@ Hellwach: Den Mitarbeiter einer der Regierung untergeordneten Behörde hätte ich erleben mögen, und dann auch noch in Japan, der es Anfang der 1970er gewagt hätte, ihm zur formalen Zustimmung vorgelegten Pläne mit der Begründung mangelhafter Sicherheit abzulehnen, wenn diese Sicherheitsmängel nicht derartig eklatant sind, dass sie selbst einem Laien sofort ins Auge springen. 
Und seien wir ehrlich: selbst in Deutschland zeigen die unseren KKW erteilten Genehmigungen doch, dass es hier nicht anders lief bzw. immer noch läuft. Oder wie konnte das KKW in Mülheim-Kärlich jemals genehmigt werden, ob wohl es direkt im Erdbeben gefährdeten Neuwieder Becken lag?
Ich erinnere mich noch gut an die 1970er, damals galt Kernkraft als die preiswerte, umweltfreundliche und praktisch ewig anhaltende Form der Energiegewinnung schlechthin. Klar, Kernwaffen waren "böse," aber die friedliche Nutzung der Kernkraft war damals so sehr der neuste Schrei der Technik wie heutzutage z. B. die Solarenergie.
Zitat
Original geschrieben von frank_aus_wedau
Die Vorgänge in Japan zeigen die Realisierung dessen, was man gemeinhin mit dem harmlos anmutenden Begriff "Restrisiko" umschreibt.
[...]
Ich weiß gar nicht, ob das jedem Bürger der betreffenden Staaten bewusst ist ... 
Japan ist überall! Japan hätte auch hier sein können.
Ein guter Bekannter, seines Zeichens (pensionierter) Ingenieur, der jahrelang in der Hauptverwaltung eines großen EVU für die interne Überprüfung von KKW zuständig war, sagte mir einmal, halb sarkastisch, halb ernst gemeint:
"Das Restrisiko, das ist das Risiko, das uns den Rest gibt."
Er bezog das damals auf die nach Tschernobyl in Deutschland rapide zunehmende Anti-Kernkraft-Stimmung: das von den Kernkraftgegnern vorgebrachte Argument von der Unwägbarkeit des Risikos, von dem immer ein Teil verbleibt, war wohl der Nagel im Sarg neuer KKW-Pläne, die auch bei diesem Betreiber bereits fertig in der Schublade lagen.
Aber im Grunde hast Du natürlich recht. Kein KKW ist absolut sicher, kein einziges. Und die große Achillesferse, egal wie sicher die KKW selbst sind, ist und bleibt das Problem der Lagerung des radioaktiven Abfalls.
Das alles hilft aber bei den Versuchen, die havarierten Reaktoren in Fukushima I zu stabilisieren, leider nicht weiter.