Re: Re: US-Börse NYSE und Euronext einigen sich auf Fusion
Zitat
Original geschrieben von Martyn
Generell sind aber Fusionen von Börsen skeptisch zu betrachten, dann wenn weltweit als dem Polypol ein Oligopol wird ist das garnicht gut.
Unsinn.
Fusionen unter Börsen sind auch für den Anleger positiv zu beurteilen. Börsen sind inzwischen nichts anderes als IT-Unternehmen. Der Handel, den man auf dem Parkett sieht, ist nur noch ein marginaler Teil.
In Wahrheit offerieren Börsen IT-Systeme, über die Transaktionen abgewickelt werden. Demnach sind die Grenzkosten weiter Transaktionen gleich 0. Umso mehr Transaktionen auf ein System kommen, desto besser ausgelastet wird es und desto günstiger können dem einzelnen Anleger Transaktionskosten in Rechnung gestellt werden.
Für die Deutsche Börse ist es in dieser Hinsicht eine Katastrophe, dass sie nicht zum Zug kommt. Mit der LSE wird es auch nichts werden, da sich dort die NASDAQ schon mit 25% (= Sperrminorität) eingekauft hat. Die DB AG hat daher IMHO jetzt ein echtes Problem noch einen geeigneten Partner zu finden.
Folge ist, dass andere (fusionierte) Börsen Anlegern künftig bessere Konditionen bieten können, Volumen wird von "Frankfurt" (genauer müsste man sagen aus Xetra) abwandern. Der Finanzplatz Deutschland verliert damit an Bedeutung, was wiederum nachteilig für die Anleger ist, die hauptsächlich in deutschen Aktien handeln.