Sachthemen
Wie ich bereits sagte: wie wär´s mal mit einer Sachdiskussion?
Frage 1: Der Salzstock Gorleben soll kein Atommüll-Endlager werden.
Es ist offensichtlich, dass es dabei einen lokalen Blickwinkel und einen gesamtgesellschaftlichen Blickwinkel gibt.
Der lokale Blickwinkel ist nicht unberechtigt, aber eben nur eine Facette. Niemand will einen neuen Flughafen vor der Haustür, oder auch eine Mülldeponie oder auch nur ein Gefängnis. Als in NRW eine Anstalt für Straftäter mit abnormen Verhaltensweisen ("Geisteskranke") gebaut werden sollte, konnte man keinen Standort finden. Jeder wusste, dass die Anstalt gebraucht wird (so fern man kein Anhänger von grundgesetzwidrigen Radikallösungen war). Aber hier? Vor der eigenen Haustür - wo die eigenen Kinder zur Schule gehen?
Aus dem gleichen Grund will niemand eine Atommülldeponie vor der eigenen Haustür.
Der gesamtgesellschaftliche Blickwinkel ist, dass wir bereits Atommüll HABEN - der verschwindet nicht einfach durch ein paar böse Blicke. Völlig abseits der Diskussion um die weitere Nutzung von Kernkraftwerken ist die Diskussion um ein Endlager eine typisch deutsche Schwachsinnsdiskussion. Die Frage stellt sich nicht, denn wir HABEN Atommüll und müssen den lagern.
Meine persönliche Meinung:
1. Zeitdruck ist nicht nötig. Bis jetzt lagern die Fässer nämlich ganz unspektakulär in Lagerhallen auf den Betriebsgeländen der Kernkraftwerke. Also so dramatisch kann die Lage nicht sein, denn bis jetzt liegen da noch keine toten Kühe um die Gelände herum. Das Zeug ist nicht ungefährlich, keine Frage. Aber da sind auch viel irrationale Ängste im Spiel.
2. Wenn man das Zeug in Deutschland verbuddeln will, dann soll sich da eine Expertenkommission drum kümmern und gut ist. ICH bin bestimmt nicht in der Lage, ein Urteil zur Tauglichkeit oder Untauglichkeit von Gorleben abzugeben.
3. Man sollte es aber nicht all zu tief verbuddeln. Bereits jetzt wächst das weltweite Interesse an den Atom"abfällen". Denn es sind Technologien in der Entwicklung, die aus den Abfällen schon bald Wertstoffe machen könnten.
4. Und im Grunde ist es wieder nur Ideologie, dass es ein Mantra ist, man müsse die Abfälle in Deutschland lagern. Deutschland ist dafür eigentlich zu dicht besiedelt. Die RATIONALSTE Lösung (und wir Liberale lieben rationale Lösungen) wäre, das Zeug in der Pampa, der Eiswüste oder Wüste zu verbuddeln. Es gibt Gebiete, da lebt auf 1000km2 nur ein Mensch. Da findet sich leicht ein Land, dem man ein paar Scheine rüberschiebt und dafür dürfen wir da eine deutsche Deponie aufmachen.
So, wer traut sich zu, auf dieses Thema sachlich zu antworten?