Also:
Urlaub für Reiche massiv subventionieren: Völlig OK und zwingend erforderlich.
Fahrt zur Arbeit eines Arbeiters mit niedrigen Lohn etwas billiger machen: Das pure Böse
Das ist doch quatsch. Differenziere doch einfach mal.
Dann halt ein Regioticket und gut ist. Reicht für die Arbeit und gut ist. Dafür auch Pendlerpauschale rauf. Nicht alle haben den Luxus praktikabel den ÖPNV nutzen zu können. Ein riesiger Nachteil, aber auf der anderen Seite eben auch Vorteil. Wer bei der Mobilität aufs Auto angewiesen ist, würde über 100-200 EUR im Monat lachen. Da ist der Sprit doch die kleinste Sache.
Urlaub für Reiche: Gelinde gesagt, das ist das eine bull...-Parole? Für manche ist ne Woche Malle oder Bulgarien per Fliegerchen eben bezahlbar. Und da schau mal rein, bei wizz/ryan werden primär nicht gerade die "Reichen" fliegen. Was für ein Märchen.
Regionales ÖPNV-Ticket: ja. Ticket für Vergnügungsfahrten a la Deutschland-Ticket: Nö, warum auch. Krankenkassenbeiträge steigen, alles andere auch, warum dann Geschenke?
Der ganze Firlefanz wäre ohne arbeitende Schicht, und damit ist NICHT NUR der Niedriglohn gemeint, so nicht möglich. Zudem sind die Möglichkeiten für Niedriglöhner aktuell (noch!) gut wie schon lange nicht mehr. Schneller Aufstieg möglich. Sei es als Verkäufer, Zimmerservice, Gastroservice. Da wird mittlerweile teils brutal gut bezahlt und bei annehmbaren Arbeitszeiten. Der, der will, der hat aktuell auch die Möglichkeit.
Und natürlich hege ich oft auch ein wenig Neid: Nur ohne Unternehmer und Reiche gäbs für den Normalo auch nix. Klar geht die Schere immer weiter auseinander, was bedenklich ist, aber das pure Sozialgeschreibe, böses Fliegen usw. Der soll mal selber bei sich anfangen.
Die beste Maßnahme wäre der Verzicht. Das wird aber netterweise immer ein wenig beseitegeschoben.
Auch ein Zug fährt nicht von Luft und Liebe. Würden nur die Hälfte fahren (müssen), wäre weniger Diesel rausgeblasen. Oder Strom. Und der ist (gerade) auch nicht wirklich so sauber 
Also statt der Neiddebatte einfach mal bei sich selber anfangen.
Nur weil man selber keinen Bock auf Fliegen hat, oder das ideologisch ablehnt muss man es den anderen doch nicht verbieten (wollen). Jeder kann gerne selber bei sich anfangen statt andere missionieren zu wollen.
Daher zum Abschluss ein recht interessanter Blick auf Krisen und Co. von Sebastian Kurz bei reinquassel-maischberger. Halt das typische inhaltslose Gesabbel am Anfang überspringen und nicht vom Reingequake und den seltsamen sachfremenden Einwürfen abschrecken lassen. Einfach ausblenden. Und zu Kurz: Ja, er ist streitbar. Ja er polarisiert. Aber einfach mal reinhören.
Die Frage, der er recht passend stellt: Sind wir dann in Konsequenz wirklich bereit zum Verzicht? Oder geht dann das eigene Wohl bzw. der Luxus vor?
ARD Mediathek
Wenn man hier von Vergnügungsfahrten und Saunagängen und Streusalzproblemchen liest, kann man sich die Frage ja direkt beantworten. Soll jedem gegönnt sein, aber dann eben keine Neiddebatte um die anderen führen. Ganz einfach. Ich kann immer was anprangern, was mir selber nicht wichtig ist.