Jeder Landwirt plant heutzutage seine Produktion u.a. danach, wie die EU subventioniert. Letztlich hat er gar keine andere Wahl, als so zu denken.
Warum sollte in der Industrie eine andere "Denke" herrschen? Hat ein Unternehmen eine andere Wahl, als bestehende Subventionsmöglichkeiten abzufassen? Hätte Müller das nicht tun sollen, damit es womöglich ein Konkurrent tut?
Jede Kommune handelt so: Bewilligte Mittelzuweisungen werden (z.T. ohne Sinn und Verstand) kurz vor Jahresende noch verpulvert, nur damit die Zuweisuungen für das Folgejahr nicht gekürzt werden, weil ja gar nicht so viel Mittel gebraucht (sprich: im Vorjahr ausgegeben) werden. Der Schaden dürfte in die Milliarden gehen.
Das Problem ist die Politik, nicht die Wirtschaft. Den Damen und Herren in Berlin und Brüssel müßten wir alle (!) mal auf die Finger klopfen, nicht der Wirtschaft, die (wie wir alle) letztlich nur im Rahmen des politisch Vorgegebenen 'irgendwie' möglichst gut über die Runden zu kommen versucht - dazu gehört auch das Ausschöpfen von Subventionen. Ohne jetzt darüber diskutieren zu wollen - aber sinngemäß trifft das auch für jeden Hartzvierer zu...
Die völlig verhunzte Investitionsförderung im Osten spricht ja ihre eigene Sprache - solche Fälle wie Müller wundern mich überhaupt nicht - angesichts der Politiker, die wir haben. Machmal kommen die mir vor, wie kleine Kindern, denen jemand (wir?) eine Schachtel Zündhölzer zum Spielen gegeben hat...
Da müßte man ansetzten... Aber nein, es ist ja einfacher, über noch mehr Staatsinterventionismus (Strafsteuer usw.) nachzudenken - damit das ganze Subventionsunwesen munter weiter ins Kraut schießt. Und unsere Kinder und Enkel zahlen dann die Zeche...
Abgesehen davon gibts natürlich jede Menge Unmoral in der Wirtschaft. Rickes Äußerung von letzter Woche, daß die Deutsche Telekom ihr Geld ganz gut auch anderswo auf der Welt verdienen könne, ist eine bodenlose Frechheit. Eine solche Äußerung spricht nicht gerade von sozialer Verantwortung.
Aber jetzt sollten wir langsam mal wieder BTT kommen.