ist dies immer rein subjektiver Natur, aber ich bin damit sehr zufrieden beim K610i. Ich habe es hier im Vergleich zum K800i getestet und finde kaum einen hörbaren Unterschied, auch die Lautstärke ist dem K800i absolut ebenbürtig.
Über den Akku kann ich leider nicht viel sagen, außer dass er bisher gut durchgehalten hat, obwohl ich die ganze Zeit damit rumgespielt habe. Angegeben ist es vom Hersteller mit maximal 7 Std. Gesprächszeit und 350 Std. Standby (im GSM Betrieb). In der Praxis wird das K610i hoffentlich ähnlich lange durchhalten wie das K750i. Genauere Erkenntnisse zur Akkulaufzeit im GSM und UMTS Netz wird aber wohl erst ein längerer Testzyklus liefern können.
Neuheiten und Funktionen:

Hier hat Sony Ericsson einiges gegenüber dem K600i nachgelegt. So befinden sich beim K610i folgende wesentliche Neuerungen und Features:
- Display mit 176x220 Pixeln bei 262.000 Farben
- Vollwertiges Telefonbuch mit 1000 Kontakten und 2500 Rufnummern
- Aktivitäten-Menü (Multitasking erweitert)
- USB Wechseldatenträger (Treiber sind nicht mehr nötig)
- 2.0 Megapixel Kamera (ohne Autofocus)
- UMTS und Videotelefonie
- Image Blog
- Standby-LED an der Geräteoberseite
- MP3- und Media-Player (inklusive Vollbild-Modus)
- Speicherkarten-Slot (Hot-Swap), aktuell bis 1 GB
- Fastport Schnittstelle
- verbesserte Menüoberfläche
- Browser mit Smart-Fit und Vollbildmodus
- RSS Feed Reader
- A2DP (Stereo-Bluetooth)
- Flugzeug Modus (Offline Modus)
- OTA Software Update
Ein wesentlicher Schritt Richtung Smartphone ist die erweiterte Multitasking-Funktion. So kann man problemlos mehrere Java Applikationen (getestet mit 3 Programmen parallel) gleichzeitig laufen lassen und parallel noch Musik hören oder zwischendurch eine SMS lesen / verfassen. Dies ist zum Beispiel dann praktisch wenn man einerseits im Web per Opera Mini surft und andererseits im ICQ per Jimm online ist. So eine Funktion hätte ich mir schon damals für das K750i dass ein oder andere Mal gewünscht.
Eine weitere Neuerung für die K-Serie ist der Flugzeug Modus, so kann man das Gerät problemlos in den Offline Modus versetzen. Im Gegensatz zu bisherigen Sony Ericsson Geräten bleibt in diesem Fall aber das komplette Menü nutzbar und nicht mehr nur der Musik Player.
Die Profile werden wie schon beim Sony Ericsson W810i mit verschiedenen kleinen Symbolen am oberen Displayrand angezeigt, ein kleiner Baum symbolisiert z.B. „Draußen“, ein kleines Auto ist das „KFZ Profil“, usw. So erkennt man endlich prima auf den ersten Blick in welchem Profil sich das Gerät gerade befindet.
Eine weitere neue Feinheit im Menü ist auch die permanente Anzeige der Uhrzeit in der Statusleiste. So sieht man problemlos aus jedem Untermenü heraus neben der Akkukapazität die aktuelle Uhrzeit.
Ein neues, kleines Detail ist die Standby-LED an der Geräteoberseite. Die LED blinkt in einem regelmässigen Abstand grün und signalisiert somit die Betriebsbereitschaft. Sie blinkt bei eingehenden Nachrichten oder Anrufen schneller, wechselt aber sofort danach wieder in den langsameren Modus. Schade hier wäre mehr Potential gewesen die LED sinnvoll zu nutzen.
Der Rest kommt mir soweit ziemlich bekannt vor, man fühlt sich definitiv auf Anhieb heimisch beim K610i.
Media- und Music Player:

Der Musik- und Media-Player hat natürlich auch wieder seinen Weg ins Gerät gefunden. Die Qualität des Players ist sehr gut, so ist die Klangqualität wirklich sauber und klar, egal ob über ein Stereo-Headset oder den internen Lautsprecher.
Beim K610i hat Sony Ericsson erstmals auf ein beiliegendes Headset verzichtet und so ist man gezwungen ein Headset im Zubehörhandel zu erwerben. Irgendwo ist der Schritt auch logisch, schließlich belohnt das Gerät durch einen niedrigen Einstiegspreis.
Wer also einen satteren Bass und einen guten Klang wert legt, dem sei das vom W800i / W810i bekannte HPM-70 ans Herz gelegt, dass dank In-Ear Ohrhörern für einen satten, druckvollen Bass sorgt.
Die unterstützten Media-Formate sind:
- 3GPP
- AMR
- AAC
- AAC+
- eAAC+
- MP3
- MP4
- M4A
- MIDI
- iMelody
- eMelody
- Real Video 8
- Real Audio 8
- RHZ
- RTSP (Streaming)
- WAV
- WMA
- WMV
- XMF
An Einstellmöglichkeiten bietet der Musik Player einige Möglichkeiten, da die Funktionen denen der Walkman Reihe gleichen. Es gibt selbstverständlich die Möglichkeit Titel zu wiederholen oder willkürlich abzuspielen, genauso wie man den Klang per Equalizer anpassen kann. Hier stehen folgende EQ Modi zur Auswahl:
- Normal
- Bass
- Sprache
- Höhenanhebung
- Manuell
Die Lautstärke über den internen Lautsprecher ist des Weiteren auch vorbildlich - klar und ohne verzerren wird die Musik wiedergegeben. In der Qualität ist der Lautsprecher vergleichbar mit dem des W800i / W810i. Natürlich hat Sony Ericsson auch an die Möglichkeit der eigenen Playlist-Erstellung gedacht, sodass man seine Lieblingssongs einfach zusammenstellen kann.
Als kleines Extra hat Sony Ericsson auch eine Stereo-Simulation integriert, so wird ein räumlicher Klang simuliert obwohl kein Stereo-Lautsprecher verbaut ist. Wo wir schon beim Thema Stereo sind; das K610i beherrscht auch Bluetooth Stereo Streaming per A2DP, so kann man also auch drahtlos Stereo-Musik hören.
Seitlich am Gehäuse findet man übrigens die Music Player-Taste, diese startet wie schon beim W810i direkt den Music Player auch ohne anstecken des Headsets. Um versehentliches Starten der Musikwiedergabe über den Lautsprecher zu vermeiden hat Sony Ericsson selbstverständlich eine Abfrage „Lautsprecher weiter nutzen? Ja/Nein“ nach dem Tastendruck umgesetzt.
Nachdem der Player in den Hintergrund gelegt wurde, werden übrigens am oberen Bildschirmrand die entsprechenden Track Informationen in einer Scrollleiste dargestellt, genauso wie man es von den Walkman Geräten kennt.
Der Videoplayer kann natürlich auch Videos im Vollbild abspielen, und Einzelbilder können als Screenshot aus dem Video herausgenommen werden. Ein nettes Feature zur Videobearbeitung ist der VideoDJ. Wie der Name schon vermuten lässt, kann man hiermit Videos, Bilder und Texte auf seinem K610i zusammenschneiden. Heraus kommt eine 3GP Datei, die sich problemlos weiterversenden / übertragen lässt.
Der Player kann übrigens nicht nur Videos, wie die niedrige Videokamera-Auflösung von 176x144 Pixel vermuten lässt, in dieser Auflösung abspielen sondern auch in Vollbildauflösung. Das heißt dass bei einer Auflösung von 176x220 Pixeln (oder sogar höher, z.b. 240x320 Pixel) eine absolut flüssige Wiedergabe möglich ist und je nach eingesetzter Komprimierung diese auch frei von jeglicher Kästchenbildung ist.
Verbindungsmöglichkeiten:

Hier kann man wie eigentlich schon immer Töne, Themes, Videos und Bilder per Bluetooth oder USB-Datenkabel übertragen. Neu hingegen ist die Tatsache, dass das K610i als Wechseldatenträger ohne externe Treiber angesprochen werden kann.
Schade dass wie schon beim K750i nur die Speicherkarte als eigenes Laufwerk angezeigt wird und der Telefonspeicher nur über den Sony Ericsson Datei-Manager. Immerhin wird also zum Datentransport die Speicherkarte ohne Zusatzsoftware als echter Wechseldatenträger erkannt, so ist dies ein echter Vorteil, da man somit zum reinen Datenaustausch nicht mehr zwingend die PC Suite benötigt.
Einen Nachteil hat die Sache aber auch, so schaltet sich das Gerät während der Nutzung des reinen Datenmodus ab, vermutlich um einen Datenverlust während des Zugriffes zu vermeiden. Löst man die Verbindung, so startet das Gerät unverzüglich und man kann wieder mit dem Telefon arbeiten.
Ansonsten steht die übliche Verbindungs- und Syncmöglichkeit mit der Sony Ericsson Software zur Verfügung (per Datenkabel oder Bluetooth). Auf eine Infrarotschnittstelle hat Sony Ericsson verzichtet, dieser Standard stirb eh langsam aus und ist schon längst durch BT ersetzt worden.
Ein Senden des Telefonbuches von einem K750i an das K610i ging übrigens, wie schon beim K800i, problemlos und inklusive aller Anruferbilder per Bluetooth vonstatten.
An Synchronisationsmöglichkeiten mit dem heimischen PC bietet der Sync Manager Kontaktmöglichkeiten zu folgenden PIM-Anwendungen:
- Windows Adressbuch
- Outlook 2000
- Outlook 2002
- Outlook 2003
- Lotus Notes 5
- Lotus Notes 6
- Lotus Notes 6.5
Für die schnelle Übertragung von vielen Dateien empfehle ich, wie bei anderen Geräten mit Speicherkarten-Slot einen Card Reader, da die Speicherkarte ja problemlos im laufenden Betrieb gewechselt werden kann (auch wenn man dazu immer den Akkudeckel entfernen muß). Als zweite Übertragungsart bietet sich natürlich das USB-Datenkabel an, da auch hier die Geschwindigkeit noch sehr gut ist. Allerdings ist diese Variante meines Erachtens nicht ganz so schnell wie ein USB 2.0 Kartenleser.
Für die mobile Datenübertragung stehen sowohl UMTS- als auch GSM-GPRS zur Verfügung.
Büro und Business Funktion:

Hier bietet das K610i einige Features:
- Kontakte speichern mit mehreren Rufnummern, Privat-Anschrift, Firmen-Anschrift, Emailadresse, URL, Anruferbild (schön groß) oder Videos, etc.
- Alarme (bis zu 5 Alarme können getrennt voneinander definiert werden)
- Notizfunktion
- Aufgabenliste
- Codememo
- Netfront Browser (WAP 2.0 und HTML mit JAVA Script- / SSL Support, Smart-Fit Funktion)
- E-Mail Client
- Sprachwahl / Sprachsteuerung
- und natürlich einen umfangreichen Kalender mit Erinnerungsfunktion (Geburtstage, Termine etc.).
Vom K800i bekannt ist der integrierte Netfront WAP bzw. HTML Browser, dieser bietet unter anderem einen Vollbild Modus und eine Zoomfunktion (zwischen 50%-200% Zoomfaktor). So lassen sich auch große Seiten perfekt auf dem Display darstellen und wer Traffic sparen will kann auch das Laden von Bildern deaktivieren. Schön ist auch die Möglichkeit nach Bedarf im Querformat zu surfen, dies ist gerade bei etwas aufwändigeren Websites sehr praktisch.
Des Weiteren gibt es jetzt ein Smart-Fit Feature, d.h. Websites werden in einer Spalte dargestellt und somit muss nicht mehr seitlich gescrollt werden.
Der Seitenaufbau geht dank UMTS Datenübertragung erstaunlich schnell und flüssig vonstatten, so kommt Freude beim mobilen Surfen auf.
Für längere Surfsessions empfehle ich selbstverständlich ein entsprechendes Datenpaket über den jeweiligen Netzbetreiber hinzuzubuchen. In meinem Fall kann ich sagen dass man bei E-Plus mit dem Data30 oder Data50 sicher kaum an seine Volumengrenzen stößt.
Abschließend sei zum Browser noch erwähnt das dieser übrigens eine RSS Feed Suchfunktion bietet, d.h. man kann die aktuelle Seite nach Feeds durchsuchen und diese zur eigenen Liste hinzufügen.
Sony Ericsson hat endlich bei der Speicherkapazität des Adressbuchs zugelegt; so kann man jetzt echte 1000 Kontakte mit insgesamt maximal 2500 Rufnummern speichern. Des Weiteren muss man um eine Adresse anzuzeigen den entsprechenden Kontakt nicht mehr „Bearbeiten“, sondern kann nun endlich über „Anzeigen“ alle Details ansehen. Ob das Telefonbuch nach Vor- oder Nachnamen sortieren soll, ist übrigens jedem selbst überlassen, dies lässt sich nämlich problemlos über die Telefonbuch-Optionen einstellen.
Neben den gerade genannten Features gibt es eine weitere, sinnvolle Funktion. Es gibt im Telefonbuch die Möglichkeit alle Kontakte in einem Rutsch auf dem Memory Stick Micro M2 zu sichern und ggf. wiederherzustellen. Dieses Feature wird in Zukunft sicherlich bei vielen Sony Ericsson Geräten Anwendung finden (schon integriert im K800i und im W810i) und somit dabei helfen schneller zwischen den Geräten zu wechseln. 
Auch beim Kalender hat man sich seit längerem zwei Mankos zu Herzen genommen, so kann man endlich ein eigenes Feld für Geburtstage (Jahrestag) hinzugefügt. Des Weiteren gibt es jetzt auch die Möglichkeit Termine beliebig zu wiederholen, egal ob: täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich. Ein Traum wird also wahr für einige Sony Ericsson Fans.
Außerdem gibt es eine Sprachaufzeichnung für Voice Memos oder Gesprächsmitschnitte. An vorinstallieren Java Anwendungen findet man FaceWarp, und Photo Mate auf dem Gerät. Als Pflichtinstallationen für gelegentliche Surf-Sessions empfehle ich zusätzlich die kostenfrei erhältlichen Programme Jimm und Opera Mini auf dem Gerät zu nutzen.
Für kurzweilige Unterhaltung im Büroalltag sorgen QuadraPop und WTA S.R. Tennis.
PC Software:
Die beigefügte Sony Ericsson PC Suite bietet einen recht umfangreichen Zugang zum Sony Ericsson K610i. Das Hauptaugenmerk liebt natürlich auf der Synchronisierbarkeit mit diversen PIM-Anwendungen (weiter oben im Test gibt es schon eine Liste der unterstützten Anwendungen). So konnte ich in meinem Test einige hundert Kontakte problemlos zwischen K610i und dem heimischen PC synchronisieren. Selbst einige Kalendereinträge oder Notizen sind mit der PC Suite kein Problem. Inwieweit sich das Gerät bei einem richtig umfangreich gefüllten Outlook Adressbuch verhält kann ich nicht beurteilen, da sich in meinem Adressbuch in erster Linie Rufnummern, E-Mail- und Postadressen befinden.
Ein weiteres Detail in der Software ist der Sony Ericsson Datei Manager. Dieser sorgt für einen problemlosen Austausch von Multimedia-Dateien. Selbstverständlich tut es alternativ auch der Microsoft Windows interne Explorer um das Gerät oder die Speicherkarte mit Daten zu füttern.
Das wohl nützlichste Stück Software um die Musik-Features des Gerätes auszuschöpfen ist die Disc2Phone Software. Diese ermöglich es dem Anwender seine heimischen Audio CDs spielend einfach auf das Handy zu kopieren. Falls nicht schon CD-Text auf der jeweiligen CD vorhanden ist, besorgt sich die Software die entsprechenden Titelinformationen aus dem Internet und fügt diese Informationen den MP3-Tags hinzu.
Selbstverständlich kann vor dem eigentlichen Konvertierungsvorgang die Bitrate nach eigenen Wünschen beeinflusst werden, um die Qualität individuell anzupassen.
Fazit:

Das Sony Ericsson K610i ist ein würdiger Nachfolger für das nicht ganz so erfolgreiche K600i. Sony Ericsson hat es verstanden, in vielen entscheidenden Punkten nachzulegen, sei es z.B. der vergrößerte Adressspeicher, der Speicherslot, das Multitasking oder die Tatsache dass man endlich einen vernünftigen Browser integriert hat. Schön, dass man so gezielt an den Features gearbeitet hat und die Vorteile der K-Serie beibehalten hat.
In der Preisklasse von knapp über 200€ stellt das K610i somit ein erstklassiges Telefon da, auch wenn die Kamera nicht ganz zu überzeugen weiß und das sonst übliche RDS-Radio fehlt. Es entschädigt dafür aber durch seine sehr kleine Bauforum und die erstklassige Optik.
Links:
- Sony Ericsson Homepage - Details zum K610i
- Sony Ericsson Homepage - K610i Videopräsentation
- Sony Ericsson Homepage - Interaktive Präsentation
- Download - PC Suite K610i
- Download - SEUS (Sony Ericsson Update Service)
- Download - Bedienungsanleitung
- Download - Synchronisations Guide
- Download - Kamera Guide
- Download - E-Mail Guide
- Download - Internet Guide
- Download - Display-Themes für das K610i
- OTA Konfiguration - MMS
- OTA Konfiguration - WAP
- OTA Konfiguration - E-Mail
P.S. Mir sei verziehen dass der Testbericht sich stellenweise mit dem Test des K800i gleicht, aber das K610i hat nun mal viele Features 1:1 vom K800i geerbt. *g*