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Original geschrieben von Chevygnon
War er aber gar nicht. 
Insbesondere die depressive, traumatisierte, dezent soziophobe und auch anderweitig "geplagte" Seite von Bruce Wayne wurde bei Burton bzw. durch Keaton sehr deutlich dargestellt.
Dadurch wurde auch der Gegensatz zum Joker sehr viel deutlicher, der geradezu schillernd dargestellt wurde, ohne dass man dabei irgendwelche Zweifel an seiner Boshaftigkeit haben konnte.
Na ja ;). Ich hab, alle Traumatisierung und Depression mal beiseite geschoben, immer einen "geleckten" Batman gesehen. Sprich, immer wohl behütet, obwohl er seine Problemchen hat. Nolan's Batman geht deutlich mehr Risiken ein.
Bale verkörpert den inneren Zwist Waynes weitaus eindrücklicher. Er geht mit 3 Frauen gleichzeitig ins Restaurant, besäuft sich, steigt in den Pool, kauft eben diese Restaurants aus eine Laune heraus. Grade Batman Begins spiegelt in der vorzüglichen ersten halben Stunde die innere Zerrissenheit Wayne's wieder. Das er auf der Suche nach etwas ist, etwas, das ihn nicht in Ruhe lässt.
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Genau diese Stärke der Nolan Filme ist gleichzeitig auch ihre größte Schwäche. Denn durch diesen Realismus in der Darstellung werden die Figuren nebenbei eben auch ein Stück weit entzaubert bzw. entmystifiziert.
Bruce Wayne ist nur ein weiterer therapiebedürftiger Yuppie mit Vorliebe für Rollenspiele bzw. leicht schizophrener Ader, Beziehungsproblemen und viel zu viel Geld und Langeweile.
Für seine Ziele ist ihm letztlich fast jedes Mittel recht, was wiederum zu der erschreckenden Erkenntnis führt, dass Gut und Böse so verschieden nicht sind. :eek:
Diese realistischere Darstellung macht die Charaktere somit eben auch ein Stück weit belangloser und austauschbar. Und Gotham City genauso. Das Fehlen von "Batman" im Titel ist ein sehr deutliches Zeichen dafür.
Das Comichafte bei einer auf Comics basierenden Verfilmung so in den Hintergrund zu drängen ist letztlich eine absolute Gratwanderung.
Ack. Nichtsdestotrotz wird man durch solch eine Darstellung eindeutig stärker mitgerissen, die Identifikation mit der Hauptfigur wird einfach wesentlich einfacher. Casino Royale ist für mich da eigentlich das Paradebeispiel. Niemand wollte einen "anderen" Bond sehen, alle haben gedacht, das Craig so einen aalglatten Gentleman nicht spielen kann. Herausgekommen ist ein Bond, der vielen besser gefallen hat - weil er näher an der Realität ist. Weil eben, wie du so schön gesagt hast, das Böse in Wahrheit nicht allzu weit vom Guten entfernt ist und beide doch einiges eint.
Und auch wenn die Helden und ihre Geschichte einen Tick austauschbarer werden, so kommt hier umso deutlicher das Talent von Schauspielern zum tragen, da es umso mehr an ihnen liegt, einen "normaleren" Plott mit "austauschbareren" Figuren einzigartig darzustellen.
Au revoir...