Zitat
Original geschrieben von masterplan
Klingt aber nicht besonders sozial von dir nach deinem Diplom dich dann ins Ausland abzusetzen.
Diese kostenfreie Bildung in einem anderen land dann dort zu Geld machen wäre wenig patriotisch. Das Ausland sagt DANKE DEUTSCHLAND !
Wie DUSA so treffend schrieb: erwartest Du wirklich, daß frische Absolventen ihre patriotische Pflicht erfüllen und sich mit Praktika und befristeten, unterbezahlten Jobs über Wasser halten (wenn sie überhaupt einen bekommen)?
Das Problem betrifft ja nun nicht nur Ärzte und die Kaste, die sich in den letzten Jahren bakteriell vermehrt und die man zum Großteil in der Nordsee verklappen sollte, sondern geht quer durch alle Berufe.
Sind zum Beispiel auch alle möglichen Handwerkerberufe im Ausland gefragt. Wirf mal einen Blick z.B. in die Long Term Skill Shortage List von Neuseeland ... das sind alles Berufe, bei denen auch langfristig mit Fachkräftemangel gerechnet wird, und die im Einwanderungsprogramm mit Bonuspunkten belohnt werden.
Was ist patriotischer: der Gemeinschaft hier mit 1-Euro-Jobs oder Hartz4 auf der Tasche liegen, oder seine Sachen packen und sich im Ausland eine Existenz aufbauen?
Zitat
Prinzipiell NEIN zu Kindern sagen ist auch recht egoistisch. Wer soll denn denn später mal DEINE Rente zahlen? Die eingegliederten Ausländer, Russlanddeutschen?
Ich formuliere daß jetzt mal bewußt ein bißchen hart: es ist egoistisch, Kinder in die Welt zu setzen! :p
Tagesschau- und PolitikForum sind voll von Rechnungen, wonach eine Ehepaar mit zwei Kindern mit ALG2, Kinder- und Wohngeld so viel Einkommen hat, daß es sich (finanziell) gar nicht lohnt, einen Job unterhalb von 1600 Euro anzunehmen. Auch die Christiansen-Talkrunde zum Thema "Lohnt sich Arbeit noch" war sehr aufschlussreich.
Oder ein Blick auf die Lohnabrechnung, die hier vor mir liegt... oder der Gedanke an die nächste Abrechnung, wo noch eine Jahresendtantieme drauf kommt .. naja, ich weiche vom Thema ab.
Mit Kindern kann man sich am Sozialstaat gesundstoßen. Kinder sind die Arbeitslosen von morgen (-> "Das Ende der Arbeit" [sopos] [labournet] [Stuttgarter Zeitung]).
Kinder sind ein Armutsrisiko, ganz besonders für Männer. PastorBach hatte im Tagesschau-Forum zum Thema "Unterschichtendebatte" einen sehr aufschlussreichen, ja beängstigenden Thread mit interessanten Zahlen dazu - leider leider wurde der Thread entfernt. Ein Kind ein Haus. Was haben Tropenstürme und Frauen gemeinsam? Wenn sie kommen sind sie heiß und feucht, wenn sie gehen sind Haus und Hof weg. Genug Phrasen gedroschen für den Moment ..... :p
Ein Blick in die Daten vom statistischen Bundesamt aber auch in die Nachbarschaft wird belegen, daß die kinderreichen Haushalte tendenziell in der "Unterschicht" angesiedelt sind, während die "Leistungsträger" der Gesellschaft eher weniger Kinder in die Welt setzen - und sich damit nicht nur das demographische sondern auch die Qualifikationsmisere verschärfen wird, weil Kinder aus finanziell besser gestellten Schichten leider und auch zunehmend bessere Abschlüsse erreichen als solche aus ärmerem Umfeld.
Hinzu kommt das gesellschaftliche Problem zusätzlich zum Armutsrisiko. Eva Herman mit ihrem "Eva-Prinzip" (habe es nicht gelesen) ist ja schwer aneckt und ihre Analyse von Ursachen und Lösungen hat die Gemüter erregt. Das grundsätzliche Problem lässt sich aber nicht wegdiskutieren: eine zunehmende Anzahl von Einpersonenhaushalten, stabile Familienbande war einmal. Zwei von drei Ehen scheitern. Generation Fun. Ein Blick in meinen Abijahrgang (1995), auch die Mädels haben praktisch alle studiert, aber Familie .. Kinder? Mangelware. Beruf geht vor. Familie und Beruf sind ganz besonders in Deutschland nicht miteinander vereinbar. In anderen Ländern, zum Beispiel in Frankreich, soll das anders sein.
Das Zeitfenster für Familiengründungen wird immer kleiner und schiebt sich immer weiter nach hinten. Strebt man einen höheren Abschluß an, steckt man bis 25 in der Ausbildung - ein Kind während des Studiums? No go. Dann erstmal ein bißchen Berufserfahrung schnuppern - insbesondere Frauen, die schon jetzt Kinder bekommen, werden niemals einen Job finden: 30, Kind, keine Berufserfahrung "Gefahr auf weitere Kinder = Erziehungsurlaub", wer stellt hierzulande so jemanden ein? Mitte 35 ist man im Glücksfalle dann beruflich und finanziell gefestigt und kann sich ein Kind leisten, oder man entscheidet sich für die ganz große Karriere. Nach 35 tickt nämlich auch schon zunehmend die biologische Uhr, trotz medizinischer Fortschritte.
Von 10 Pärchen in meinem engeren Bekanntenkreis (25-30 Jahre), die meisten in langjährigen Beziehungen hat genau eines gerade Nachwuchs bekommen, und das ist der 6er im Lotto sie-treffen-sich-mit-16, ziehen mit 18 zusammen, Heirat mit 24, beide Familien "finanziell unabhängig", Hund, Haus, beide studiert, jetzt mit Kind ... wer hat das heute schon???
Glaubt man RTL2 hat die Masse der "Familien" mit 25 schon zwei Ehen hinter sich, Mann arbeits- und chancenlos, Frau ungelernt und ein Bündel Kinder aus Ehen und davor, gemeinsam suchen sie eine Supernanny und lecken ihre Wunden von der gescheiterten Auswanderung, weil man am anderen Ende der Welt kein hessisch spricht und das Bier so schlecht und das Brot so eklig weich ist.
Zitat
Wenn jeder so denkt und nur für sich selber wurschtelt, dann kann das mit einer Rentenpyramide nicht besser werden.
Nun, diejenigen, die die Fäden in der Hand halten, machen es doch allesamt vor. Jeden Tag sind die Nachrichten voll davon. Von wegen think local, act global.
Wer heute nicht mitnimmt was geht und zu allererst an sich selbst denkt, der bleibt doch auf der Strecke ...
Das daß nicht auf Dauer funktioniert, ist klar, das hat die Geschichte schon des öfteren gezeigt. Wie so oft wird sie sich wiederholen.
Zitat
Du willst doch später sicher mal eine Rente mit ca 2000-2500 Euro haben. Schon mal dran gedacht das du dann ca 3-5 "Einzahler" brauchst die Dir dann diese Rente ermöglichen?
Solange Erwerb an Arbeit gekoppelt ist (mir ist bewußt, daß erst eine genetische Reprogrammierung aller Menschen oder eine Evolution richtung Ameisen oder Borg das abstellen wird), und die Kinder von heute die Arbeits- und damit die Erwerbslosen von morgen sind, werden Kinder das Problem auch nicht lösen sondern nur verschärfen.
Zitat
Original geschrieben von ThomasK
Du hast soeben alle meine Vorurteile gegenüber sogenannten "Vermögensberatern" vollkommen bestätigt! Vielen Dank!
:top:
Zitat
Original geschrieben von Schumi
in unserem Beruf gibst viele schwarze schafe
Der gesamte Beruf der vermeintlichen Versicherungsberater (das ist übrigens ein geschützter Begriff!) ist ein einziges schwarzes Schaf. Gibt es in diesem riesigen Markt überhaupt ein einziges Produkt, daß nicht durch seine Provision sondern durch seine Leistung überzeugt?
Es ist schlimm genug, daß Firmen an der in meinen Augen sozialen Funktion Altersvorsorge/Existenzsicherung im Alter ordentlich Geld verdienen (*), diese ganzen Parasiten die da noch mit dran hängen finde ich nur verachtenswert - so habe ich kürzlich ein Angebot bekommen, mir ein lukratives drittes Standbein zu schaffen: Versicherungsmakler. Ein paar Schulungen, eine Handvoll Abschlüsse pro Jahr und voilá, schon gehts einem besser. Dann mit 25-30% Rendite blenden und ab gehts? Ich finde schon die 9% die MLP immer ansetzt um zum Vertragsende nach 35 oder 40 Jahren mit fantastischen Beträgen zu blenden ganz schön gelogen. Wachstum ist nicht unendlich, und schon gar nicht auf Dauer exponentiell.
(*) Irgendwo auf den Seiten des BDV steht beispielhaft, daß wer 1970 eine Kapitallebensversicherung bei der Allianz abgeschlossen und 2005 angetreten hat, extrem viel besser gefahren wäre, wenn er mit der Zeit stattdessen Aktien des selben Unternehmens gekauft hätte. Sinkende Überschussbeteiligungen, die Aktionäre räumen ab.
Wie war das noch gleich mit "erstmal ich und nach mir die Sintflut"?
Nun die Sonne scheint, das WE vor der Tür, das Ganzjahreskennzeichen auf dem Mopped. Ich erfülle dann mal meine Bürgerpflicht und riskiere die vorzeitige Entlastung der Rentenkassen. Schönes Wochenende 