Schaut man die ARPUs an, spiegeln diese die Trägheit der Kundschaft. In meinem Umfeld sehe ich immer wieder offene Münder, wenn zur Sprache kommt, dass man 5 GB im o2-Netz (was bei uns gut läuft) für 5€ monatlich bekommt, während der mittelalte und jahrzehntelange Normalkunde nicht selten für weniger Leistung lockere 20€ monatlich abdrückt.
Ich bin über 50, mein Umfeld in der Masse auch. Vielen in dieser Gruppe sind 15€ Sparpotenzial trotzdem den Aufwand weniger Mausklicks nicht wert.
Somit funktioniert Mobilfunk ähnlich wie kostenpflichtige Konten bei Sparkassen, teure Versicherungen, Stromtarife etc. Auf Trägheit zu setzen ist nicht schlecht. Und unten, bei den jungen und flatterhaften Neukunden wirft man SimOn oder 4Bro auf den Markt. Beide Angebote sind für meine Kohorte eher suspekt. Schrille Farben, Geduze, Gossenslang grenzen ausreichend ab, um die Leute in teuren Verträgen zu halten.
Die, nennen wir es, Dynamik der Tarife bei den Drillisch-Derivaten ist ebenfalls nicht zuträglich bei meiner Kohorte zu punkten. Viele befürchten, aus billigen Tarifen herausgeworfen oder direkt in teurere umgestellt zu werden. Einfach deshalb, weil die Tarife doch relativ wild hin und her bepreist werden. Zielgruppe also auch hier eher das Jungvolk.
Und wenn dann mal das Netz ausfällt, wie vor 3 Tagen hier in Ostsachsen, bekommt man gleich Mail, die darauf hinweisen, dass das beim früheren Anbieter nie passiert ist. Auch wenn der oft sogar o2 selbst war. Tja. Was soll man sagen?!