Beiträge von HappyDay989

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    Original geschrieben von Hellwach
    Ich unterschreibe fast alles, außer, dass man nicht gewusst hat, dass Japans Küsten Tsunami-gefährdet sind (vgl. die US-Depeschen von Wikileaks).


    Definiere "man." Die Konstrukteure wussten es, vielleicht haben sie das aber beim Eifer des Kopierens (das ging in den 1960ern noch nicht per Strg+C) auch einfach verschlafen/übersehen, obwohl sie dafür dann wirklich bestraft gehörten.


    Doch haben die Politiker das auch gewusst? Glaubt jemand tatsächlich, die verantwortlichen Ingenieure gingen nach der Konstruktion des Kraftwerks zu ihren Chefs, sagten denen "hey, wir haben die Pläne nur kopiert, Tsunami-Schutz ist da nicht vorgesehen." Und die Chefs gingen darauf hin zur Regierung und sagten dem Premierminister "hey, unsere Ingenieure haben die Pläne nur kopiert, Tsunami-Schutz ist in Fukushima nicht vorgesehen." Und der Premier sagte nur "dann lasst uns alle gemeinsam die Klappe halten und hoffen, dass es nie zu einem Tsunami kommt, aber das ist in unserer Gegend ja auch sehr unwahrscheinlich."


    Die Frage ist also: wer hat ab wann was und wie viel gewusst? Mit pauschalen Aussagen über "die Politiker" und "die Betreiber" kommt man da nicht weiter, außer dass es den Medien die Titelseiten füllt.

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    Original geschrieben von göttingencity
    Man war nie wirklich auf den Tsunami vorbereitet und jetzt droht auch noch der GAU in einem AKW, welches niemals auf einen Tsnunami ausgelegt war.


    Sag mal, denkst Du auch nach, bevor Du schreibst? :mad:


    Es gibt nun einmal Naturgewalten, gegen die kann man sich einfach nicht schützen. Wer sich die Bilder angesehen hat, mit welcher Wucht dieser Tsunami einfach alles überrollte, der weiß, dass es dagegen keine Schutzmaßnahmen gibt. Man kann sich gegen Tsunamis dieser Größe ebenso wenig schützen wie gegen Hurrikans und Erdbeben ab einer bestimmten Stärke oder gegen Vulkanausbrüche.


    In den USA bedurfte es einer erheblich kleineren Naturkatastrophe, nämlich des Hurrikans Katrina, und schon war der Katastrophenschutz der mächtigsten Industrie- und Militärmacht dieses Planeten völlig überfordert.


    Der deutsche Katastrophenschutz ist mit der Bewältigung von Oder-Fluten schon bis zum Anschlag ausgelastet, und das ist im Vergleich zu einem Erdbeben der Stärke 9 mit anschließendem Tsunami und einem schwer havarierten KKW nun wirklich der reinste Kindergeburtstag.


    Aus 12.000 km Entfernung, aus dem bequemen Fernsehsessel, lässt es sich doch ganz trefflich (und offenbar wohl auch überaus qualifiziert :rolleyes: ) über das japanische Krisenmanagement lästern.


    Sorry, aber das musste einfach gesagt werden! :mad:

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    Original geschrieben von Hellwach
    Ist es nun positiv zu werten, dass man in den letzten Stunden keine neuen schlechten Meldungen bekommen hat, oder ist die Lage einfach so gravierend, dass keiner mehr nahe genug ran kommt, um die aktuelle Situation beurteilen zu können? Man liest auch nicht mehr viel von Strahlenmessungen. Wenn man die Bilder sieht fragt man sich, wie überhaupt noch Leute in die Nähe der Reaktoren kommen können, es ist ja außen rum alles kaputt, der Zugang schwer möglich und dazu noch lebensgefährlich. Wer soll das jemals wieder unter Kontrolle bekommen? Vielleicht ist der worst case aber auch nicht so schlimm wie wir uns das ausmalen? Vielleicht ist er auch schon eingetreten und sorgt nur für eine lokale Kontamination?


    Das verstehe ich nicht. :confused:


    Die GRS veröffentlicht auf ihrer Webseite doch ständig die neusten Messwerte und Zustandsberichte:


    http://www.grs.de/informatione…kushima-onagawa-und-tokai


    Natürlich weiß niemand, welche Strahlung in den jeweiligen Gebäuden herrscht, aber vermutlich darf man das Innere der Containments und die unmittelbare Umgebung der Leck geschlagenen Brennstäbebecken wohl mit Fug und Recht als Todeszonen bezeichnen, in denen man sich selbst im Schutzanzug keine fünf Minuten lang aufhalten darf, ohne nicht bereits eine massive Jahresüberdosis abzubekommen (ist aber auch meinerseits reine Spekulation).

    @ Robert: Danke für die Bilder-Links. Besonders die Fotos auf BBC machen wohl noch einmal auf erschütternde Weise deutlich, dass in den Gebieten, in denen der Tsunami gewütet hat, kaum noch ein Stein auf dem anderen steht und die Infrastruktur unter Tonnen von Schutt und Schlamm begraben liegt. Da ist kaum noch ein Durchkommen, selbst mit geländegängigen Fahrzeugen nicht. :(


    http://www.n-tv.de/mediathek/b…undet-article2857136.html


    @ Frank und Nezhoni: Wenn sich die Lage in Fukushima I nicht durch die bisher getroffenen Maßnahmen stabilisieren und allmählich wieder unter Kontrolle bringen lässt, dann ist es leider eine furchtbare Entscheidung, die getroffen werden muss, nämlich die, dass einige wenige sich opfern, um ganz viele zu retten.


    [small](Und glaubt nicht, dass mir diese Zeilen leicht aus der Tastatur geflossen sind oder dass ich zu denen gehöre, die einfach mal ein paar markige Worte von sich geben. Ich bin vielmehr der Ansicht, dass jeder, der von seinen Mitarbeitern ein derartiges Opfer fordert, mit gutem Beispiel vorangehen sollte. Ich bin wirklich froh und dankbar, dass ich keine derartige Entscheidung treffen muss, aber ich verstehe auch die Gefühle der Helfer vor Ort.)[/small]



    @ Scum: Mit TEPCO wird man sich wohl beschäftigen müssen, wenn die akute Notlage gelindert ist und der Wiederaufbau Japans vorankommt. Bis dahin sollte man m. E. auf Schuldzuweisungen verzichten. Aber Medien können so etwas ja bekanntlich besonders gut, je weiter sie vom Ort des Geschehens entfernt sitzen, in ihren gemütlichen Redaktionsstuben...

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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Die durch die Laufzeitverlängerung auf die abzuschaltenden AKW entfallenden Reststrommengen dürfen die Betreiber auf die verbliebenen Werke übertragen. Rein rechnerisch dürfte das zum gleichen Gewinn führen ... und dafür sorgen, dass die verbliebenen Meiler noch als "Methusalem" am Netz hängen. :mad:


    Ganz so leicht machen es Gesetzgeber und Gerichte den Betreibern dabei aber nicht. ;) Auch die immer noch in Kraft befindliche LZV begrenzt die LZ eines jeden KKW mit einem bestimmten Enddatum, mit dem die Betriebsgenehmigung einer kerntechnischen Anlage erlischt. Und diese Betriebsgenehmigung kann sich ein Betreiber nicht einfach selbst ausstellen.


    Alternativ wäre es natürlich möglich, ein modernes KKW zu errichten, auf das man dann sämtliche "LZ-Reste" aller anderen KKW überträgt. Aber ob ein neues KKW eine ernsthafte Chance hätte, in Deutschland genehmigt zu werden, wage ich zu bezweifeln. Und selbst wenn es genehmigt würde, würde man bereits mit der Einrichtung der Baustelle wohl erhebliche Unruhen und handfeste Proteste mit gewalttätigen Eskalationen auslösen.

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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Oder könntest Du es verantworten, Helfer in ein Gebiet zu entsenden, in dem auch nur die geringste Gefahr einer radioaktiven Verstrahlung bestünde? Solches Verhalten wäre ggf. sogar strafrechtlich relevant.


    Ich gebe zu, dass ich mich tatsächlich freiwillig zu einem Einsatz melden würde, allerdings unter der Voraussetzung, dass man mir bei Einsätzen um die 30-km-Sperrzone ein Dosimeter mitgibt, das beim Erreichen einer Belastung von 20 mSv anschlägt, damit ich rechtzeitig aus der belasteten Zone wieder herauskommen kann. Frische (= unbelastete) Kleidung und eine mobile Dekontaminationsanlage in der Nähe, und dann würde ich dieses Risiko durchaus auf mich nehmen, wenn ich dadurch die Hoffnung hätte, evtl. noch Menschenleben retten zu können.


    Ganz ehrlich: wenn einem Arbeitnehmer in einem KKW 20 mSv/a zugemutet werden können, dann sehe ich nicht, warum ich, als körperlich gesunder und halbwegs fitter Mensch, dies nicht auch aushalten sollte. Wie gesagt, wenn ich damit Menschen das Leben retten könnte, würde ich persönlich diese Entscheidung für mich treffen. Und das hat nichts mit Heldentum aus Unwissenheit zu tun. Es ist einfach so, dass bei einem gesunden Erwachsenen 20 mSv keine Strahlenkrankheit auslösen können. Über die Langzeitfolgen wie "Krebs in 25 Jahren" o. ä. kann ich mir Gedanken machen, aber ganz ehrlich: wer will 25 oder mehr Jahre später das Entstehen eines Tumors zielsicher auf eine bestimmte Exposition radioaktiver Partikel zurückführen? Das ist einfach absurd.


    PS: Falls Du zur Fraktion der Raucher gehörst, dann lass Dir sagen, dass DEIN Risiko, an Krebs zu erkranken, damit deutlich höher ist als eines Nichtrauchers, der 20 mSv Strahlung abbekommt. ;)

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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Der Begriff "in der Nähe des Atomkraftwerks" ist ziemlich relativ. Der bisher gezogene Kreis von 30 km kann natürlich nicht für den Einsatz von Helfern der Hilfsoganisationen gelten.


    Und warum das nicht, bitte? :confused:


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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Selbst in Tokio, das etwa 250 km vom Reaktor entfernt liegt, wäre ihr Einsatz im Hinblick auf die aktuell gemessenen Werte (und wer weiß, was noch kommt) nicht zu verantworten. Und wo man es verantworten könnte, benötigt man sie ganz sicher nicht ...


    Wie hoch sind denn die Strahlungswert Deinen Informationen nach in Tokio?


    Mir liegen hier folgende Infos vor: Am Abend des 16. März liegt die gemessene Strahlung bei 0,15 μSv/h, was nicht einmal das Vierfache der normalen Strahlungsmenge von 0,04 μSv/h darstellt. Bitte beachten, dass hier von Mikrosievert die Rede ist, nicht von Millisievert!


    http://chottomatte.net/2011/03…ion-levels-daily-updates/


    Die normale Menge entspricht also 14,6 μSv/a, das Vierfache sind knapp 60 μSv/a oder 0,06 mSv/a, womit man gerade mal 6/1000 der selbst für Babies und Schwangere als vollkommen unbedenklich geltenden Strahlungsdosis abbekommen hat; diese Werte nun auf die Jahresdosis hochgerechnet. 0,06 mSv ist übrigens die Dosis, die man bei einer normalen Röntgenuntersuchung abbekommt, bei einer kompletten Computertomographie werden es bis zu 20 mSv.


    Also bitte lass die Kirche im Dorf und mach keine Pferde scheu.



    @ Daniel_23: Ich hatte deswegen schon die kommerziell nutzbaren Reaktortypen Hochtemperaturreaktor und Brutreaktor erwähnt, bei denen ebenfalls Kernschmelze ausgeschlossen ist. ;)

    Viel schlimmer: Nach dem Tsunami fehlen Lebensmittel, Trinkwasser und Medikamente, 10.000nde benötigen dringend Hilfe. :(


    http://www.tagesschau.de/ausland/bebenjapan120.html



    Derweilen laufen bei den ersten Großkonzernen die Bänder bald wieder an:


    Danke, Christian! :top:


    @ Daniel_23: Max. Energiegeneration beträgt 20 MW brutto - um eine Industrienation wie Japan mit Strom zu versorgen, müsste man da schon etliche 1.000 dieser Reaktoren aufstellen.
    Deshalb sind das ja auch sogen. Forschungsreaktoren, keine kommerziell nutzbaren Kraftwerke.



    @ frank_aus_wedau: Ich finde es durchaus nicht verharmlosend, wenn man z. B. darauf hinweist, dass es wohl massive Probleme mit Reaktorblock 3 gibt und mit dem Abklingbecken von Block 4. Ausgerechnet in Block 3 wird als Kernbrennstoff MOX (eine Mischung aus Plutonium- und Uranoxid) verwendet, und das ist erheblich "schmutziger" als konventionelles Uran 235. :rolleyes:



    Zitat

    Original geschrieben von hjanss
    Der war gut g* In diesem Forum treffen eben 2 Welten aufeinander,
    der Überflieger ist HappyDay989 mit seinen Grenzwerten und seinen
    theoretischen Erklärungen.
    Ich bin Realist und hab meine Meinung gesagt..und das Thema ist nun für
    mich durch.


    Du kannst Dir bitte Deine persönlichen Angriffe sparen und statt irgendwelcher Panikmache einfach mal FAKTEN posten. Wärst Du Realist, so würdest Du Dich auf FAKTEN konzentrieren. Dazu bist Du nun schon mehrfach aufgefordert worden, aber Du ignorierst solche Bitten mit fast schon boshafter Beharrlichkeit. Dass Du statt dessen zu solch billigen Mitteln wie dem persönlichen Angriff greifst, wo Dir offenbar die Argumente in der Sache fehlen, zeigt allerdings, dass Deine Denkweise mit Realismus nicht allzu viel zu tun hat. :flop: