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Original geschrieben von NRWTom
Ein Webserver hat da überhaupt nichts zu tun, weil der auf einem höheren Schichtlevel arbeitet - was du meinst ist die Page delivery time, welche z.b. beim Mobilfunknetz-Tests gemessen wird. Anfragen einer Webseite bis die Seite am Endgerät geladen wird - da spielen aber ganz andere Faktoren eine Rolle.
Die Wartezeit des Endbenutzers ergibt sich (grob gesagt) als Summe aus beidem – aus der Signallaufzeit ("Ping") und der Verarbeitungszeit des Servers. Auf welcher OSI-Schicht eine Verzögerung entsteht, spielt keine Rolle.
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Ping hat Null-Aussage wert, weil u.a. die Last eines Netzwerkgerätes entscheidet, wie schnell diese auf einen Ping reagiert - in der Regel mit niedrigester Priorität oder die Anfragen auch verwirft. Bei meinem Ex-Arbeitgeber war Ping im Netz sogar stellenweise geblockt durch Firewalls.
Ein ordentlicher Test verwendet als Gegenstelle natürlich einen Server, dessen Netzwerkanbindung nicht gerade unter Volllast steht (und der netztopologisch "in der Nähe" liegt). Dann liefert der "Ping" schon eine brauchbare Aussage über die reine Signallaufzeit, die hauptsächlich im Bereich des Zugangsnetzes (Mobilfunk-Infrastruktur) zurückgelegt wird.
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Beim Ping hat die Anzahl der Netzkomponenten und Übertragungssystem einen grossen Einfluss auf die Dauer - je mehr desto längere Pingzeiten.
Durch all diese Netzkomponenten muss aber auch jede normale Datenübermittlung. Gerade diesen Anteil – also die Signallaufzeit auf diesem Weg – soll der "Ping" schließlich messen.
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Bei Ladezeiten vom Webseiten spiel eher die Performance des Webservers, die Ladezeit der Seite auf dem Server oder im besten Fall die Auslieferung aus einem Memory-Cache die entscheidenen Rollen, letzteres z.b. auch durch Proxyserver, die im Mobilfunk verwendet werden und viele Anfrage von häufig besuchten Webseiten aus ihrem Cache beantworten und erst garnicht den Webserver anfragen.
Ein Webserver kann statische Ressourcen ohne Weiteres in wenigen Millisekunden ausliefern. Das gilt besonders dann, wenn die Antwort aus dem Cache kommt. Aus der Sicht des Endbenutzers kommt aber bei jeder einzelnen Anforderung noch die Signallaufzeit hinzu. Wenn der Webserver innerhalb von 5 ms antwortet, der "Ping" aber 45 ms beträgt, dann dauert es insgesamt ("End to End") trotzdem 50 ms, bis die angeforderte Datei beim Client ankommt. Dabei sind Wartezeiten im Transportprotokoll (TCP-Handshake) noch gar nicht mitgerechnet.
Heutzutage kann eine Webseite ohne Weiteres z.B. 50 externe Elemente nachladen (Grafiken, Stylesheets, Javascript usw.). Wenn durchschnittlich zwei Anforderungen parallel unterwegs sind, macht das schon mehr als eine Sekunde, die der Endanwender allein für Signallaufzeiten wartet. Beträgt der "Ping" keine 45 ms, sondern nur 20 ms, dann reduziert sich das immerhin auf eine halbe Sekunde.