Es gibt (gab?) da so eine Regelung, dass beim Internetversandhandel von Staat zu Staat keine Steuern erhoben werden. Das wurde, glaube ich, noch unter Clinton eingeführt.
Beiträge von <registered>
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Ich will jetzt auf die Religionen nicht weiter eingehen, schreibe vielleicht später noch was dazu.
Wir sprechen also über die Selbstreinigungskraft des Marktes. Du stimmst mir also zu, dass sich die Käufer in einem Markt grundsätzlich so verhalten können, wie sie wollen. Allerdings hältst du es für unwahrscheinlich, dass eine "Reinigung" aus einer Verzichtshaltung der Konsumenten entstehen kann, weil es am Ende doch nur um den Preis geht. Dein Managerbeispiel zeigt dann eine Selbstreinigung aufgrund des Preises.
ZitatSo eine Theorie entspräche der Markttheorie und der "Selbstreinigung" des Marktes. Der Konsument spielt hier momentan nur eine Rolle, indem er das Produkt mit dem niedrigerem Preis wählt.
Ich glaube aber nicht vorbehaltslos an eine Theorie. Eine Theorie abstrahiert eben nur von der Wirklichkeit, durch die nötige Vereinfachung kann immer nur ein Teil der Wirklichkeit erklärt werden. Wenn es nur um den Preis ginge, könnte Vieles nicht erklärt werden. Zum Beispiel die Existenz von Läden, die Produkte aus der "Dritten Welt" anbieten und verkaufen. Es sind Beispiele aus anderen Bereichen leicht denkbar.Nein, ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Reinigung auch von preisunabhängigen Präferenzen der Konsumenten angestoßen werden kann. Wenn das nicht zu der Theorie passt, die du hier nennst, dann kann sie eben hier nichts erklären. Was sie aber noch nicht überflüssig macht.
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Nein, diese Möglichkeit gibt es nicht und ich glaube auch nicht, dass sie überhaupt kommen wird.
Bisher hat man es nur geschafft, den iPod mit einem PDA zu verbinden, der als USB2 host funktioniert.
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Edit: Hat sich auch erledigt.

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In einigen Dingen sind wir uns anscheinend relativ einig. Schade nur, dass du nicht auf alle meine Fragen und Kritikpunkte eingegangen bist.
Was den Nachtwächterstaat als Idealmodell für das Verhältnis von Wirtschaft und Staat angeht, sollte man aber nicht vergessen, dass auch die Wirtschaftswissenschaft nicht die Exaktheit der klassischen Naturwissenschaften hat und man darum vorsichtig damit sein sollte, ihn als die absolut beste Lösung zu bezeichnen. Vor diesem Hintergrund ist auch die Analogie zum Dogmatismus bestimmter Religionen zu sehen. Mir ging es darum, mich damit gegen eine weitere Ideologisierung der Wirtschaftswissenschaft auszusprechen. Eine Verabsolutierung eines bestimmten Idealbildes wird den Veränderungen in der Welt nicht gerecht. Außerdem finde ich es inkonsequent, wenn man die Religionen wegen ihres Anspruchs, die allein selig machende zu sein, kritisiert, und auf der anderen Seite blind an ein wirtschaftliches System glaubt. Im Übrigen sind Religionen und Wirtschaftssysteme eben gerade wegen ihrer Wandlungsfähigkeit in der Geschichte vergleichbar. Es ist zum Beispiel erschreckend, wie stark sich das Christentum über die Jahrhunderte gewandelt hat. Aber ich wollte eben auf die Analogie hinweisen und keinen richtigen Vergleich machen. Dass ein Vergleich nach anderen Kriterien natürlich nicht passen muss, ist mir klar.
Und am Schluss noch ein Gedanke. Wenn also der Markt mit "unsichtbarer Hand" auch die Löhne steuert, wie würde es dann ins Bild passen, wenn die Kunden auf einen Skandal wie den vorliegenden mit Konsumverzicht von Produkten dieser Firma reagierten, so dass infolge dessen langfristig die Bezüge des Managements gekürzt werden müssten? Dann könnte man doch den Konsumenten nicht vorwerfen, dass sie sich "marktwidrig" verhalten haben, nur weil sie aus Ärger woanders gekauft haben, oder?
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Zitat
Für den kleinen Mann ist es natürlich gut nachvollziehbar, wenn ein Politiker den "Aufstand der Anständigen" fordert und als Obergrenze für einen Manager den 100-fachen Monatslohn des einfachen Farbrikarbeiters fordert. Aber die Richtung wäre offensichtlich völlig falsch, wer würde denn dann noch nach D kommen!
Zu deinem Argument zwei Gegenargumente:
Erstens kann der Staat Deutschland im Inneren so ziemlich tun und lassen, was er will, solange es mit dem GG und dem Europarecht zu vereinbaren ist.Zweitens bezweifle ich, dass die Großfirmen bei einer gesetzlichen Begrenzung der Managerbezüge, von deren Sinn ich im Übrigen auch nicht überzeugt bin (freiwillige Selbstbeschränkung wäre mir lieber), auf Deutschland verzichten würden.
ZitatEs geht hierbei nunmal um Dimensionen, die für viele nicht mehr nachvollziehbar sind. Aber so sind nunmal die Gesetze des Marktes: Wenn man so hohe Preise für die eigene Arbeitsleistung verlangen kann, dann macht man das eben auch - selbst der selbsternannte Gutmensch des Forums (wo bleibt er eigentlich ) gab unlängt zu, für sehr wenig Arbeit relativ viel Geld zu bekommen
Warum habe ich meinen vorigen Beitrag eigentlich geschrieben? Normalos Hirnchen kann also nicht nachvollziehen, wie wichtig diese Entkopplung der Arbeitsleistung von der Entlohnung ist? Ist das nicht ein bißchen herablassend dem Souverän gegenüber?
Und zu den Gesetzen des Marktes. Es bestreitet ja keiner, dass es hier Gesetzmäßigkeiten gibt. Allerdings sind nur die wenigsten davon überzeugt, dass diese immer eine "gute" Wirkung haben. Wir haben keine freie Marktwirtschaft in DL, nicht einmal in den USA gibt es eine (idealtypisch) freie Marktwirtschaft. Ob die negativen Effekte jetzt von der mangelnden Konsequenz bei der Durchsetzung dieser "freien Marktwirtschaft" oder von einer zu hohen Regulierung kommen, darüber kann man streiten. Aber kommt mir bitte nicht immer mit "der" Marktwirtschaft als Totschlagargument.Edit:
Um das Ganze noch von einer anderen Seite aus zu betrachten: würde die unabstreitbar gute Eigenschaft der Marktwirtschaft, also ihre Effizienz bei der Verteilung von Waren und Dienstleistungen durch Selbstregulierung, dadurch stark eingeschränkt, dass Spitzenmanager aus welchem Grund auch immer etwas weniger verdienen würden? Und selbst wenn sie eingeschränkt würde, in welchem Verhältnis stünde diese Einschränkung zum gesellschaftlichen Nutzen?
Besteht nicht sogar umgekehrt die Gefahr, dass solch hohe Einkommen volkswirtschaftlichen Schaden erzeugen, weil sich die Angestellten vom System und von ihren Unternehmen entfremden, was sich in schlechterer Produktivität niederschlägt?Edit2:
Und besteht nicht durch eine Verabsolutierung des marktwirtschaftlichen Prinzips genau diese geistige Begrenztheit, die man heute gerne als "rationaler" Mensch den Religionen vorwirft, die ein Monopol aufs Himmelreich beanspruch(t)en? Haben wir Europäer uns womöglich, entwicklungsgeschichtlich gesehen, selbst vom Regen in die Traufe begeben? -
Natürlich ist es die spezifische Aufgabe der Gerichte, das geltende Recht in aller Sachlichkeit anzuwenden.
Ebenso unumstritten sollte sein, dass es völlige falsch ist, wenn weitere Parteien von außen den Prozess beeinflussen wollen.
Inwieweit aber das Wort "Sozialneid" in diesem Zusammenhang im Vordergrund stehen sollte, ist eine andere Frage. OK, solche Fälle werden von Parteien gerne instrumentalisiert, um sich als "Anwalt des kleinen Mannes" zu zeigen. Unabhängig davon ist es doch nciht falsch, wenn die Bürger darüber nachdenken, ob Verteilung solcher Summen unter solchen Umständen wirklich gut für das Wohl aller ist.
"Sozialneid" wird häufig als politischer Kampfbegriff gebraucht, um den legitimen demokratischen Diskurs im Keim zu ersticken.
Man darf sich nicht zum Sklaven eines wirtschaftlichen Systems machen. Auch wenn man es gern aus Bequemlichkeit oder wegen mangelnder Information unterstellt, der gegenwärtige Zustand ist nicht zwingend der optimale. Unterm Strich einigt man sich doch auf ein "Regelwerk" um davon zu profitieren und nicht nur um endlich etwas zu haben, an das man sich halten kann.
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Ja, es ist schwer zu realisieren in einer so anonymen Gesellschaft wo sich immer einer findet, der sich für Geld zum Deppen macht. Notfalls könnte Herr Esser immer noch ins Ausland gehen und es sich dort gut gehen lassen. Nichtsdestoweniger haben die Konsumenten einen gewissen Einfluß auf alle Unternehmen, die jetzt mit Herrn Esser zusammenarbeiten. Sie könnten einfach boykottiert und stattdessen die Konkurrenz unterstützt werden.
Wenn der Staat auf dem Rechtsweg ohnmächtig war muß das noch nicht heißen, daß das auch für die Gesellschaft als Ganze gilt.
Wenn Esser wirklich auswandern müsste, weil man ihm deutlich macht, daß ihn keiner mehr sehen will, würden die anderen beim nächsten Mal etwas mehr nachdenken.Edit: Naja, und wegen dem Positivismus, ich will nicht mit dir darüber streiten, aber ich finde das als philosophische Haltung etwas zu einfach. Da gibt's ja nicht mal Platz für ein Widerstandsrecht.
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Ich hab's editiert.
Du hast mich aber nicht richtig verstanden. Ich will darauf hinaus, dass es nicht in Ordnung ist, was da geschehen ist, obwohl es legal war.
Jeder hat das Recht, mit Herrn Esser keine Geschäfte mehr zu machen oder sonstige soziale Kontakte zu pflegen. Wenn plötzlich weder Gemüsehändler noch Banken mit Herrn Esser noch etwas zu tun haben wollen, könnte das eine Signalwirkung haben. Bist du Rechtspositivist? Und falls du Jurist bist, was ist mit meiner Frage? -
Das sich Herr Esser anscheinend im juristischen Sinne nichts zu Schulden hat kommen lassen heißt noch lange nicht, dass ich ihn in meinem Geschäft bedienen würde, so ich eines hätte.
Es existiert noch etwas neben dem oder besser vor dem positiven Recht und Personen wie Herr Esser sollen ruhig durch die Ächtung ihres Verhaltnes darauf aufmerksam gemacht werden.
War's das jetzt eigentlich mit den Rechtsmitteln im Fall Esser?
Edit: Klarheit