Die Diskussion ist hier vollkommen sinnlos. Von uns kann keiner nicht einmal annähernd wissen, wie stark ausgelastet die drei GSM-Netze sind. Das wissen nur die drei Netzbetreiber. Selbst die werden es erst in diesem Sommer wieder richtig merken, weil es das erste Jahr mit ähnlichen Touristenzahlen wie vor Corona wird. Wenn man die Zahlen nicht kennt, kann man unmöglich schätzen, wie viele Kanäle und Frequenzen man benötigen würde. Ist auch sehr vom Standort abhängig. An den Flughäfen, Neuschwanstein und ähnlichen Punkten, wo viele Touristen an einem Punkt zusammen kommen, die u.U. (noch) kein VoLTE im Roaming verwenden können, braucht man momentan noch viel mehr GSM-Kapazität. Wie lange noch, ist fraglich. VoLTE im Roaming haben alle schön ignoriert und schlafen ruhig weiter. In diesem Sommer wird es krachen wenn wieder viele Touristen kommen werden. Die schöne neue Welt: Jetzt kostet das Telefonieren im EU-Roaming nicht mehr, man kann aber mangels VoLTE-Roaming gar nicht mehr telefonieren, weil 3G in vielen Ländern schon abgeschaltet ist oder zumindest sehr ausgedünnt wurde. Zurück in die 2000-er Jahre, als im Italienurlaub oft alle GSM-Sprachkanäle belegt waren.
Bei GSM darf es keine Gleichkanalstörungen geben. Ein Kanal ist nur 200 kHz breit und auch in den Grenzgebieten ist alles schön getrennt. Das ist ganz anders als bei 3G, 4G, 5G, wo alles auf derselben Frequenz sendet und somit die Überlappungen normal sind. Ein Rundstrahler ist ineffektiv und verbraucht viel zu viel Energie. Etwas, was heute teuer ist.
Wenn man sich statt GSM auf UMTS als rudimentäres Basisnetz geeinigt hätte würde die Sache wieder anders aussehen, denn dann wären selbst bei einem einzigen Träger je nach Auslastung, Anbindung und Empfangssituation immerhin real so 0,5 bis 10 MBit/s möglich, was z.B. für WhatsApp incl. Fotos und Videotelefonie, Instagram, TikTok, Maps, Webradio und Musicstreaming ausreichen würde.
Das ist ähnlich wie beim Heizungsgesetz. Kaum hieß es, dass man 3G und 2G mal abschalten wird, wurden noch massenweise IoT-Geräte mit nur GSM-Unterstützung zu günstigsten Preisen verschleudert. Tracker und ähnlich. Es gibt vermutlich jetzt trotz Ankündigungen, dass GSM mal abgeschaltet wird, noch mehr IoT in 2G als vor einigen Jahren. Aber, wie gesagt, die Zahlen hat hier niemand und somit kann man nur behaupten, dass die sicherlich die Kosten senken wollen und somit in einem gemeinsamen Netzt weniger Bandbreite als bisher in der Summe für GSM nutzen würden. Eine Zahl zu nennen, ist unmöglich.