Beiträge von HappyDay989

    Zitat

    Original geschrieben von Jay
    Luftschläge dienen dazu, die Luftwaffe Gaddafis unschädlich zu machen. Sprich: man schmeisst Eiseneier auf die Flugplätze, genauer: die Shelter, die zum Flugbetrieb notwendigen Radar- u. Kommunikationsanlagen sowie die Versorgungsinfrastruktur.


    OK, dann erklär mir bitte mal, wie man seitens der NATO eine Bombardierung von libyischen Flugplätzen und Fliegern am Boden rechtfertigen will, wenn Gaddafi seine Luftwaffe gar nicht einsetzt! Die braucht er nämlich im Moment gar nicht, weil seine Truppen bereits in Bengasi sind und dort die letzte Hochburg der Aufständischen einnehmen (siehe den Link aus meinem letzten Beitrag). Gaddafi kann jederzeit behaupten, seine Soldaten wären von den Rebellen ständig angegriffen und provoziert worden und hätten sich nur verteidigt, und niemand wird ihm das Gegenteil beweisen können.


    Auch Dir sollte klar sein, dass man als dritte Partei in Häuserkämpfe nur sehr schlecht mit Luftwaffe eingreifen kann, es sei denn, man will ohnehin beide Parteien ausradieren.



    Was ich damit sagen will: die Einrichtung der Flugverbotszone ist für mich wie der Versuch einer Frau, "nur ein bisschen schwanger" zu werden. Entweder man macht Nägel mit Köpfen und interveniert mit allen Kräften, wie man das in Afghanistan auch gemacht hat. Dass man dazu seitens der Deutschen für den Fall einer Teilnahme mal wieder kräftig das Grundgesetz verbiegen müsste, wird wohl keinen Politiker großartig stören, denn das hat es damals für den Afghanistan-Einsatz auch nicht. Die Alternative ist, man hält sich raus und schaut zu, wer von den Konfliktparteien sich durchsetzen wird. Dem stehen aber die Interessen am libyschen Erdöl entgegen. Und so kommt man dann auf die glorreiche dritte Lösung: man entschließt sich, "nur ein bisschen schwanger" zu werden.

    Zitat

    Original geschrieben von mostwanted
    Indem man Gadaffi und seine Familie direkt erwischt.


    Großartige Idee. Da Gaddafi die Koordinaten seines jeweiligen Aufenthalts leider nicht an die britische und französische Luftwaffe weitergibt, sondern sich vermutlich irgendwo in Tripolis aufhält, müsste man zu diesem Zweck erst erst einmal eine ganze Stadt ausradieren. Und das auch nicht, um ihn sicher zu erwischen, nein, nur im ihn eventuell zu erwischen...


    Übrigens: während sich UNO und Co. noch gegenseitig auf die Schultern klopfen, sich zu ihren "tollen" Abschreckungsmaßnahmen gegen Gaddafi gratulieren und darüber diskutieren, wie es jetzt wohl weitergehen könnte, stellen Gaddafis Soldaten die Welt vor das, was man wohl als "vollendete Tatsachen" bezeichnen kann: Sie marschieren in Bengasi ein und schaffen dadurch eine Situation, in der sie Aufständischen und Zivilbevölkerung so dicht "auf die Pelle rücken", dass ein Luftschlag de facto undurchführbar wird:


    http://www.bbc.co.uk/news/world-africa-12793919


    Die Frage, was ein Luftschlag in der jetzigen Situation noch bringen soll, hatte ich direkt nach dem UNO-Beschluss übrigens schon einmal gestellt: http://www.telefon-treff.de/sh…ostid=4453678#post4453678


    Auch damals blieb eine ernstzunehmende Antwort aus.


    Tatsache ist, dass die UNO mit diesem Beschluss viel zu lange gewartet hat.



    EDIT: Ich bitte für die ursprüngliche sarkastische Bemerkung in meinem Posting um Entschuldigung und habe sie gelöscht.

    Zitat

    Original geschrieben von Crone83


    Und Heynckes evtl zurück zu den Bayern :top:


    Die hätten doch gleich alle da bleiben können, wo sie jetzt wieder hingehen, das hätte den jeweiligen Vereinen richtig viel Geld gespart. ;)


    Zitat

    Original geschrieben von kinslayer
    Schön formuliert das es mit Gladbach nicht gut aus sieht.
    Ich würde eher sagen "das wars " Willkommen zweite Liga.


    Haben sie auch wirklich nicht anders verdient.
    Tut mir leid das sagen zu müssen ,aber bin nun mal Realist.


    100 % ACK, außer beim Leidtun. :top:

    Zitat

    Original geschrieben von Dwarslöper
    Warum erinnert mich das an bernbayers Argumentationsketten im KTG Thread? :D


    Weil Du offenbar nur das liest, was Du lesen willst. :rolleyes:


    Ich habe zu keinem Zeitpunkt behauptet, es hätte niemals vor Tschernobyl Proteste gegen Kernenergie in Deutschland gegeben. Es war nur so, dass in der ersten Hälfte der 1970er die sogen. Anti-Atom-Bewegung eine kleine Minderheit war, die die Bevölkerungsmehrheit zur damaligen Zeit NICHT auf ihrer Seite hatte und daran können auch irgendwelche nachträglichen Geschichtsklittereien nichts ändern. Du willst doch hier nicht allen Ernstes erzählen, dass die paar hundert oder tausend Demonstranten der Anfangszeit der Anti-Atom-Bewegung repräsentativ für die Meinung der Bevölkerungsmehrheit waren. Die großen Proteste, die Massenproteste gegen den Schnellen Brüter in Kalkar und gegen die WAA in Wackersdorf sowie gegen das ZWL in Gorleben kamen erst später, nämlich Ende der 1970er und Anfang der 1980er.


    Ganz ehrlich: man muss sich doch hier nicht über historische Fakten streiten. Eine kurze Zusammenfassung findest Du bereits hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Atomkraft-Bewegung

    Zitat

    Original geschrieben von mostwanted
    Der Quark lichtet sich, wenn Du auf die Idee kommst wen genau man mit einem Luftschlag erwischen könnte.


    Da stimme ich Dir zu, man könnte sie eventuell erwischen. Hoffentlich können die Piloten auch so gut zielen. :D

    @ Frank: aus 12.000 km Entfernung lassen sich sehr leicht Prinzipien reiten...
    Soweit es den Nachrichten zu entnehmen war, hat PM Kan TEPCO untersagt, Fukushima komplett aufzugeben. Ob die Techniker vor Ort nun Freiwillige sind oder nicht, lässt sich dieser Nachricht nicht entnehmen. Es ist aber NICHT davon auszugehen, dass die Leute vor Ort nicht ganz genau wissen, was sie riskieren; schließlich sind sie ausgebildete Kerntechniker!


    Es sollte auch in diesem Thread NICHT um eine allgemeine Kernkraftdiskussion gehen, dafür existiert bereits ein Thread.

    Zitat

    Original geschrieben von Nezhoni
    Die Resolution besagt meines wissens, dass auch Luftschläge und alle anderen erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Zivilisten erlaubt sind. Das einzige was ausgeschlossen ist, sind Bodentruppen in Libyen.


    Soweit richtig. Und jetzt muss nur noch jemand verraten, wie man mit Luftschlägen (oder auch Beschuss durch Schiffsartillerie) Zivilisten vor Angriffen durch Gaddafis Bodentruppen schützen kann? :confused:


    Haben die Briten und Franzosen Geheimwaffen, die in der Lage sind, zwischen Gaddafi-treuen Soldaten auf der einen sowie Rebellen und unbeteiligten Zivilisten auf der anderen Seite zu unterscheiden, wenn die sich im Häuserkampf gegenüberstehen? Oder werden umfangreiche "Kollateralschäden" wieder einmal billigend in Kauf genommen, nach dem Motto "die Leute wären so oder so gestorben"? :rolleyes:

    Zitat

    Original geschrieben von Zeus
    Es erschient mir jedenfalls zweifelhaft in großes Heldenpathos zu verfallen wenn man gar nicht beurteilen kann welche Maßnahmen sinnvoll sind und ob einiges in den letzten Tagen nicht nur gemacht wurde um zu zeigen dass man etwas tut.
    [...]
    Ist doch ein wenig viel Pathos.


    Zitat

    Original geschrieben von HappyDay989
    Ich schreibe das jetzt einmal ganz zynisch, obwohl mir dabei eigentlich zum Heulen zumute ist, also bitte nehmt das hier folgende nicht wörtlich:


    [...]


    Nein, ich weiß, das klingt nach viel hohlem Pathos und ist weder diesen Menschen noch ihren Familien ein Trost.


    Ich weiß wirklich nicht, was an meinem ursprünglichen Beitrag derartig missverständlich gewesen sein soll, wie Du es hier darstellst... :rolleyes:

    Zitat

    Original geschrieben von Zeus
    Woher weißt du denn dass die Anstrengungen der letzten Tage überhaupt noch etwas nützen und die Situation irgendwie verbessern? Und meines Wissens sagt auch im "schlimmsten Fall" niemand den Untergang des Landes oder ähnliches voraus. Es würde wohl nur eine Zone von einigen Kilometern um Das Kraftwerk unbewohnbar. Du machst es dir da doch auch sehr einfach.


    Im Fall, dass man das Kraftwerk einfach sich selbst überlässt, werden weit mehr als nur ein paar km rund um das Kraftwerk unbewohnbar. Das Problem sind die Tonnen von radioaktivem Material, die da vor sich hinglühen und sich ohne externe Kühlung ihren Weg ins Freie bahnen werden, weil sie sich ohne Kühlung durch jede radiologische Barriere fressen werden.
    Dieses Material wird sehr viel radioaktive Partikel emittieren und die landen dort, wo das Wetter sie absetzt. Und das nicht nur in der unmittelbaren Umgebung von Fukushima, sondern je nach Windrichtung eben auch über ganz Japan. Und je nachdem, um welches Material es sich dabei handelt, strahlt das Zeug nicht nur über ein paar Wochen, sonder über Jahre oder gar Jahrzehnte. Mit der Luft, dem Wasser und über die Böden gelangt es in den menschlichen Kreislauf.


    Ganz so harmlos, wie Du es hier suggerierst, sind die Folgen dann doch nicht, wenn man sich dazu entschließt, Fukushima jetzt aufzugeben.


    Und was die dort herrschenden Strahlendosen angeht, so solltest Du Dir mal die Ergebnisse der Messpunkte anschauen, die die GRS auf ihrer Webseite veröffentlicht. Dann wirst Du nämlich feststellen, dass sich seit den sogen. Ventings die grundsätzliche Strahlung vor Ort beträchtlich erhöht hat. Die Stabilisierung findet auf immer höherem Niveau statt, was ein ziemlich sicheres Zeichen dafür ist, dass permanent Strahlung bzw. radioaktives Material emittiert werden: http://www.grs.de/sites/defaul…gen_Japan_18.03_07Uhr.pdf
    Zusätzlich ist zu den bereits gestern vorhandenen Schäden an den Reaktoren 1-3 und dem Brennelementebecken in Block 4 auch noch ein Schaden im Brennelementebecken in Block 3 hinzugekommen: http://www.grs.de/sites/defaul…Uhr%20am%2018-03-2011.pdf



    Zitat

    Original geschrieben von hjanss
    <Betreiber prüft Sarkophag-Bau wie in Tschernobyl als letzten Ausweg
    Nach meiner Meinung wird es so kommen. Hoffentlich treffen die schon die nötigen Vorbereitungen.


    Dazu werden sie dann aber leider noch viele Menschen mehr "verheizen" müssen. :rolleyes: Denn um die Reaktoren einzusargen, benötigt man neben Unmengen von Material auch sehr viele Leute, die dieses Material bis direkt an die Reaktoren heranbringen...

    Ich schreibe das jetzt einmal ganz zynisch, obwohl mir dabei eigentlich zum Heulen zumute ist, also bitte nehmt das hier folgende nicht wörtlich:


    Die Techniker in Fukushima addieren zu den über 5.200 toten Erdbeben- und Tsunamiopfern, die man bislang geborgen hat und den vermutlich ebenfalls ums Leben gekommenen über 9.000, die noch vermisst werden, lediglich weitere 50.


    Diese "Mitglieder" der "Fukushima 50" werden es im Vergleich zu den o. g. Opfern noch richtig gut haben: statt einfach anonym von einer Flutwelle hinweggespült zu werden und zu ertrinken oder zerschmettert zu werden, dürfen sie bei der Rettung ihres Landes und ihres Volkes den Heldentod sterben. Ihre Namen werden sich im kollektiven Gedächtnis einbrennen und man wird ihnen einen Schrein als Gedenkstätte errichten.


    Nein, ich weiß, das klingt nach viel hohlem Pathos und ist weder diesen Menschen noch ihren Familien ein Trost. Ich schrieb es bereits gestern, weil ich da schon etwas ähnliches befürchtete: ich bin froh, dass ich keine solche Entscheidung treffen muss, z. B. als Einsatzleiter vor Ort meine Mitarbeiter in den sicheren Tod schicken zu müssen. Ich bin auch deswegen darüber froh, weil ich es in einem solchen Fall als meine Pflicht ansehen würde, meine Leute dabei zu begleiten. Nicht deshalb, weil ich keine Angst vor dem Tod oder keine Vorstellung davon hätte, was sich hinter dem Begriff des "Strahlentods" verbirgt, sondern weil ich mit den Konsequenzen meiner Entscheidung nicht weiterleben könnte.