Beiträge von HappyDay989

    Hier mal der Link dazu: http://www.stern.de/panorama/a…on-fukushima-1664363.html


    Falls der Premierminister das wirklich gesagt haben soll, hat er damit übrigens leider recht.
    Es mag aus 12.000 km Entfernung betrachtet skrupellos sein, 50 Menschen in ihren wahrscheinlichen Tod zu schicken. Aber davonzulaufen und zu warten, bis sich tonnenweise radioaktives Material seinen Weg in die Umwelt gebahnt hat und dann über Jahrzehnte Grundwasser, Böden, Atemluft und Nahrungsmittelproduktion belastet, das geht wirklich nicht.
    Es geht hier schon längst nicht mehr darum, eine gute statt einer schlechten Entscheidung zu treffen. Es geht leider nur noch darum, die am wenigsten tragische Entscheidung zu treffen. :(

    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Man sollte allerdings berücksichtigen, dass laufende Pumpen nur dann hilfreich sind, wenn das Leitungssystem zur Kühlung funktionsfähig ist ...


    Selbstverständlich. Dazu kommt, dass auch die Pumpen selbst durch die zwischenzeitlichen Explosionen direkt oder durch herumfliegende Trümmer beschädigt worden sein könnten.


    Hier hilft wirklich nur noch Daumendrücken und Beten...

    Zitat

    Original geschrieben von Dwarslöper
    Das stimmt so auch nicht, die erste wirkliche Großdemo gab es in Kalkar 1977 mit 40000 (50000?) Teilnehmern.


    Und das nennst Du dann "repräsentativ für die Bevölkerung der gesamten Bundesrepublik?" :D


    Abgesehen davon schrieb ich ja auch, dass vor allem in der ersten Hälfte der 1970er die Stimmung noch sehr verbreitet Pro-Kernkraft war, und da sehe ich in Deiner Feststellung durchaus keinen Widerspruch.

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Schön, wie immer wird ein wichtiges thema auf relativ einfache brüche und festellungen reduziert....das aber evtl deutlich mehr dahinterstecken könnte, wird im tt meist ignoriert....


    Dann bist DU also derjenige, der uns jetzt alle Zusammenhänge so erklären wird, dass auch wir etwas einfacher gestrickten Geister sie verstehen werden.


    Vielen Dank dafür schon einmal im Voraus. :top:

    Ein klassisches Beispiel, dass es immer der Sieger ist, der die Geschichte schreibt. ;)


    Was im Nachhinein zu einer angeblichen Massenbewegung stilisiert wurde, hatte zumindest in der ersten Hälfte der 1970er die Bevölkerungsmehrheit NICHT hinter sich, und selbst nach dem Zwischenfall in Three Mile Island (Harrisburg) wurde die Mehrheit zwar kritischer, aber noch längst nicht strikt für einen Ausstieg. Die Proteste gegen Gorleben, Wackersdorf und auch den Schnellen Brüter in Kalkar erreichten doch alle erst zu Beginn der 1980er-Jahre Teilnehmerzahlen, bei denen man von einer breiten Massenbewegung sprechen kann, nicht nur von einer kleinen Minderheit.


    Das Blatt wendete sich erst nach Tschernobyl, erst ab dem Zeitpunkt darf man davon sprechen, dass sich die deutsche Bevölkerung zunehmend gegen die weitere Nutzung der Kernenergie aussprach.


    Doch wie schon gesagt: Wenn dieser Aspekt diskutiert werden soll, dann bitte im Kernkraft-Thread, nicht hier. Vielen Dank für Dein Verständnis. :top:



    Und hier eine sogar recht ordentliche Erklärung dafür, warum wir uns in Deutschland wegen Fukushima die Investition in Geigerzähler und Jodtabletten sparen können: http://blog.tagesschau.de/2011…d-von-fukushima-wegtreibt



    Und hier auch mal ansatzweise eine gute Nachricht: Es ist endlich gelungen, die Stromversorgung bis zum Reaktorblock 2 voranzutreiben. Man hofft, dass man während der nächsten 15 Stunden auch die Kühlmittelpumpen wieder versorgen und starten kann: http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-pacific-12779512
    Jetzt heißt es für gläubige Menschen beten bzw. für die Atheisten und Agnostiker Daumen drücken, auf dass alles gelingen möge. :top:



    Japan hat inzwischen formell die Havarie in Fukushima von INES-Stufe 4 auf 5 hochgestuft: http://www.bbc.co.uk/news/world-12783832
    Das war eigentlich schon längst überfällig, und man dürfte selbst für den Fall, dass die Stromversorgung der Pumpen und damit die Kühlung des radioaktiven Materials gelingt, diesen Unfall abschließend als INES-Stufe 6 einstufen

    Zitat

    Original geschrieben von Handyfan96
    lest euch mal den wiki-artikel zu fusionsreaktor durch, wenn das ding fertig entwickelt ist redet keiner mehr von sonner oder wind


    Ja, und was glaubst Du, was man uns früher über Kernkraft und danach über regenerative Energien wie Wind, Wasser, Sonne erzählt hat: "wenn das erst einmal fertig entwickelt ist, dann redet kein Mensch mehr über..." :D
    Über die Risiken und Nebenwirkungen hat damals auch keiner gesprochen, angeblich gab's ja keine.


    Also bitte etwas weniger Euphorie und etwas mehr Sachlichkeit und Orientierung an den Fakten. Kernfusion ist übrigens ein alter Hut, darüber sagte man schon vor 20 Jahren, dass man die Technik in 30 Jahren marktreif haben würde. Solche Äußerungen kamen übrigens meistens dann, wenn mal wieder jemand darauf hinwies, dass die fossilen und nuklearen Brennstoffe dieser Welt nur noch für 30 Jahre reichen würden. Der Kollege Hellwach hat ja schon auf die sogen. "Fusionskonstante" hingewiesen. :D

    @ Daniel_23: Nein, von der Existenz dieses Blog wusste ich bis gerade nicht einmal. Der Spruch vom "Restrisiko" ist schon sehr viel älter; auch mein Bekannter hat nie ein Urheberrecht darauf geltend gemacht. Und er ist bis heute fest davon überzeugt, dass die deutsche Energiewirtschaft in den nächsten 50 Jahren noch auf Kernkraft angewiesen sein wird und es deshalb spätestens ab 2020 wieder zu KKW-Neubauten kommen wird. (Ich hoffe inständig, dass er sich damit irrt.)


    Aber wir sollten in diesem Thread keine allgemeine KK-Debatte führen, sondern hier die Katastrophe in Japan diskutieren.

    Mit der Einrichtung einer Flugverbotszone hat man ja "geschickt" gewartet, bis Muammar al-Gaddafi sein aufständisches Volk zu 95 % zur Räson gebracht hat. Die letzten 5 % wird er wohl auch noch ohne Luftwaffe schaffen, dann sitzt er wieder fest im Sattel, ohne gegen den UN-Beschluss verstoßen zu haben und dann kann der Westen wieder munter mit ihm Handel treiben. Man nennt das auch Reölpolitik. :rolleyes:


    Was das "Feigenblatt" der Genehmigung westlicher Luftangriffen gegen Gaddafis Truppen zum Schutz der Zivilbevölkerung angeht, so ist das doch ein Witz. Wenn Gaddafis Soldaten in Bengasi einmarschieren und dort "aufräumen", was sollen die Briten und Franzosen dann machen? Etwas die Stadt bombardieren, um die Zivilisten zu schützen? Bomben mit Freund-Feind-Erkennung müssen wohl noch erfunden werden. :rolleyes:

    @ Hellwach: Den Mitarbeiter einer der Regierung untergeordneten Behörde hätte ich erleben mögen, und dann auch noch in Japan, der es Anfang der 1970er gewagt hätte, ihm zur formalen Zustimmung vorgelegten Pläne mit der Begründung mangelhafter Sicherheit abzulehnen, wenn diese Sicherheitsmängel nicht derartig eklatant sind, dass sie selbst einem Laien sofort ins Auge springen. :rolleyes:
    Und seien wir ehrlich: selbst in Deutschland zeigen die unseren KKW erteilten Genehmigungen doch, dass es hier nicht anders lief bzw. immer noch läuft. Oder wie konnte das KKW in Mülheim-Kärlich jemals genehmigt werden, ob wohl es direkt im Erdbeben gefährdeten Neuwieder Becken lag?
    Ich erinnere mich noch gut an die 1970er, damals galt Kernkraft als die preiswerte, umweltfreundliche und praktisch ewig anhaltende Form der Energiegewinnung schlechthin. Klar, Kernwaffen waren "böse," aber die friedliche Nutzung der Kernkraft war damals so sehr der neuste Schrei der Technik wie heutzutage z. B. die Solarenergie.



    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Die Vorgänge in Japan zeigen die Realisierung dessen, was man gemeinhin mit dem harmlos anmutenden Begriff "Restrisiko" umschreibt.
    [...]
    Ich weiß gar nicht, ob das jedem Bürger der betreffenden Staaten bewusst ist ... :(


    Japan ist überall! Japan hätte auch hier sein können.


    Ein guter Bekannter, seines Zeichens (pensionierter) Ingenieur, der jahrelang in der Hauptverwaltung eines großen EVU für die interne Überprüfung von KKW zuständig war, sagte mir einmal, halb sarkastisch, halb ernst gemeint:


    "Das Restrisiko, das ist das Risiko, das uns den Rest gibt."


    Er bezog das damals auf die nach Tschernobyl in Deutschland rapide zunehmende Anti-Kernkraft-Stimmung: das von den Kernkraftgegnern vorgebrachte Argument von der Unwägbarkeit des Risikos, von dem immer ein Teil verbleibt, war wohl der Nagel im Sarg neuer KKW-Pläne, die auch bei diesem Betreiber bereits fertig in der Schublade lagen.


    Aber im Grunde hast Du natürlich recht. Kein KKW ist absolut sicher, kein einziges. Und die große Achillesferse, egal wie sicher die KKW selbst sind, ist und bleibt das Problem der Lagerung des radioaktiven Abfalls.


    Das alles hilft aber bei den Versuchen, die havarierten Reaktoren in Fukushima I zu stabilisieren, leider nicht weiter.