Zitat
Original geschrieben von sibik
@ shausch
kannst du mir sagen, ob jedes Gerät bei E-Plus eine eigene feste IP hat? So wie ich (Laie) das verstehe, hat man eine öffentliche IP, die in den Logs der Server auftaucht, die man ansurft, und eine interne IP innerhalb des E-Plus Netzwerks, die niemand sieht.
Sorry, hab Dein Posting gestern uebersehen...
Also das ist so: Bei der Firewall, wie sie Eplus zwischen ihren IP-basierten Netzabschnitten und dem (wilden, oeffentlichen) Internet betreibt, wird mit NAT (network address translation) gearbeitet.
Innerhalb des Eplus-Netzes bekommt das Endgeraet (Telefon) eine private IP-Adresse aus einem Adressbereich, der nicht international koordiniert ist (bei eplus ist das eine 10er-Adresse, z.B. 10.11.12.12).
Die Firewall wendet nun NAT an und uebersetzt den gesamten Verkehr fuer diese 10er-Adresse in eine oeffentlich sichtbare und international koordinierte IP-Adresse (bei Eplus eine 212.23.x.x-Adresse).
Die 10er-Adresse kann sich jeder Netzbetreiber vergeben, wie er lustig ist, die kann auch weltweit mehrmals auftreten, weil sie ja nur hinter Firewalls eingesetzt werden darf. Die 212.23.x.x-Adresse ist Deine weltweit einmalige IP-Adresse (zumindest waehrend der Sitzung). Solche Adressen kosten Geld und sind furchtbar knapp, denn sie koennen maximal bis 255.255.255.255 vergeben werden. Dazwischen gibts haufenweise Adressbereiche, die gesperrt sind.
Bis IP-v6 (das neue Internet-Protokoll mit u.a. groesseren Adressen) eingefuehrt wird, aendert sich daran nichts.
Das NAT-Firewall-Verfahren hat nun ein paar Vorteile und Nachteile:
1. Bei der Adressumsetzung kann man auch bestimmte Ports oder Dienste, die man im Netz nicht haben will, sperren.
2. Wenn man nur wenige oeffentliche IP-Adressen hat, aber in seiner Firma (in seinem Netzwerk) viele Rechner via IP verbunden hat, kann man erstmal allen Rechnern private, frei vergebbare IP-Adressen geben. So ist unternehmensinterne Kommunikation moeglich, die duerfen dann nur nicht ins Rest-Internet. Der Rechner vom Chef (und wer immer sonst noch ins Internet darf), bekommt eine Freischaltung fuer die NAT und bekommt temporaer fuer seine Sitzung via NAT eine oeffentliche IP aus dem Pool der koordinierten IP-Adressen zugeteilt. Dabei kann es passieren, dass, wenn z.B. nur 10 oeffentliche IP-Adressen zur Verfuegung stehen, der 11. Teilnehmer, der ins Internet will, abgewiesen wird.
Dies ist wahrscheinlich bei Eplus der Fall, wenn man nichtmal den APN connecten kann.
3. Es gibt Dienste, die mit der Adressumsetzung nicht klar kommen, die funktionieren in diesem Szenario eben nicht.
In der Regel ist es also so, dass die private IP (also bei eplus die 10.x.x.x) immer dieselbe ist, um einen unternehmensinternen Rechner eindeutig zu identifizieren. Die oeffentliche IP kann jeden Tag (oder jede Sitzung) eine andere sein.
Bei eplus ist es merkwuerdigerweise umgekehrt, die oeffentliche IP ist immer gleich (zumindest bei mir seit ich die Flatrate habe, vorher habe ich nicht darauf geachtet), was ich aber vorteilhafter finde, da man so bei bestimmten Internet-Diensten wiedererkannt wird. So muss man bei den haeufigen Unterbrechungen nicht bei dem Dienst, wo man gerade eingeloggt ist, eine neue Sitzung anmelden, sondern wird nach der Unterbrechung gleich erkannt.
Allerdings ist klar, dass eplus nicht fuer alle hunderttausenden Datenkunden eine feste oeffentliche IP-Adresse bereitstellen kann (bei anderen Providern kostet sowas Geld), so dass das sicher nur eine Konfigurationspanne ist.
Eplus ist nicht gerade fuer Kompetenz im IT-Bereich bekannt....
(obwohl das eigentlich deren Kernkompetenz sein sollte *lol*)